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Ideen für einen E-Mobile-Kaufrausch

In den letzten Monaten habe ich an zahlreichen Veranstaltungen zum Thema E-Mobility teilgenommen. Es wurde mir schnell klar, dass es ganz neue Player in diesem Spiel geben wird. Viele Diskussionen waren mir zu technisch. Mir fehlten häufig Ideen, wie man einen E-Mobile-Kaufrausch auslösen kann, ohne dass jetzt der Staat tief in die Subventionskiste greifen muss. Leider wurde diese Aspekt viel zu wenig beleuchtet und deshalb waren fast alle Beteiligte, die ich auf diesen Veranstaltungen kennengelernt habe, sehr skeptisch was die Prognose der Bundesregierung hinsichtlich der Akzeptanz von Elektromobilen im Alltag angeht. Deshalb will ich hier 5 Ideen auflisten, wie das doch gelingen könnte:

Innenstadtmaut, die für Elektorautos entfällt
Im Februar 2003 ist in London eine „Staugebühr“ (London Congestion Charge) für ein 38 km² großes Gebiet im Stadtzentrum eingeführt worden, die mittlerweile sogar erweitert wurde. Wer werktags zwischen 7:00 und 18:30 Uhr in diese Zone reinfährt, muss mittlerweile 8 GBP pro Tag bezahlen (ursprünglich waren es 5 GBP). Ca. ein Drittel der Fahrzeuge sind von der Mautpflicht befreit, dazu gehören neben Noteinsatzwagen, Pannendienste, Behindertenfahrzeuge, Taxis, Fahrzeuge über 8 Sitzplätze (also auch Linienbusse) und Zweiräder auch Fahrzeuge mit Gas-, Elektro-, Brennstoffzellen oder Hybrid-Antrieb. Dadurch sind viele auf den ÖPNV umgestiegen, andere haben sich Elektrofahrzeuge angeschafft und dadurch eine nicht zu unterschätzende Nachfrage angefacht. Diese Nachfrage wäre noch viel größer, wenn die Bewohner im Stadtzentrum nicht 90 % Rabatt auf die Mautgebühr eingeräumt bekommen hätten.

Kostenlose Parkmöglichkeit in der City (Parkhäuser und Co.) für Elektroautos
Ich kann mir vorstellen, dass viele Oberbürgermeister in deutschen Städten Angst davor haben, einen solch radikalen Schritt wie in London durchzusetzen. Vielmehr kann man neben o.g. Bestrafungsmodus auch ein Belohnungssystem einführen. So könnte man den Fahrern von Elektrofahrzeugen anbieten, kostenlos in städtischen Parkhäusern und auf anderen städtischen Parkflächen kostenlos zu parken. Solch ein Angebot würde sich besonders dann anbieten, wenn sowieso die Parkgebühren erhöht werden sollen. Dann hätte man gleich eine Möglichkeit anzubieten, wie man seine Parkkosten auf 0 reduzieren könnte. Und im Rahmen einer Mischkalkulation würden die Einnahmen der Städte so nicht sinken.

Nachts günstig tanken und tagsüber teuer verkaufen
Jeder Elektroautobesitzer könnte, wenn es ihm genauso wie Besitzern von Solaranlagen gestattet wäre, Strom in die Stromnetze einzuspeisen, als Arbitrageur auftreten. Konkret könnte er an Tagen, an denen er das Auto nicht braucht, nachts das Auto zum günstigen Nachtstromtarif aufladen und tagsüber zum teuren Tagestarif wieder in die Stromnetze einspeisen. Ich weiß nicht, ob diese Idee wirklich wirtschaftlich ist oder der Batterieverschleiß größer als der Arbitragegewinn wäre. Ich will aber mit dieser Idee zeigen, dass man viele Möglichkeiten hat, um das Elektroauto trotz höherer Anschaffungskosten auch wirtschaftlich attraktiv zu machen. Zudem ist es wichtig, zahlreiche Player in diese Überlegungen einzubinden.

Neue Formen von Carsharing-Angeboten
Wir sollten die Chance nutzen, um ganz neue Mobilitätsmodelle zu entwickeln und einzuführen. So sollten Carsharing-Anbieter ein möglichst breites Spektrum an Fahrzeugen anbieten. Im Sommer brauche ich nicht unbedingt ein SUV, sondern eher ein Elektro-Quad. Um mir den Anreiz zu geben, nicht jeden Tag ein Elektro-Auto zu nutzen, sollte es ein Punktesystem geben und ich je nach Jahresbeitrag ein eintsprechendes Punktekontingent bekommen, mit dem ich haushalten muss. Wenn ich jetzt als Carsharing-Mitglied noch ein ÖPNV-Ticket zum Schnäppchenpreis bekommen würde und auch bei der Bahn mindestens so hohe Rabatte wie ein Bahncard 50 Besitzer bekommen würde, wäre ein wichtiger Schritte getan, dass ich nicht mehr so häufig nach dem Auto greifen muss.

6 Responses to Ideen für einen E-Mobile-Kaufrausch

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  2. Stephan sagt:

    Ich würde gerne ein Elektroauto fahren. Was mir auffällt, neben den noch hohen Preise, ist das es bisher kein Elektroauto gibt, was mit annähernd gefällt. Wie wäre es, die Emotion der Kunden anzusprechen – oder warum kauft sich jemand einen Porsche und Co. Doch nur wegen der Emotion und Image. Es gibt schnellere Autos. Gerade gestern war ein Golf mit 740 PS zu sehen. Kostet die Hälfte und ist schneller. Ich hätte endlich gerne ein schönes Elektroauto, dass ich gerne anschaue und das nicht nur praktisch ist.

  3. Christian Breuer sagt:

    Eine weitere Idee wäre die Sprit Autos mit einer zusätzlichen Steuer zu versehen und diese den elektro Auto Besitzern und Herstellern(Deutschland) zu gute kommen zu lassen.
    Siehe Photovoltaik, wobei hier die Stromlieferanten als Zwischenhändler eingeschaltet wurden.

    freundliche Grüße
    Christian

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