In Innovation

Innovationsmanagement im Mittelstand ist kein Hexenwerk



Bildquellenangabe: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Letzte Woche durfte ich anlässlich der Jahrestagung 2011 des RKW Hessen e. V. dem Vortrag „Mit Innovationsmanagement
die Zukunft gestalten“ von Prof. Dr. Bernd Kriegesmann vom Institut für angewandte Innovationsforschung (IAI) e.V. lauschen. Obwohl ich während des Vortrages keine Notizen gemacht habe, habe ich mich danach an viele wichtige Aussagen des Vortrages erinnern können. Das ist für mich der beste Beweis, dass der Vortrag „einfach nur gut“ war.

Zu Beginn hat sich Prof. Kriegesmann kritisch darüber geäußert, dass viele Mittelständler sog. Trend- und Zukunftsstudien kaufen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein. Aus seiner Sicht ist dieses Vorgehen nicht besonders erfolgsversprechend. Denn so rennen alle denselben Prophezeiungen hinterher und sind häufig zu früh oder zu spät dran. Aus seiner Sicht sollten die Mittelständler mehr Zeit damit verbringen, die Zukunft selber zu gestalten, als ihr hinterher zu rennen. Das beginnt mit einer einmaligen Positionierung und einem nachhaltigen Innovationsmanagement.

In seinem Vortrag hat er drei Wege aufgezeigt, wie man Innovationen im eigenen Haus entwickeln kann:

  1. Bestehende Angebote weiterentwickeln bzw. verbessern
    Dazu ist es wichtig, dass vor allem auch die F&E-Mitarbeiter intensiven Kontakt zu den Kunden und Vertriebspartnern haben. Und es reicht auch nicht, sie ins Haus zu Gruppensessions einzuladen. Vielmehr müssen die F&E-Mitarbeiter selber „an die Front“. Als Beispiel wurde eine Firma angeführt die Dachfolien herstellt. Erst als die Entwickler mit den Dachdeckern auf dem Dach herumgekrabbelt sind, haben sie viele neue Produkte und Verbesserungen für die Arbeit vor Ort entwickeln können.

  2. Kundenprobleme von morgen lösen
    Viele mittelständische Unternehmen beschränken sich darauf, die bestehenden Produkte und Angebote zu verbessern. Ab und zu muss man aber auch überlegen, wie man neue Märkte erobern kann. Dabei sollte man sich die Probleme seiner Kunden anschauen, die noch nicht gelöst sind. Ein gutes Beispiel dafür die Automobilbauer. Sie haben festgestellt, dass viele Kunden kein neues Auto gekauft haben, weil sie keine Finanzierung von der Bank erhalen haben. So sind die Autobauer selbst ins Bankgeschäft eingestiegen.

  3. Probleme von Neukunden von morgen lösen
    Nicht immer muss man ganz neue Produkte und Angebote entwickeln, um neue Märkte zu erschließen. Das hat eine Hersteller von Druckwalzen für Druckmaschinen z.B. für sich erkannt. Als den Mitarbeitern bewusst wurde, dass es in Zukunft immer weniger Druckmaschinen hergestellt werden, haben sie sich überlegt, für welche Märkte ihre Technologie noch eingesetzt werden könnte. Heute stellt die Firma erfolgreich Handläufe aus Gummi für Rolltreppen her.

Prof. Dr. Bernd Kriegesmann hat alle Teilnehmer dazu aufgerufen, in allen drei o.g. Segmenten regelmäßig neue Innovationen hervorzubringen. Dabei helfe allerdings nicht das Gießkannenprinzip. Man sollte seine Ressourcen nach einer qualifizierten Vorauswahl eher auf wenige Innovationsprojekte konzentrieren. So würden die Erfolgschancen deutlich steigen. Weniger ist eben auch im Innovationsmanagement mehr.

Zudem sollten sich mittelständische Unternehmen nicht nur im Gebiet der technischen Innovationen „tummeln“. Auch eine neue Serviceidee ist eine Innovation, oder ein neues Finanzierungsangebot, oder eine neue Idee zur Verbesserung der Organisations- oder Produktionsprozesse. Der Vorteil an nicht technischen Innovation liegt an der meist schnellen Umsetzungsmöglichkeit und den geringen Investitons- und Anfangskosten.

13 Responses to Innovationsmanagement im Mittelstand ist kein Hexenwerk

  1. Dorian sagt:

    Netter Blog, sehr informativ und schoen gemacht.

  2. […] Innovationsmanagement im Mittelstand ist kein Hexenwerk […]

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