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Locomore kann trotz Stotterstart 25.000 Kunden in den ersten vier Wochen zählen

Erstmals haben wir im Januar 2016 über die private Bahn-StartUp Locomore berichtet, dass via Crowdfunding mittlerweile mehr als 700.000 EUR „Startkapital“ einsammeln konnte und am 14.12.2016 den ersten Fernzug von Berlin nach Stuttgart fahren ließ. Die Medien überschlugen sich zum Start mit Berichterstattungen (auch weil im ersten Zug fast nur Medienvertreter saßen), aber vermeldeten auch noch viele Pannen zu Beginn, wie ungeordnete Wagenreihung, nicht vollständig funktionierendes WLAN; Toilettendefekte und Fehler der Buchungs-IT.

Und trotzdem konnte Locomore mehr als 25.000 Reisende in vier Wochen vermelden. Einige Züge waren zu über 100 % ausgelastet. Um jetzt allerdings die bisher aufgetretenen Kinderkrankheiten schnell und nachhaltig zu beheben, haben die Macher von Locomore entschieden, dass der Locomore-Fernzug von Montag dem 23.1.2017 bis zum Donnerstag den 6.4.2017 nur noch an fünf Tagen in der Woche verkehrt. Den Dienstag und Mittwoch wird das Team für eine intensive Wartung des Zuges nutzen.

Bis am 6.4.2017 der Locomore wieder jeden Tag verkehrt, werden neben den aktuell sieben Reisezugwagen weitere vier Wagen im Locomore-Design geliefert worden sein. Damit wird Locomore endlich über eine ausreichende Wagenreserve für die Durchführung eines stabilen täglichen Betriebes verfügen. Für die bereits gebuchten Tickets in den betroffenen Tagen erhalten die Fahrgäste automatisch Gutscheine, die dann für beliebige Fahrten mit Locomore eingesetzt werden können. Fahrgäste, die lieber ihr Geld erstattet bekommen möchten, können natürlich auch diese Option wählen.

Das nenne ich einen mutigen, richtigen und Konsequenzen Schritt. Zwar enttäuscht man damit einige Fahrgäste, die nun ihre Reise mit dem Locomore-Zug nicht wie geplant antreten können, aber dafür schummelt man sich die nahe Zukunft nicht weiter durch und enttäuscht damit wahrscheinlich viel weniger Menschen, als wenn man den „Kopf in den Sand“ stecken würde und einfach so weitermachen würde (ohne wöchentliche Zwangspause). Manchmal muss man als Start-Up erst wieder einen Schritt zurückgehen, bevor man dann wieder richtig durchstarten kann. Richtig so!

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