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Kann ein Getränk die Welt wirklich verbessern?

Es gibt da einen Biobrause-Hersteller aus der Provinz, die wirbt seit einiger Zeit damit, dass er das „offizielle Getränk für eine bessere Welt“ anbietet. Ist diese Aussage nicht aber irreführend? Denn eine bessere Welt hat auch immer etwas mit der Umwelt zu tun. Und diese Biobrause wird leider weiterhin mit dem stinkenden LKW in unsere Region gekarrt. Und um ein Liter dieser Biobrause herzustellen braucht man viele Liter Wasser. Und zudem wird dem Getränk Raffinadezucker zugeführt. Ist das wirklich so gut für die Ernährung? Und was bleibt jetzt noch übrig von der vorsprochenen besseren Welt? Nicht viel. Werbung ist halt doch Werbung ist halt doch Werbung ist halt doch…………………

Ich habe mich gefragt, ob es wirklich ein Getränk für eine bessere Welt gibt. Im Rahmen meiner Recherche bin ich auf die Firma Soda-Club aufmerksam geworden. Sie ist der Hersteller von Trinkwassersprudlern, mit denen sich Leitungswasser mit Kohlensäure versetzen lässt. Zudem bietet Soda-Club auch mehr als 25 Sirupsorten an, damit das Wasser auch Geschmack bekommt. Um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, gibt es jetzt auch 100 % natürliche Sirups, alson konkret ohne Konservierungsstoffe, ohne Süßstoffe, ohne Zuckerzusatz und ohne künstliche Aromastoffe. Das klingt schon einmal ganz gut, wobei ich mir ehrlich gesagt einen Sprudler wünschen würde, der automatisch auch die Schadstoffe aus unserem Leitungswasser herausfiltert.

Aber es geht ja nicht nur um Geschmack, sondern auch um eine bessere Welt. In einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2007 rechnet Soda-Club Deutschland vor, wie stark die Umwelt geschont wird, wenn der Deutsche sein Wasser nicht mehr aus Flaschen trinken würde. Demnach wären nur noch 9.000 statt 500.000 LKW nötig, wenn alle Soda-Club-Wasser aus der Leitung statt Mineralwasser aus der Flasche trinken würden. Das klingt doch schon einmal gut. Und auch die Schweizer Vertreter von Soda-Club habe eine interessante Energiebilanz erstellt, siehe hier. Aber leider kämpft auch diese Firma mit harten Bandagen. Dazu muss man wissen, dass Soda-Club das meiste Geld mit der Nachbefüllung der Kohlensäurezylinder verdient. Und um hier unliebsame Konkurrenz fern zu halten, hatte Soda-Club die Wiederbefüllung der Zylinder nur lizensierten Befüllern gestattet. Der Bundesgerichtshof bestätigte aber in letzter Instanz die Vorwürfe des Kartellamtes, dass Soda-Club mit dieser Praxis seine marktherrschende Stellung ausnutzen würde und untersagt dieses Vorgehen der exklusiven Befüllung. Mehr Infos gibt es hier.

Irgendwie hat jedes Unternehmen seinen Vorteil als erstes im Auge und weniger die Interessen von anderen. Im Rahmen der Gewinnoptimierung wird eben (fast) alles unternommen, was diesem Ziel ein Stück näher kommt. Beieindruckend finde ich schon die Story von dem Engländer Peter Wiseburgh, der Soda-Club 1991 in Israel gegründet hat. Seitdem hat er nicht nur viele Millionen Kunden für sein System gewinnen können, sondern auch viele Millionen USD scheffeln können. Aber leider entspricht das Geschäftsgebahren nicht allen meinen Ansprüchen an eine bessere Welt. Deshalb bin ich zwar meiner Suche nach dem Getränk, das die Welt verbessern kann, einen Schritt näher gekommen, aber noch nicht am Ziel angelangt. Deshalb übergebe ich jetzt den Suchauftrag an Euch. Kennt Ihr ein Erfrischungsgetränk, dass die Welt wirklich verbessern kann?

8 Responses to Kann ein Getränk die Welt wirklich verbessern?

  1. Lieber Burkhard, ich kann Dir leider keinen Namen nennen, aber ich weiß von einem Mineralwasser, das in den USA von einer NPO vertrieben wird und von dessen Verkaufserlös fast alles in Naturschutzprojekte läuft. Landaufkäufe, etc. Die sollen angeblich sehr erfolgreich sein, weil es dem Konsumenten eher egal ist (bis auf geschmacklich) welches Mineralwasser er trinkt – der Sinn-stiftende Gedanke aber ankommt. Gerade in den USA. Und dort muss man ja fast Mineralwasser kaufen, denn das Grundwasser ist fast überall „im Arsch“ und ungenießbar…

    Das – wenn es da noch so gibt – verbessert sicher ein wenig die Welt. Ob es eines gibt, das die Welt umfassend verbessert bezweifle ich. Aber die eierlegende-Woll-milch-Sau gibt es ja selten… 😉

    LG aus Wien, Hannes

    PS: meinst du Bionade, mit dem „Biobrause-Hersteller aus der Provinz“ ?

