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NougatAid – eine klassische Erfinder-Story

Fast jede gute Erfindung fängt mit einem Problem an, das man lösen will. So erging es auch Matthias Düpjan und Britta Vogelpohl, die sich an einem Sonntagmorgen wieder einmal damit schwer taten, die Schutzfolie vom Nutella-Glas zu entfernen. Den Weg hin zum fertigen Produkt erläutern sie im Erfinderladen-Interview wie folgt: „Noch am Frühstückstisch haben wir uns überlegt, wie ein Produkt aussehen müsste. Aus unseren Ideen wurden Skizzen und daraus anfassbare Prototypen. Nachdem wir mit dem Design und der Funktion zufrieden waren, haben wir den Kontakt zu Patentanwälten, lokalen Werkzeugbauern, Zulieferern und Agenturen zwecks Umsetzung gesucht. Nach fast einem Jahr, vielen Herausforderungen und zahlreichen Nutellagläsern, auch aus unterschiedlichen Ländern, waren wir endlich am Ziel.“

Während der Produktentwicklungsphase gab es viele Hürden zu überspringen, u.a. die Tatsache, dass es die Nutellagläser in unterschiedlichen Größen gibt. Jetzt endlich kann der Nougat-Aid-Öffner für knapp 10 EUR gekauft werden. Allerdings wird damit die Arbeit der Erfinder nicht weniger. Denn jetzt muss Werbung gemacht werden, Großkunden gefunden werden und Vertriebskanäle aufgebaut werden. Und das scheint gar nicht so einfach zu sein, wie die weniger als 100 Fans auf der Produkt-Facebookseite zeigen. Nun beginnt die mühsame Arbeit, Händler davon zu überzeugen, das Produkt in ihr Sortiment aufzunehmen. Und ein Auftritt auf der nächsten Ambiente-Konsumgütermesse ist geplant, um die Arbeit zu beschleunigen.

Klingt alles nach dem klassischen Leben eines Erfinders. Da ist es gut, wenn es Partner wie den Erfinderladen Berlin gibt, der das Produkt am 14.10.2013 zur Erfindung der Woche gekürt und ins Produktsortiment aufgenommen hat. Immerhin hat der Erfinderladen ein gut frequentiertes Geschäft und Webseite sowie eine Facebookseite mit mehr als 5.000 Fans. Im Jahr 2009 habe ich ausführlich über das Konzept des Erfinderladens geschrieben und wie wichtig solch ein Angebot für die meisten Erfinder ist, die sich gerade in der Markteinführungsphase sehr schwer tun. In nächster Zeit werde ich mal wieder ein Update über die Aktivitäten des Erfinderladens veröffentlichen, um diese Arbeit zu würdigen und meine Leser auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

Kommen wir zurück zu NougatAid. Wenn Ihr gute Ideen habt, wie der Verkauf dieses Produktes ohne große Marketingkosten schnell, wirksam und nachhaltig angekurbelt werden könnte, dann freuen wir uns auf Eure Hinweise im Kommentarfeld. Natürlich will ich den Anfang machen: Ich hätte die Idee, dass Matthias Düpjan und Britta Vogelpoh auf ihrer Produktwebseite einen Onlineshop eröffnen würden, in dem man auch Nutella im 5er oder 10er Pack kaufen könnte. Und als Zugabe gibt es jeweils einen Nougat-Aid-Öffner geschenkt bzw. zu einem nur sehr kleinen Aufpreis dazu. Da man als Händler ja eine ganz nette Verkaufsmarge hat, könnte man u.a. damit diese Aktion quersubventionieren. Denn momentan erscheint mir der Verkaufspreis von knapp 10 EUR für den Nougat-Aid sehr hoch.

Bleibt noch eine Frage. Wird das Leben für Erfinder in naher Zukunft leichter werden? Ja, eigentlich schon jetzt. Denn mit Hilfe von Crowdfundingplattformen wie Kickstarter könnte man nach der Patentanmeldung sofort damit beginnen, einen Markttest zu unternehmen und im besten Fall die nötige Finanzierung für die Produktion in Serie zu erhalten. Auch kann man die Crowds frühzeitig nach Ideen für die Vermarktung etc. fragen, um die Weisheit der Vielen zu nutzen. Und wenn einem dieser Web zu mühsam ist, kann auf Plattformen wie Quirky oder Tchibo-Ideas einreichen. Übrigens hat sich bei tchibo-ideas fünf Jahre nach Start einiges geändert, wie hier erläutert wird.

7 Responses to NougatAid – eine klassische Erfinder-Story

  1. Simone sagt:

    Tolle Idee,

    über den Verschluss der Nutellagläser ärgere ich mich bei jedem neunen Glas. Aber ob mir das 10 € wert sind werde ich mir noch überlegen müssen.
    Einfacher wäre natürlich, wenn einfach eine Lasche zum öffnen angebracht wird.

    Viele Grüße

    Simone

  2. Hallo Simone,

    wieviel Geld würdest Du denn für den Nougat-Aid bezahlen?

