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5 Erfolgsbeispiele für Green Billboards: Wenn Reklametafeln die Welt verbessern

In vielen Städten gibt es zu viele Reklametafeln. Dadurch verfehlen sie nicht nur häufig ihre Werbewirkung, sondern sie verschandeln auch das Stadtbild. Doch es geht auch anders, wie z.B. Ogilvy vor kurzem gezeigt hat. Die Kreativen haben Reklametafeln zu praktischen Stadtmöbeln umfunktioniert. Und die Werbeagentur Brave London hat vor kurzem eine Reklametafel zu einer Vogelfutterstelle umgebaut.

Noch weiter gehen die sog. Green Billboards. Das sind Reklametafeln, die zum Umweltschutz in einer Stadt beitragen. Dabei sind die Lösungsansätze sehr unterschiedlich. Entweder generieren sie Strom dank Wind- oder Solarkraft oder sie verbessern die Luft bzw. wandeln Luftfeuchtigkeit in Trinkwasser um. Schade, dass Firmen wie Wall diesen Trend noch nicht aufgegriffen haben. Denn wenn Reklametafeln einen Mehrwert für die Umwelt und Gesellschaft liefern, ähnlich wie die Bushaltestellen, die durch Reklame finanziert werden, dann hat die Reklametafel auch eine Zukunft. Fünf Vorzeigebeispiele will ich hier vorstellen:

Reklametafel in Lima filtert die verschmutzte Luft
Die Stadt Lima leidet schon lange unter starker Luftverschmutzung. Deshalb haben Wissenschaftler an der University of Engineering and Technology of Peru (UTEC) ein Riesenplakat entwickelt, das die verschmutze Luft filtert. Am Tag werden so bis zu 3,5 Mio Cubic Meter verunreinigte Stadtluft gefiltert. Das entspricht ungefähr der Filterleistung von 1.200 Bäumen und verbraucht dabei nur ca. 2.500 Watt. Dieses Green Billboard steht derzeit auf der Baustelle des neuen Universitäts-Campus, um die Erfindung zu testen. Ich hoffe, dass diese Erfindung bald serienreif wird.

Reklametafel auf den Philippinen filtert verschmutzte Luft dank Tee-Pflanzen
Konventioneller gingen 2011 Coca Cola und WWF vor, als sie auf den Philippinen eine Reklametafel aufgestellt haben, die aus 3.600 Teepflanzen bestand, die in Töpfen eingepflanzt wurden, die aus alten Cola-Flaschen hergestellt wurden. Jede Pflanze kann 6,5 kg Kohlendioxid pro Jahr absorbieren. Dank eines Tropfbewässerungssystems verbraucht die Reklametafel relativ wenig Wasser. Trotzdem handelt es sich um ein sehr aufwendiges Projekt, das wohl nicht in Serie gehen wird. Aber für eine Gärtnerei wäre solch eine Plakatwand evtl. eine konzeptstarke Werbemöglichkeit oder sogar eine zusätzliche Geschäftschance.

Reklametafel in Lima verwandelt Luftfeuchtigkeit in sauberes Trinkwasser
Bei dieser Erfindung hatten ebenfalls Wissenschaftler der University of Engineering und Technology (UTEC) in Lima (Peru) „ihre Finger im Spiel“. Sie entwickelten zusammen mit einer Werbeagentur eine Reklametafel, die Luftfeuchtigkeit in sauberes Trinkwasser umwandeln kann. Da vielen ärmeren Familien in dieser regenarmen Region nur verschmutzes Brunnenwasser zur Verfügung steht, ist diese Erfindung ein wahrer Segen. Diese Reklametafel wandelt mit Hilfe von Luftfiltern, Kondensatoren und Reinigungsfilter jeden Tag die Luftfeuchtigkeit in 96 Liter Wasser um. Dieser hohe Ausstoss wird dank der hohen Luftfeuchtigkeit von 96 % in dieser Region möglich.

Werbetafeln aus Windräder
Die in Hong Kong ansässige Firma „Motorwave Limited“ produziert und verkauft u.a. Mikro-Wind Turbinen. Im Rahmen einer Werbeaktion vor vielen Jahren wurde das Namensschild der Schule auf dem Dach durch Windturbinen ersetzt. Dadurch konnte ein Teil des Stromverbrauches der Schule durch Windenergie generiert werden. In Zukunft könnten Werbeschilder aus Windrädern hergestellt werden und nebenher noch Strom produzieren. Oder die Windräder könnten am Rand von Werbetafeln quasi als Verzierung positioniert werden. Leider ist alles noch Zukunftsmusik, aber vielleicht nicht mehr lange.

Reklametafel, die eine Schule mit Solarenergie versorgt
Die südafrikanische NEDBank hat vor einigen Jahren auf Ihren Werbegerüsten in einem südafrikanischen Township Solarpanels installiert, die damit den Strom für eine nahe liegende Schule liefern. Mit dem Strom kann die Küche mit Strom gespeist werden und 1.100 Schüler erhalten mittags ein warmes Essen. Die NEDBank gewann dafür bei den Cannes Lions 2007 einen Grand Prix für innovatives Outdoor Advertising. Ich würde mir wünschen, dass solch eine Idee in Serie geht. Vorausdenkende Städte, Werbeagenturen und Stadtmöbelhersteller sind gefordert, damit aus einer Idee eine Bewegung wird.

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