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Erster Bürgerkredit auf LeihDeinerStadtGeld.de vollständig finanziert

Wenn derzeit Journalisten und Blogger über Crowdfunding berichten, berichten sie in erster Linie über Crowdinvesting. Das hat seine Gründe, schliesslich können sich die Erfolge der deutschen Crowdinvesting-Szene auch international sehen lassen. Zudem gibt es immer wieder „neues Futter“, weil immer wieder neue Anbieter auf den deutschen Markt drängen. Zudem kann auch fast wöchentlich über erfolgreiche Fundings berichtet werden. Und außerdem sind die Summen (häufig bis zu 100.000 EUR pro Funding) auch so hoch, dass damit den StartUps wirklich geholfen ist, also nicht nur ein Tropfen auf dem heißen Stein darstellt. Ich will aber hier gerne meinen Beitrag leisten, auch andere Crowdfundingfelder näher zu beleuchten.

Dazu gehört z.B. die Plattform „LeihDeinerStadtGeld“, über die ich schon hier und hier berichtet habe. Wie schon erwähnt bietet diese Plattform eine schnelle, sichere und kostengünstige Vermittlung von Bürgerkrediten an Kommunen und kommunale Unternehmen an. Am 26. September 2012 hat nun das erste Funding begonnen. Die Stadt Oestrich-Winkel bat seitdem um einen Bürgerkredit in Höhe von insgesamt 80.000 EUR mit einer Laufzeit von 6 Jahren und einem Zinssatz von 0,76 %, um eine Investition der Freiwilligen Feuerwehr Oestrich-Winkel (im Rahmen des bundesweiten Projekt „Digitalfunk BOS“) zu finanzieren. So wird auch zukünftig die Sicherheit der Bürgerschaft und der Einsatzkräfte sichergestellt.

Vor kurzem konnte die Plattform per PM die freudige Nachricht mitteilen: „Seit dem 18.10.2012 ist das Projekt „Investition in Freiwillige Feuerwehr“ für die Stadt Oestrich-Winkel vollständig finanziert. In Kürze wird der Bürgerkredit an die Kommune ausgezahlt und die Laufzeit des Darlehens beginnt.“ Für die weiteren Entwicklung der Plattform war es sehr wichtig, dass das Pilotprojekt auf der weltweit ersten Bürgerkreditplattform frühzeitig erfolgreich abgeschlossen werden konnte und mit 83.200 EUR sogar die Zielsumme übertroffen werden konnte. Paul Weimann, Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB) und Bürgermeister der Stadt Oestrich-Winkel zieht folgendes Fazit: „Die Stadt kann dem Bürger mit dem Bürgerkredit die kommunalen Ausgaben plakativ darstellen. Das fördert Transparenz, Vertrauen und schließlich die Bindung zwischen Stadt und Bürger.“

Es ist schon erwähnenswert, dass die Bürger auch für diese Minizinsen bereit waren, Geld ihrer Stadt zu leihen. Jetzt gilt es, die Pipeline der Plattform mit weiteren Projekten zu füllen. Und ein weiteres Finanzierungsprojekt ist in Vorbereitung, das in wenigen Wochen starten soll: Als europaweit erste Kommune versah die Stadt Langen die gesamte Straßenbeleuchtung mit einer klimafreundlichen LED-Beleuchtung. Hierdurch werden rund 70 Prozent der Energie und des CO2-Austoßes eingespart. Nun will man die Beleuchtung mit Strom aus regenerativen Quellen betreiben. Die Geldeinsammelphase soll im Herbst 2012 starten. Und auch ansonsten kommen die Macher der Plattform gut voran. Das Projekt wurde auf dem 7. Bundeskongress ÖPP mit einem Innovationspreis
prämiert. Und der ehemalige Bundesfinanzminister Eichel konnte als Beiratsvorsitzender gewonnen werden. Jetzt gilt es nur noch, dass neben den etablierten Medien auch Blogger und Social Media Influencer das Projekt bekannter machen.

3 Responses to Erster Bürgerkredit auf LeihDeinerStadtGeld.de vollständig finanziert

  1. 1) Der Bürgermeister heißt Weimann, nicht Weihmann
    2) Es waren gerade einmal 15 BürgerInnen (ergo also Großspender), davon noch ein guter Teil nicht aus Oestrich-Winkel stammend. Von einem erfolgreichen Bürgerbeteiligungsprojekt kann man also leider (noch) nicht sprechen, denn dann wäre die Spenderbasis breiter.

  2. Hallo Carsten,

    danke für den Korrekturhinweis und deb Hinweis auf die relativ geringe Beteiligung.

    Mich würde interessieren, wie das Projekt in Oestrich-Winkel diskutiert wurde, nicht nur, wieviele Personen insgesamt Geld zur Verfügung gestellt haben.

    Im Falle von Spenden würde ich auch von Großspenden sprechen. Hier handelt es sich aber um eine Krditvergabe (vergleichbar mit einer Anleihe). Viele Anleger wollen ihre Portfolio nicht zu sehr zergliedern, weshalb die Summen im Verhältnis zur Anlageform aus meiner Sicht wieder o.k. sind.

  3. innokaan sagt:

    In Österreich versucht die Finanzaufsicht gerade, Crowdfunding-Modelle zu killen, weil sie meist eine den Banken vorbehaltene Leistung darstellen. Damit bringt sie besonders auch Gemeinden in die Bredouille, weil sich diese (ähnlich wie Oestrich-Winkel bereits bei ihren Bürgern geliehen oder spenden lassen haben. Findige Köpfe werden neue Modelle entwickeln und ein Unternehmer wird einen Musterprozess durchfechten.
    http://wirtschaftsblatt.at/home/meinung/kommentare/1306407/Wie-funktioniert-eine-Bank-Und-warum-nicht

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