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Die Eysee-Schaufensterpuppe agiert als Marktforscher

Vor kurzem habe ich hier im Blog das Neoface-System vorgestellt. Mit Hilfe der Überwachungskameras und der NEC-Gesichtserkennungssoftware kann ein Kaufhaus z.B. ermitteln, welche Kunden in welchem Alter und mit welchem Geschlecht die Kaufhäuser betreten, in welchen Abteilungen sie sich wie lange aufhalten und wann sie das Geschäft wieder verlassen. Jetzt bin ich auf ein ähnliches System aufmerksam geworden, dass die italienische Firma Almax entwickelt hat. Dafür werden Schaufensterpuppen verwendet, in denen Kameras eingebaut sind und damit die Besucher erfasst werden können.

Der Sinn dieser gut versteckten Überwachungskameras liegt darin, dass die Kaufhaus- und Shopbetreiber automatisch erfassen können, welche Kunden in welchem Alter, mit welchem Geschlecht und Rasse sich wie lange in welchen Abteilungen aufhalten. Im Gegensatz zum Neoface-System werden diese Daten aber nicht zentral erfasst, sondern werden direkt via Computer in der Schaufensterpuppe verarbeitet und gespeichert. Dabei werden nach Angaben des Herstellers keine Bilder von den Gesichtern, sondern nur die o.g. demografischen Daten in aggregierter Form gespeichert.

Wirklich billig sind diese „Big Brother“-Schaufensterpuppen allerdings nicht. Pro Stück müssen derzeit noch 4.000 EUR bezahlt werden, wobei die Kosten bei einer Massenproduktion sicherlich deutlich gesenkt werden könnten. Momentan testen fünf Luxusgeschäfte in USA und Europa diese Technologie, um zu überprüfen, ob der Nutzen höher ist der Kostenaufwand. Man könnte sich auch vorstellen, dass die Schaufensterpuppen nachts ins Schaufenster gestellt werden, um Daten über die Schaufenster-Bummler zu erfassen. Spätestens in diesem Fall werden Datenschützer sehr genau hinschauen, ob alles rechtens ist.

Gefunden bei Gizmodo via Bloomberg

10 Responses to Die Eysee-Schaufensterpuppe agiert als Marktforscher

  1. Schaaf sagt:

    Ich glaube ja nicht, dass dieses System so in Deutschland auftauchen wird.
    Es sträubt sich ja so schon alles gegen Kameras in der Öffentlichkeit und auch wenn Kaufhäuser privat sind, finde ich das Verstecken in Schaufensterpuppen schon etwas dreist.

    Grüsse
    Schaaf

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