  2. Jetzt wird Bionade aber wirklich ungerechtfertigt schlecht gemacht. Kaum hat jemand – noch dazu endlich mal ein sympathisches, deutsches Unternehmen – Erfolg, kommen die Neider und Nörgler.

    Sollen die Bionadeflaschen etwa zu Fuß transportiert werden? Auch die Bioprodukte aus unserem Bioladen kommen per LKW – oder womöglich per Luftfracht aus Übersee. Und die Ökobilanz von Plastikflaschen ist oft besser als die von Glasflaschen (Transportgewicht, Leergutfahrten, etc.). Und doch wird Bionade für die Plastikflaschen kritisiert – nur weil’s vermeintlich nicht Bio ist.

    Bezüglich Soda-Club: Kein deutsches Unternehmen, Transport der CO2-Zylinder wird wahrscheinlich verschwiegen, etc. Also mal die Kuh im Dorf lassen. Das Erfrischungsgetränk, das die Welt wirklich verbessert gibt es nicht.

  3. Naja, Du stellst die Hürde etwas hoch mit „stinkenden LKW in unsere Region gekarrt“. Das ist zwar eine BIO-Argument der reinen Lehre, aber das bedeutet im Umkehrschluß, dass im Grunde nur Produkte aus der Region wirklich BIO sein können.

    Das Welt das die Welt besser machen kann? Keins. Die Welt wird nicht durch Trinken besser sondern durch Tagen.
    Wenn das zu pathetisch ist, dann eben: Wasser!

  4. @ Hannes
    ja, ich meine B….. Danke für den Tipp aus den USA. Ich habe so etwas auch ganz dumpf in meinem Gedächtnis. Ich werde auch mal recherchieren.

    @ Jan
    ich beziehe mich auf die Werbung, nicht auf das Produkt von B….Und da stellt man schnell fest, dass wir wirkliche Revolutionen brauchen, um die Welt zu verbessern. B…. ist keine Revolution, sondern „nur“ ein gutes Produkt.

    Soda-Club beschäftigt mehr als 150 Menschen in Deutschland. Mir ist es egal, ob das Unternehmen aus dem Ausland kommt oder nicht. Hauptsache Wertschöpfung ( = Steuern) und Arbeitsplätze werden hier geschaffen.

    @ Andre
    Ich denke schon, dass wir durch unseren Konsum die Welt verbessern können. Ansonsten kommen doch alle LOHAS in eine Sinnkrise 🙂 Wie ich schon zu Jan gesagt habe, brauchen wir Revolutionen. Deshalb gefällt mir den Ansatz von Soda-Club, wenn auch nicht in allen Punkten die Umsetzung.

  5. AP sagt:

    Leitungswasser einfach so! Das ist in fast allen Gemeinden in Deutschland viel besser als sein Ruf!
    Und sonst: Wir benutzen Sodaclub seit vielen Jahren und allein die ersparten Einkaufsfahrten mit dem Auto um Wasserkästen ranzukarren für eine große Familie machen das zum sinnvollsten Getränk von allen. Dazu kommt noch, dass unser Sprudelgerät inzwischen auch über 10 Jahre alt ist und abgesehen von einem neuen Dichtungsring und gelegentlicher Reinigung wartungs- und müllfrei funktioniert. Und die Flaschen sind die einzigen auch nach Jahren noch dichten Picknickflaschen, die ich kenne.
    (Disclosure: ich arbeite nicht für Soda-Club, wäre auch bereit, ein Gerät vom Wettbewerber zu kaufen und ärgere mich schon lange über die Wucherpreise für die Nachfüllzylinder – trotzdem: Mineralwasserkästen sind out!) Wenn überhaupt Kästen, dann guter Saft und der lässt sich wunderbar mit Sprudelwasser zu Apfelschorle und allem anderen mixen.

  6. Sauberes Trinkwasser wäre wohl das Getränk, welches die Welt am meisten verbessern könnte.

  7. […] haben hier im Blog auch schon öfters über Innovationen made in Israel berichtet, wie z.B. hier, hier, hier, hier, hier und […]

  8. […] Soda Club hat das Leitungswasser salonfähig gemacht Konzeptkreative Gründung mit Alpenwasser Ice Rocks – Eiswürfel aus der Tüte Rapp – Eine Brauerei ist als Getränkevollsortimenter und -lieferant erfolgreich « Top 10 PR-Ideen aus dem Buch “Macht Schlagzeilen”   […]

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