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Neuer Trend? StartUp Shoepassion fusioniert mit Traditionsunternehmen Heinrich Dinkelacker

Vor drei Jahren haben wir mit der Überschrift „Echte Leidenschaft ist wertvoller als Beteiligungskapital“ das erste Mal über das Schuh-StartUp „Shoepassion“ berichtet. Damals haben sie als das „Anti-Zalando“ für mediale Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie nur via Bootstrapping und Fremdfinanzierung das Wachstum gestemmt haben. Und jetzt erscheinen sie wieder in der Presse, weil sie sie mit einem Traditionsunternehmen fusioniert haben. Setzen Sie damit wieder einen neuen Trend?

Der Hintergrund: Im Jahr 2004 übernahmen die drei Schuhliebhaber Norbert Lehmann (ehemaliger IBM-Manager), Dr. Wendelin Wiedeking (ehemaliger Vorstandsvorsitzender Porsche AG) und Anton Hunger (ehemaliger Pressechef Porsche AG) das deutsche Traditionsunternehmen Heinrich Dinkelacker GmbH, um die Schließung des Unternehmens zu verhindern. Die Schuhmanufaktur, die seit 1879 in Baden-Württemberg ansässig ist, ist durch den Budapester Schuh bekannt geworden, den sie seit den 1960ern in Budapest herstellt und in Deutschland salonfähig gemacht hat.

Nach elf Jahren, in denen die neuen Eigentümer die Schuhmarke auf Erfolgskurs brachten und mit den Luxusschuhen ebenso den Sprung ins internationale Geschäft schafften, suchten sie nun nach einer zukunftsweisenden Lösung für ihr Unternehmen. Dabei entstand die Idee, mit dem StartUp Shoepassion zu fusionieren, da aus der Sicht Norbert Lehmanns „die Jungs frischen Wind in die doch recht traditionelle Schuhbranche gebracht und auch gezeigt haben, wie man heute mit viel Leidenschaft und Know-how ein klassisches Handwerksprodukt nicht nur konservieren, sondern auch attraktiv und zeitgemäß vermarkten kann.“

Aus der Sicht von Dr. Wendelin Wiedeking vereine das neue Unternehmen klassische Handwerkskunst mit digitaler Kompetenz. Während Shoepassion fortan 100 Prozent der Firmenanteile von Heinrich Dinkelacker hält, werden die ehemaligen Eigentümer Norbert Lehmann, Dr. Wendelin Wiedeking und Anton Hunger Gesellschafter von Shoepassion. Norbert Lehmann wird noch auf unbestimmte Zeit hin Geschäftsführer bleiben, bevor er in beratender Funktion in den Beirat des Unternehmens wechseln wird. Shoepassion kann so sein Sortiment um Luxusschuhe und insgesamt die Produktion erweitern. Es erschließen sich auch ganz neue Vertriebswege. Zudem wachsen Know How und Netzwerk durch die drei neuen Gesellschafter. Mal seh´n, ob diese Fusion aus alt und neu zum Trend wird.

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