Fast täglich berichte ich hier im Blog über neue Geschäftsideen. Häufig weiß man aber erst nach Jahren, ob das Gründerteam die Idee auch erfolgreich umgesetzt hat. Dann wird aus einer Geschäftsidee eine Erfolgsstory. Und genau für solche nachhaltigen Erfolgsberichte habe ich ebenfalls ein großes Faible. Denn die Idee ist immer nur so viel Wert, wie sie auch umgesetzt wird. Auch Gründer können von solchen Erfolgstories lernen, indem sie die Weichen von Beginn an richtig stellen und aus den Fehlern anderer lernen.
Es gibt das Sprichwort “Totgesagte leben länger”. Und genau das trifft auf Linden Lab zu. Nachdem die Hype um deren virtuelle Welt “Second Life” vorbei war, wurde Linden Lab von vielen wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen. Nach dem Ansturm kam jedoch der wirtschaftliche Erfolg. Weniger ist manchmal mehr, insbesondere im Rahmen einer nachhaltigen Wachstumsstrategie. Aus meiner Sicht reiten viel zu viele Blogger von einem Hype zum anderen und wundern sich dann, warum ihre Blogs beliebig austauschbar sind. Mir ist es wichtig, die weitere Entwicklung weiter zu verfolgen und auch über Niederlagen zu berichten, wenn man daraus etwas lernen kann.
Könnt Ihr Euch noch an Second Life erinnern? In der Boomzeit vor einigen Jahren gab es z.B. eine Agentur in Frankfurt, die die Stadt Frankfurt als virtuelle 3D-Welt aufbauen wollten. Der Aufwand war enorm und der Lohn dafür war sehr gering, weil sich nur wenige Werbepartner fanden, die das Projekt finanzierten. Aussichtsreicher war schon das Unterfangen von Microsoft, auf Basis von Microsoft Virtual Earth ganze Städte als 3D-Welten abzubilden. Der Zeit und Geldaufwand war auch hier enorm, aber es war schon mehr als eine Spielerei.
Natürlich gibt es auch bei Google Earth solche 3D-Abbildungen. Doch hier hat meinen Schritt weitergedacht und nutzt via Google Building Maker die Arbeitszeit vieler zum Nulltarif, um in kürzester Zeit real-wirkende 3D-Welten erschaffen zu lassen. In vier Schritten kann man jedes Gebäude dieser Welt virtuell erstellen:
Download des Google Building Maker
Wählen Sie eine Stadt irgendwo auf der Welt aus.
Erstellen Sie ein Gebäude aus den vom zweidimensionalen Google Earth zur Verfügung gestellten Fotos.
Speichern Sie Ihr Gebäude, das anschließend überprüft und freigegeben wird.
Im Video oben wird genau gezeigt, wie schnell jeder ein 3D-Gebäude in Google Earth erstellen kann. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir bald durch alle große Städte der Welt dreidimensional “durchsurfen” können. Das wird nicht unbedingt den Besuch vor Ort ersetzen, aber man kann seinen Besuch sehr gut vorbereiten und z.B. als Tourist unliebsame Überraschungen vermeiden können, weil man im Vorfeld überprüfen kann, ob das Umfeld auch wirklich urlaubswürdig sein wird.
Der Nutzung sind keine Grenzen gesetzt. Ich würde mir z.B. wünschen, dass ich in Google Earth 3D Büro- und Wohnungsleerstände angezeigt bekäme und gezielt mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen könnte. Das würde jedem, der etwas passendes sucht, viel Zeit sparen. Im Gegensatz zu 2D-Welten sind 3D-Welten viel realitätsnäher. Welche Anwendungsidee hättet Ihr?
Könnt Ihr Euch noch an Second Life erinnern? Bis zum Jahr 2007 gab es eine Hype um diese virtuelle Welt. Dann allerdings wandelte sich die Meinung in der Öffentlichkeit und es gab einen Abgesang nach dem anderen. Aus der Sicht vieler Experten und Trendforscher war es nur eine Frage der Zeit, bis Second Life von der Bildfläche verschwinden würde. Und auf einmal blieben neue Berichte über Second Life aus, weshalb die hohen Wachstumsraten bei den Anmeldezahlen ausblieben und Second Life konsolidierte.
Interessanterweise hatte das keine negative Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg der Betreiberfirma Linden Lab. Wie man der Umsatz- und Rentabilitätsübersicht entnehmen kann, die NextUpResearch auf Basis von Schätzungen erstellt hat, macht Linden Lab seit 2007 Gewinne und entwickelt sich zu einem profitablen Wachstumsunternehmen. Der Grund: Linden Lab hat ein funktionierendes Geschäftsmodell mit mehreren Einnahmequellen, die ständig wachsen. Es gibt zwar weniger Mitglieder als zu den Hochzeiten, aber die verblieben sind, geben kräftig Geld in Second Life aus.