    Spannend wäre natürlich, was Ferrero zu der Erfindung sagt. Risiko für die Erfinder ist natürlich, dass Ferrero eine Crowdsourcing-Kampagne startet und selbst nach neuen Ideen sucht, um das Öffnen des Glases zu vereinfachen.

    Gruss

    Burkhard

  3. Gast sagt:

    Vielleicht auf indigo oder kickstarter reinstellen und schauen wie es ankommt. möglicherweise wird dadurch auch nutella auf das ding aufmerksam und es ergibt sich eine kooperation. die könnten evtl. auch nutella direkt anschreiben und eine aktion starten wie z.b für 5 codes gibts nougatAid für paar €

  4. Tom sagt:

    Ich gebe 10 Euro, wenn die „Nutellas Deckelmacher“ das Ding nicht direkt als „neuen“ Deckel an die Ferristis verkaufen.

    Den neuen Werbespot mit Nutella sehe ich schon.- nix mehr mit Fußballer trifft besser….nix mehr Plupp für Spinal….

    KNACK und HMMMM….NUUUUUUTella…Cool wäre es, wenn es bei jeder Öffnung knacken würde…bei Wuule Bier muss es ja auch „ploppen“.

    Jedenfalls find ich den Nougat Ad ein witzige Idee,- braucht eigentlich keiner, aber kann saumäßg viel Spaß machen.

    Als Einzelprodukt für 10 Euronen „nur“ als einmaliger „Opener“ isch s a bissle wenig?

    Dem Ding würde eine Story, die für „Spaß“ stehen kann, gut stehen.

    Kann man die Dinger sammeln,- eventuell in Farben mit Motiv,- wer eine Collection hat kann…was auch immer….dann plus Tauschportal via Internet?

  5. ??? sagt:

    „Fast jede gute Erfindung fängt mit einem Problem an, das man lösen will.“ … so beginnt der Artikel.

    Und was war jetzt nochmal das „PROBLEM“, das das vorgestellte Produkt löst?? Folie lässt sich mit jedem beliebigen Messer o. sogar Teelöffel entfernen.
    Die wichtigste Frage hat daher Simone oben gestellt: „Aber ob mir das 10 € wert sind …?“

  6. Hallo ???,

    das Problem ist, die Folie zu entfernen. Lösungen gibt es schon einige, wie dein zitiertes Messer. Der NougatAid ist eine andere Lösungsart.

    Die wesentliche Frage hast Du anschliessend gesellt. Ist es jemanden 10 EUR Wert, mit dem NougatAid die Folie abzulösen. Und will man sich wirklich noch ein weiteres Haushaltsgerät in seine Schubladen stopfen?

    Gruss

    Burkhard

  7. Tom sagt:

    Ob das 10 Euro Wert ist oder nicht ist nicht die eigentliche Frage.

    Die eigentliche Frage ist,- hat die „Idee“ eine Chance in den Markt zu kommen? Klassisch über die Distributionskanäle des Handels? Stichwort „Listung“.

    Vor der Listung kommt das testen. Ob das „Ding“ überhaupt in die Testphase kommt – dafür haben alle Handelskonzerne ihre Testmärkte – und davor noch die Kommisionen, da laufen etliche Einkäufer um einen Tisch, heben oder senken den Daumen…usw.

    Den Preis bestimmen dann nicht die Erfinder, wenn die viel Glück haben – wird denen einen Preis genannt! Laufzeit minimum 2 Jahre – mit sehr vielen Präsentationen.

    Der Glaube, der Preis wird die Markteinführung bestimmen, ist dem üblichen Tanz um das Produkt geschuldet. Der Preis ist da erstmal völlig wurscht.

    Klingeltöne haben auch nicht wirklich ein „Problem gelöst“ – dennoch wurden erklegliche Umsätze erzielt. [ Emmotion, Spaß, Individualisierung ]

    In dem „Ding“ steckt“ ein Gutteil Emmotion und mehr drin und da sollte der Ansatz für die Vermarktung liegen.

    Hätte ich so ein Ding [ nein ich esse keine Nutella mehr, meine Kinder sind nicht mehr im Haushalt, aber ich kann mich sehr gut an Aktionen von Kellogs oder Überraschungsei erinnern – die es einem echt nahzu unmöglich machten – nicht zu kaufen 🙂

    Die Verbindung von dem „Ding“ zum NutellaGlas ..und wohl nur zu diesem…. nur über das „Aufmachen“ reicht nicht für eine nachaltige Markteinführung über den üblichen Handelskanal [Non Food]

    Würd ich jedoch beim Kauf eines Nutella Glases z.B. auf dem Glas eine Nummer finden, die in Ergänzung zu der Nummer auf meinem „Ding“ passt und ich damit eben die Baggerfahrt in der Eifel gewinnen oder Europapark oder….gewinnen kann, ist das „Ding“ auch so eine Art Schlüssel.

    Also kauf eines Nutella Glases und das „Ding“ als Giveawy….Kundenbindung, Verkaufsförderung, Adressen, Community,….dann reden die Erfinder nicht mehr mit dem Einkauf des Handels, sondern mit deren Marketingleuten und da sind gute Idee in der Regel auch mit guten Budgets ausgestattet.

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