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Boardinghäuser wachsen gegen den Trend

Viele Hotelbetreiber klagen derzeit über ihre niedrigen Auslastungsquoten. Gerade in Ballungszentren werden derzeit die ausländischen Touristen schmerzlich vermisst. Eine Besserung ist auch in den nächsten Monaten nicht in Sicht. Eine Ausnahme gibt es. Die sog. Boardinghäuser konnten in den letzten 4 Jahren ihre Übernachtungszahlen auf knapp 1,2 Mio verdreifachen. Und der Trend ist sehr stabil, so dass auch in den nächsten Jahren mit starkem Wachstum gegen den Trend zu rechnen ist. Doch was sind solche Boardinghäuser? Wikipedia bietet folgende Begriffsdefinition an:

„Der Begriff Boardinghouse (auch: Boarding-House; Serviced Apartments; englisch: boarding house) ist ein Anglizismus, der einen Beherbergungsbetrieb bezeichnet, in dem Bewohner meist für einen längeren Zeitraum untergebracht sind. Boardinghäuser befinden sich meist in städtischer Umgebung und und werden sowohl von Urlaubern und Geschäftsreisenden genutzt als auch von Personen, deren Wohnung durch äußere Einflüsse unbewohnbar geworden ist oder die eine Trennung von ihrem Lebenspartner vollziehen. Oft werden im Rahmen eines hotelähnlichen Service Zusatzdienstleistungen wie Verpflegung und Roomservice angeboten. Hinsichtlich ihrer Ausstattung und Leistungen unterscheiden sich Boardinghäuser erheblich. Die Ausstattung der Räume umfasst mehr oder weniger umfangreich ausgestattete Küchen.“

Georg und Ottenstöer macht in einer aktuellen Studie folgende Wachstumsimpulse aus: „Der Trend zum „Wohnen auf Zeit“ setzt sich auch in Deutschland infolge der Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaft zunehmend durch. Vor allem die so genanten „Job-Nomaden“, die
für eine bestimmte Zeit ihren Arbeitsstandort wechseln müssen, sind ein zunehmendes Phänomen der modernen Arbeitswelt. Darüber hinaus gibt es immer mehr Berufspendler, Freiberufler und Selbständige. Diese Zielgruppen tragen mit dazu bei, dass Boardinghäuser eine wachsende Bedeutung verzeichnen. Der Boardinghausmarkt zählt zu dem am stärksten wachsenden Teilmarkt auf dem deutschen Übernachtungsmarkt.“

Ich habe hier in Frankfurt Jungunternehmer kennengelernt, die mit ihrem Boardinghaus von Beginn an so hohe Auslastungsquoten erzielen konnnten, dass es die Banken fast nicht glauben konnten. Sie haben sich neben den „Berufsnomaden“ insbesondere auf Messebauer als Zielgruppe spezialisert, die es satt haben, in schmuddeligen Hotels und Pension ihrem Dasein zu fristen. Grundsätzlich zeigt der Wachstumstrend der Boardinghäuser, dass die Kunden selber entscheiden wollen, welcher Service ihnen angeboten wird und dass sie nur für die Leistungen bereit sind zu zahlen, die sie auch wirklich nutzen. Das gilt übrigens nicht nur für den Hotelmarkt.

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