Auf der Basis aktuell gehandelter Unternehmensanteile auf SharePost und unter Berücksichtigung o.g. Prognosen hat NextUp einen Unternehmenswert von bis zu 700 Mio. USD errechnet. In der Hochzeit wurde der Wert zwar auf bis zu 5 Mrd. USD geschätzt, aber dafür arbeitet Linden Lab jetzt rentabel und kann aus eigener Kraft weiter wachsen, ohne auf Kapitalspritzen Dritter angewiesen zu sein. Und das ist entscheidend und nicht, ob die Unternehmensbewertung derzeit etwas höher oder niedriger liegt. Totgesagte mit einem funktionerenden Geschäftsmodell leben eben länger
Im Rahmen von Trendanalysen gibt es einen wichtigen Grundsatz: Jeder Trend verursacht Gegentrends. Beispiel gefällig? Vor vielen Jahren gab es noch in fast jedem europäischen Land eine andere Währung, jetzt gibt es den EURO. Auf der anderen Seite gibt es ganz neue Nischenwährungen, wie z.B. das Regiogeld Chiemgauer oder der Linden Lab Dollar, mit dem man in Second Life bezahlen kann. Und jetzt lese ich von den Twollars.
Die Funktionsweise ist sehr einfach: Wenn Euch jemand bei Twitter geholfen hat, könnt Ihr Euch bedanken, indem Ihr mit Twollars bezahlt, the new twitter thank you money. Ihr schickt einfach eine Twitternachricht und verschenkt in dieser Nachricht eine bis fünf Twollars. Ihr müsst Euch dafür nicht vorher irgendwo registriern, sondern könnt gleich loslegen.
Und was macht nur der so Beschenkte? Er kann die Twollars sammeln und anschliessend für einen guten Zweck spenden. Sponsoren, die von Twollars rekrutiert werden, wandeln dann die Twollars 1 : 1 in harte US Dollars um und spenden das Geld an die favorisierte Hilfsorganisation. Die Twollars-Spender erwähnen als Dank den Sponsor in ihrem Twitter-Feet, nach dem Motto: Tue gutes und lass andere (Twitterer) darüber sprechen.
Noch ist das Ganze ein Denkmodell, da Twollars gerade erst gestartet ist, die Idee dahinter ist genial: Der, der etwas gutes getan hat, tut wiederum etwas Gutes, indem er seine Twollars für einen guten Zweck spendet. Für mich klingt das wie eine gute Mischung aus “Reply for all” und Kauf von Bildern auf Facebook als Dankeswährung.
Filed under: V - Termine — Burkhard Schneider @ 8:45 am
Heute findet in Frankfurt ab 19:00 Uhr wieder der WebMontag statt. Nachdem ich beim letzten Mal einen Kurzvortrag zum Thema “Crowdsourcing” gehalten habe, habe ich diesmal das Thema “Crowdfunding im Web 2.0″ gewählt. Ihr wisst ja bereits, dass ich mich seit Jahren mit dem Thema “Crowdfunding” intensiver beschäftige, da ich u.a viele Jahre meines Berufsleben im Finanzwesen verbracht habe. Und da ich beim Webmontag auftrete, konzentriere ich mich auf Crowdfunding-Beispiele im Web 2.0.
Folgende Kurzvorträge werden beim heutigen Webmontag neben meinem gehalten:
3D Internet, Second Life oder OpenSimulator? (Marcus A. Link)
Crowdfunding im Web 2.0: Wenn Kunden und Investoren zu Geldgebern werden (Burkhard Schneider)
Semantische “Social Desktops” durch Nepomuk (Andreas Demmer)
Your Niche, My Niche: Directory 2.0 (using the example of http://proaudioguide.com) (Harald Hohl)
Looking at WCAG 2.0 – Web Content Accessibility Guidelines (Dorothea Winterling)
Europäisches Accessibility Forum Frankfurt: Kurzinfo (Martin Kliehm, eafra.de)
Diva oder Dienstleister … Web-Design für Web 2.0 und User Generated Content (Angi Henn)
Wenn Ihr kurzfristig noch Zeit und Lust habt, freue ich mich, wenn Ihr vorbeischaut. Nicht nur die Mischung an Vortragsthemen ist beim Webmontag bunt, sondern auch die Leute, die dort sind. Gerade beim Gettogether danach entstehen immer ganz spannende Gespräche. Und vielleicht sind die Gespräce auch daran Schuld, dass ich in Zukunft etwas öfters über Web 2.0-Geschäftsideen berichten werde
Filed under: V - Termine — Burkhard Schneider @ 10:45 am
Für das Jahr 2009 habe ich mich dagegen entschieden, monatlich eine Terminvorschau zu veröffentlichen, weil es darauf aus meiner Sicht im Jahr 2008 zu wenig Resonanz gab. Dieses Jahr werde ich mich vielmehr spontan für ein Terminposting entscheiden, wenn ich genug “Stoff” gesammelt habe. Und genau das ist heute der Fall. Deshalb will ich hier gleich loslegen:
Filed under: Trends — Burkhard Schneider @ 9:45 am
Es gibt weltweit zahlreiche Trendforschungsinstitute, die den Blick in die Glaskugel wagen. Allerdings beruhen diese Voraussagen meist auf Basis der Befragung weniger. Das kann ein Grund sein, warum viele Vorhersagen nicht eintreffen. Weiterhin sind solche Zukunftsreports meist sehr teuer, so dass die Mehrheit von uns von solchen Ergebnisberichten ausgeschlossen werden. Geht das auch anders? Selbstverständlich.
