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Wenn die richtige Musik das Bruttosozialprodukt steigert

Vor vielen Jahren habe ich hier im Blog von einem interessanten Experiment berichtet. Im Jahr 1993 ließen Charles Areni von der australischen James Cook University in Queensland und David Kim von der Texas Tech University in Lubbock in verschiedenen Weinhandlungen abwechselnd Popmusik und Klassik erklingen und verglichen anschließend die Verkaufszahlen. Durch die Musik von Mozart wurde der Umsatz um das Zweieinhalbfache im Vergleich zur Pomusik gesteigert. Nicht der Absatz wurde gesteigert, sondern der Verkaufspreis pro Flasche war höher. Die Erklärung dafür war simpel: Wenn wir klassische Musik hören, assoziieren wir damit feine Kultur, vornehmen Geschmack und Prestige. Und schwups greifen wir zur höherpreisigen Flasche.

Andere Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man durch die entsprechende Wahl der Hintergrundmusik im Supermarkt den Abverkauf bestimmter Produkte erhöhen kann. Wenn z.B. französische Folklore-Musik gespielt wird, dann wird der Absatz französischer Wein erhöht u.s.w. Da stellt sich unweigerlich die Frage, ob man die Erkenntnis nicht auch in anderen Branchen und für andere Zwecke nutzen kann. So ist z.B. schon länger bekannt, dass Kühe mehr Milch geben, wenn ihr Stall mit Musik beschallt wird. Stellt sich nur die Frage, welche Art von Musik dafür verantwortlich ist, dass die Kühe am meisten Milch produzieren. Das soll jetzt im Rahmen des Wettbewerbes „Music make more Milk“ herausgefunden werden.

Bis zum 1. November 2012 können jetzt Hobby- oder Profikomponisten ihre Musikstücke einreichen. Eine „Songmaschine“ hilft einem dabei, seinen eigenen Song in wenigen Minuten zu erstellen. Anschliessend können bis zum 16. November alle die 15 Songs wählen, die zwischen dem 19. und 23. November 2012 den Kühen vorgespielt werden. Entscheidend ist, bei welchem Song die Kühe am meisten Milch geben. Am 26. November werden dann die Gewinner bekanntgegeben. Der Hauptgewinner darf mit vier Personen zur Grammy Award Verleihung fliegen. Aber die eigentlichen Sieger sollen die Bauern sein, die in Zukunft mehr Milch melken können sollen. Auf die Idee kam die Werbeagentur DDB. Gefunden bei PSFK.

Da soll noch einer behaupten, Musik wäre kein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ich bin gespannt, wann Musik-Hitlisten für Einzelhändler erstellt werden, damit diese insgesamt oder bestimmte Produkte besser abverkaufen können. In Zukunft wird es dann wohl nicht mehr reichen, dass die Lieferanten die Produkte in die Supermärkte liefern, sondern sie müssen auch die passende Musik-CD mitliefern, damit ihr Produkt möglichst gut abverkauft wird. Und sicherlich werden Onlineshops dann auch in nichts nachstehen und ebenfalls ausprobieren, welche Musik den Abverkauf welcher Produkte am besten steigern kann. Ich könnte mir vorstellen, dass sich clevere Komponisten darauf spezialisieren werden, sog. „Abverkaufsmusik“ zu komponieren. Das könnte ein einträgliches Geschäft werden.

2 Responses to Wenn die richtige Musik das Bruttosozialprodukt steigert

  1. Sideman sagt:

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  2. Benny sagt:

    Sehr interessanter Beitrag. Könntest du zu:

    „Andere Wissenschaftler haben herausgefunden, dass man durch die entsprechende Wahl der Hintergrundmusik im Supermarkt den Abverkauf bestimmter Produkte erhöhen kann.“,

    ein paar Quellen nennen? Ich beschäftige mich gerade im Rahmen einer Recherche mit dem Thema.

    Gruß
    Benny

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