In Innovation

Wenn Brückenbauer bei der Entwicklung neuer Sportschuhe helfen

Im April durfte ich einem Vortrag mit anschließender Diskussion zwischen Herrn Dr. Debus, Leiter der ersten europäischen Niederlassung von Innocentive in München und zahlreichen innovativen Unternehmern hier in Frankfurt beiwohnen. Dr. Debus hat an zahlreichen Beispielen aufgezeigt, wie häufig die Lösung für ein bei ihnen eingestelltes Problem von branchenfremden Entwicklern und Experten präsentiert werden. Damit wollte er u.a. verdeutlichen, wie wichtig es ist, Querdenker in die Lösungsprozesse einzubinden. Deshalb lehnt es Innocentive u.a. ab, nur einigen ausgewählten Experten Problemstellungen zu präsentieren. Denn zu häufig beißen sich die internen Fachleute aufgrund einer nicht zu verhindernden Betriebsblindheit an bestimmten Problemen fest und finden auch keinen Weg aus der tiefen, dunklen Entwicklersackgasse.

Jetzt bin ich in den Notizen von Förster und Kreuz wieder auf ein schöne Lösungsidee gestoßen, die nicht möglich geworden wäre, wenn der Entwickler sich nicht von branchenfremden Experten hätte inspirieren lassen. Konkret handelt es sich um die Flywire Technologie, die beim Nike Hyperdunk Schuh angewendet wurde: „Der Nike-Flywire-Schuh hat einen papierdünnen, schmutzabweisenden Oberschuh, der alleine von Fasern getragen wird, die den Fuß umschließen wie Sehnen und die angeordnet sind wie die Tragekabel einer Hängebrücke. Da die Festigkeit nicht von einer mehrlagigen Oberfläche kommt, sondern von „Kabeln“, ist der Schuh auch enorm flexibel, was wiederum extrem angenehm und kraftsparend beim Laufen ist. Der Schuh wiegt bei großer Stabilität nur 92 Gramm – so viel wie eine Tafel Ritter-Sport, in die Sie einmal reingebissen haben.“

Die Innovationsforscher Oliver Gassmann und Ellen Enkel von der Uni St. Gallen und der Zeppelin-Uni Friedrichshafen sprechen in diesem Zusammenhang von „Cross Industry Innovation“ und schätzen, dass maximal 10 Prozent der innovativen Unternehmen in Deutschland diesen Ansatz wählen, um Problemlösungen zu erzielen. Aus meiner Sicht wäre das schon eine ganze Menge. In Zukunft wird der Prozentsatz aus meiner Sicht deutlich steigern, denn Plattformen wie Innocentive bieten einen relativ kostengünstigen Zugang zu einer breiten Zahl an Querdenkern und begleiten zudem den gesamten Lösungsprozess, von der Ausschreibung bis zur Bewertung und Ansprache der Experten. In einem separaten Posting werde ich auf die die aktuelle Arbeit von Innocentive näher eingehen.

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