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Nicht nur die Weisheit der Massen kann intelligent genutzt werden

Es gibt mittlerweile viele Geschäftsmodelle, die die Weisheit der Massen anzapfen wollen. Menschen geben aber nicht nur bereitwillig ihr Wissen ab, sondern auch menschliche Wärme. Das kennt jeder, der schon einmal mehrere Stunden in einer Konferenz gesessen ist und festgestellt hat, dass es immer wärmer wird, weil die Klimaanlage es nicht mehr schafft, gegen die menschliche Hitze anzukämpfen. Clevere Ingenieure wissen, dass man dagegen gar nicht ankämpfen muss, sondern diese Wärme sinnvoll nutzen kann. In Stockholm gibt es z.B. das Bürogebäude Kungsbrohuset, dass die menschliche Wärme nutzt, um das Bürokomplex zu beheizen. Im Gastronomie-Report wird das näher beschrieben:

„Das mehrstöckige, 27.000 Quadratmeter große Bürogebäude befindet sich unmittelbar am Stockholmer Hauptbahnhof und wird u.a. mit der Körperwärme der 250.000 Zugpendler geheizt, die täglich durch den angrenzenden Bahnhof eilen. „Je nach Aktivität erzeugt jeder Mensch zwischen 50 und 100 Watt Energie. Das ist ein Potenzial, das auch in großem Maßstab ausgenutzt werden kann“, heißt es bei Jernhusen, dem Betreiber. Die aufgewärmte Luft der Bahnhofshallen wird durch Ventilatoren zu großen unterirdischen Wassertanks geleitet und wärmt diese. Das aufgewärmte Wasser fließt dann ins Heizsystem des 100 Meter entfernten Bürogebäudes. Durch die „humane Heizung“ kann nach Angaben von Jernhusen etwa ein Fünftel der jährlichen Heizkosten eingespart werden.“

Dieses Konzept funktioniert überall, wo sich große Menschenmassen befinden, also in Sportstadien, Bürokomplexen, Einkaufszentren und Co. Neu bei dieser Lösung ist, dass die Wärme eines angrenzenden Gebäudes (Hauptbahnhof) genutzt wird. Und das ist noch nicht alles: „Zur weiteren Reduzierung des Energieverbrauchs ist das Bürogebäude mit einer Doppelfassade versehen, die Sonnenlicht aufnimmt und isoliert. Um eine Überhitzung zu vermeiden wird die Raumklimatisierung mit dem Wetterbericht abgestimmt und das Kühlungssystem nutzt Wasser aus einem nahen See. Für die Mieter in dem Gebäude gibt es darüber hinaus Ladestationen für Elektroautos sowie eine überwachte Fahrradgarage mit Umkleideräumen und Duschen.“

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