Das Institut of the future aus Palo Alto hat jetzt das Onlinespiel “Superstract” gestartet. Es werden Menschen aus der ganzen Welt gesucht, die sich spielerisch in die Zukunft hineindenken und Lösungen für die Zukunftsprobleme “spielerisch” lösen. Themen sind Energie, Klima, Ernährung, Bürgerrechte, Migrationen etc.
Seitdem die Second Life-Blase geplatzt ist, ist es in den Blogs rund um virtuelle Welten relativ ruhig geworden. Auch viele vermeintliche SL-Pop Stars haben sich zurückgezogen oder vermelden nur noch sporadisch ein Lebenszeichen von sich. Dabei sind sich viele sicher, dass sich Virtual Worlds immer mehr durchsetzen werden, wenn auch nicht unbedingt Second Life. Dazu passt es, dass jetzt auch Mc Donalds den großen Wurf versucht. Angenehm ist, dass man mit einem Guest Account ohne langes Anmeldeprozedere diese neue virtuelle Welt austesten kann.
Derzeit lautet der Arbeitstitel des Projektes “Happy Meal Virtual World”. Im Rahmen eines Votings werden jetzt die Kids (Zielgruppe dieser Plattform) aufgerufen, über den endgültigen Namen abzustimmen. Derzeit führt eindeutig “Mc World” (50 %) vor “McD Island” (23 %) und “McD Zone” (10 %). Auf dem vierten Platz mit nur 9 % der Stimmen befindet sich mein Lieblingsvorschlag Scaddlmon (Die Buchstaben, aus denen Mc Donalds besteht, neu zusammengewürfelt). Man merkt schon allein an diesem Voting, wie sehr Mc Donalds seine kleinen Kunden von Beginn an an der Entwicklung dieser virtuellen Welt mit einbinden wollen.
Laut Angaben von McDonalds soll die Nutzung der VW grundsätzlich kostenfrei sein. Allerdings gibt es Nummerncodes auf den Happy Meal Tüten, die verschiedene exklusive Nutzungsmöglichkeiten zulassen. Damit ist klar, in welche Richtung der Hase läuft. Nicht das 555. Gewinnspiel soll als Incentive herhalten, sondern Goodies in der neuen virtuellen Welt von Mc Donalds. Aufgrund der weltweiten Verbreitung von Mc Donalds kann ne ganze Menge Power dahinter stecken. Mal schau´n, wie sich das Experiment weiterentwickelt. Schade, dass immer noch so wenige Unternehmen die Chance von Web 2.0 Welten (muss ja nicht immer im Comic-Stil sein) erkannt haben. Und die, die es erkannt haben, machen eher dick als schlau
Filed under: Idee - Web — Burkhard Schneider @ 6:45 pm
Was ist das Geheimnis vom Multimilliardär Warren Buffet? Er kauft unterbewertete Aktien und verkauft sie wieder, wenn sie fair oder überbewertet sind. Dieses Prinzip kann man aber nicht nur auf Aktien anwenden, sondern auch auf Webseiten, wie der US-Amerikaner Dave Hermansen eindrucksvoll beweist. Er hat zum Beispiel vor drei Jahrem die Webseite bird-cage.com für 1.800 Dollar gekauft und Ende letzten Jahres für schlappe 173.000 USD wieder verkauft. Damit hat er seinen Einsatz in weniger als drei Jahren knapp verhundertfacht. Viele StartUpler und Aktionäre können von solch einer Rendite nur träumen.
Was ist nun das Erfolgsgehemnis von Dave Hermansen? Er sucht sich Webseiten heraus, die ein Nischenthema fast konkurrenzlos besetzt haben und deren Key-Words in Suchmaschinen häufig gesucht werden. Dann pusht er die Webseiten in den Trefferlisten der Suchmaschinen hoch, hübscht sie auf und generiert gute Einnahmen z.B. via Google-AdSense oder Integration eines Online-Shops. Anschliessend verkauft er die Webseiten zu einem Vielfachen der Jahreseinnahmen und wendet sich dem nächsten Kaufobjekt zu.
Was ist der Reiz daran, keine Webseite selber zu errichten, sondern eine bestehende Webseite zu kaufen und zu pushen? Es geht meist schneller, denn der Content muss nicht mehr mühsam erstellt werden, sondern ist schon vorhanden. Deshalb kann man schneller Erfolge erzielen und nennenswerte Werbeeinnahmen oder Verkäufserlöse im integrierten Onlineshop generieren. Schaut Euch doch nur an, wie viele Menschen in kürzester Zeit steinreich geworden sind. Sie haben Firmen gekauft, aufgehübscht und dann im Rahmen eines M&A-Deals an den richtigen Käufer wieder verscherbelt. Wer dieses Geschäft beherrscht, wird in Zukunft auch in der Webwelt viel Geld verdienen können.
Seit zwei Wochen nutze ich (jetzt auch) den Microbloggingdienst Twitter. Seitdem beschäftige ich mich intensiver mit dem Thema und stolpere fast jeden Tag über interessante Nachrichten. Deshalb habe ich mich entschieden, einmal pro Woche Neues rund um Twitter zu posten. In Anlehnung zum Second Life Weekly nenne ich diese Zusammenfassung Twitter Weekly.
Wettbewerb: Twitter in 140 Videosekunden erklären
Immer mehr Menschen werden auf Twitter aufmerksam. Doch wie erklärt man dem Einsteiger Twitter in wenigen Sekunden? Oben gibt es ein gutes Beispiel dafür, das ich im buenalog gefunden habe. Ihr könnt das noch besser? Dann mach doch beim Wettbewerb “What ist Twitter” mit. In maximal 140 Sekunden dürft Ihr innerhalb eines Videos erklären, wie Twitter funktioniert. Teilnahmen könnt Ihr hier bis zum 23.6.
Twitter Local zeigt an, wer in Deiner Nähe twittert
Wenn Du wissen willst, wer in Deiner Nähe auch twittert, dann hilft Dir Twitter Local, RSS sei dank. Und wo wird jetzt am meisten in der Welt getwittert? Derzeit sind es Tokio vor San Francisco und New York. Die gesamten Top 40 seht Ihr hier. Eine Übersicht der Deutschen Top-Städte findet ihr hier.
Die Top 100 Twitter-MashupsThe Museum-of-Modern-Betas-Labs hat die 100 populärsten Twitter-Mashup-Webseiten aufgelistet. Bei Mashups werden mehrere Webapplicationen zu einen neuen Angebot gemixt. Einfach mal durchklicken und anschauen.
Twitter Polls – Umfragen in Twitter starten
Um aus dem Informationsdienst Twitter ein Kommunikationstool zu machen, kann man jetzt mit Twitter Poll schnell und einfach Umfragen starten. Nico Lumma erklärt im Twitterdings-Blog, wie das Tool funktioniert und worauf man dabei achten sollte.
Wann entdecken Einbrecher Twitter?
Es ist schon faszinierend, wie offenherzig viele Menschen über Twitter verraten, wo sie gerade sind, was sie gerade tun oder was sie gerade planen. Jeder Einbrecher träumt doch nur von solchen Informationen. Mal schau´n, welche Berufsgruppen Twitter nutzen und welche bösen Überraschungen es noch für den einen oder anderen gibt.
Wie nutze ich Twitter?
Am 27.4.2008 habe ich auch ein Twitter-Account unter http://twitter.com/bestpractice eröffnet. Hier veröffentliche ich hauptsächlich Linktipps, die ich im Rahmen meiner Recherche gefunden habe, aber nicht in einen Blogartikel münden. Somit dient mein Twitter-Account als ideale Ergänzung zum Blog. Zudem teile ich mit, welche Bücher ich gerade lese und wenn ich mich außerhalb Frankfurts aufhalte. Weiterhin gebe ich Veranstaltungstipps. Somit ermöglicht mein Twitter-Account ein Blick hinter den Kulissen. Zudem promote ich ausgewählte Postings in meinem Blog. Ich freue mich über viele Followers und bin gespannt, wie sich mein Twitter-Experiment entwickelt.