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LOHAS-Printmagazin „Ivy-World“ geht nicht in Serie

LOHAS-Webseiten gibt es schon viele. Ein LOHAS-Printmagazin ist allerdings noch etwas Neues. Deshalb haben zahlreiche Blogger und Journalisten über den Test-Launch des Ivy World-Printmagazins aus dem Hause Burda zum Teil euphorisch berichtet. Leider ist nach zwei Testausgaben schon Schluss, wie Burda am Freitag in einer sehr schmalen Pressemitteilung vermeldet hat: „Nach zwei regionalen Testausgaben für die Markforschung sieht die BURDA LIFESTYLE COMMUNITY keine ausreichende wirtschaftliche Basis für ihr Testprojekt IVY. Das wirtschaftliche Umfeld bietet trotz guter Medienresonanz zur Zeit weder in Print noch Online eine notwendige Perspektive. Daher beendet der Verlag die Tests und Internet-Aktivitäten der Marke IVY. Die verbleibende dreiköpfige IVY-Entwicklungsredaktion soll nach Möglichkeit bei anderen Titeln von Hubert Burda Media beschäftigt werden.“

Aus meiner Sicht ist es absolut in Ordnung, dass das Printmagazin nach einer Testphase nicht in Serie gehen soll, weil die wirtschaftlichen Aussichten nicht rosig sind. Aber warum wurde die Webseite so übereilt abgeschaltet? Wenn man die Webseite gerade ansteuert, findet man nur noch folgenden Kurztext auf grauen Hintergrund: „Diese Website ist vorübergehend nicht erreichbar.“ Stilloser kann man aus meiner Sicht kein Projekt beerdigen. Hätte man nicht die Community mit einbinden können, um zu überlegen, wie es vielleicht weitergehen könnte. Oder wie man zumindest stilvoll das Projekt beerdigen könnte. Hier erhoffe ich mir zumindest noch Aufklärung. Und dann stehen ja laut verschiedener Meldungen schon andere Verlage in den Startlöchern, ein LOHAS-Printmagazin auf den Markt zu bringen. Die LOHAS-Gemeinde darf also weiterhin hoffen, „Ihr“ Magazin zu bekommen.

Eine interessante Erkenntnis habe ich durch Ivy World erlangt: Alexander Böker, Ex-Chefredakteur von Ivy, hat im Rahmen einer Podiumsdiskussion in Frankfurt vor einigen Wochen von seiner Erfahrung mit Werbung im Ivy-Magazin berichtet: Als auf der ersten Doppelseite eine BMW-Werbung abgedruckt wurde, gab es einen Aufschrei der Leser. Als die Werbung in der nächsten Ausgabe deutlich weiter hinten platziert wurde, blieben die Leser ruhig. Alexander Böker hat daraufhin eine simple Schlussfolgerung gezogen: Werbung, die die Leser provozieren könnte, stört nicht, wenn sie weiter hinten im Magazin platziert wird und man vorher durch guten Content überzeugen konnte.

Update: Manuel Roosenbom analysiert im vitalgenuss-Blog, warum ivy-world.de gescheitert ist. Absolut lesenswert. Quintessenz: Wen der Community-Betreiber nicht mit seinen Mitgliedern redet, dann reden trotzdem die Mitglieder auch weiter über die Community.

12 Responses to LOHAS-Printmagazin „Ivy-World“ geht nicht in Serie

  1. biorama ist ein Printmagazin, was kostenlos erhältlich ist.

  2. Hallo Monika,

    wäre doch klasse, wenn es biorama auch als PDF-Magazin geben würde. Dann hätten wir in Deuschland auch was davon und konzeptstark (weil co2-freundlich) wäre es auch. Den Namen finde ich jetzt nich so klasse, aber heutzutage kommt es ja auf den Inhalt an 🙂

  3. Michalis Pantelouris sagt:

    Moin von den IVYs aus Hamburg. Wir sind von dem Abschalten der Seite auch kalt erwischt worden, quasi mit den Fingern auf der Tastatur, und hätten uns natürlich auch gewünscht, wir hätten mit den Usern klären können, wie es weiter geht (oder uns wenigstens verabschieden). Und wir sind uns absolut sicher: Es wird ein erfolgreiches LOHAS-Magazin geben, auch auf Papier. Und da wir es offenbar nicht sein werden, wird es jemand anderes … und in dem Zusammenhang müssen wir mit einem Vorurteil mal aufräumen: Ein Online-Magazin ist kein bisschen klimafreundlicher als ein vernünftig gedrucktes Heft. Server, Computer, Datenleitungen … all das verursacht eine Menge CO2 😉

  4. Hallo Michaelis,

    vielleicht erbarmt sich ja der Burda-Verlag noch, die Webseite wieder online zu schalten, zumindest für eine bestimmte Zeit, damit sich die Community verabschieden kann.

    Gibt es hinsichtlich des COs Ausstosses von Online versus Print-Magazin eine wissenschaftliche Vergleichsrechnung. Ich kann es mir noch nicht vorstellen, dass durch den Online-Transport mehr CO2 ausgestossen wird als durch den LKW-Transport der Hefte.

  5. Spiegel.de berichtete „Eine Such-Anfrage bei Google verbraucht genauso viel Strom wie eine Energiesparlampe benötigt, um eine Stunde lang zu leuchten. So lautet die Schätzung eines großen Berliner Internet-Dienstleisters. […] Die Strato AG kündigte an, die Energie für die eigenen Rechenzentren künftig CO2-neutral aus Wasserkraft im Rhein speisen zu wollen.“ Zum Thema Online versus Print-Magazin habe ich nix gefunden.

  6. […] Dabei findet sich kein Eintrag in den letzten Posts der Ivy-Besatzung. Sehr sehr schade. Michalis Pantelouris von Ivy erklärt dazu, dass sie vom Abschalten der Seite kalt erwischt wurden, “quasi mit den Fingern auf der Tastatur”. […]

  7. Wirklich schade…Aber traurig sein und die Köpfe einziehen ist ohnehin nicht der LOHAS-Stil…Kann mir bitte jemand Kontaktdaten zu den Ex-Ivy-Redakteuren schicken bzw. wenn Ihr das lest bitte bei mir melden…Habe ein (eventuell) interessantes Angebot…

    Kontaktdaten bitte an: info@gillout.com

  8. […] Burkhardt Schneider vom Best-Practice-Blog fragte sich (zurecht), warum die Website Ivyworld.de so hastig abgeschaltet wurde und wundert sich, dass die Community nicht in den Prozess eingebunden war. Die Antwort dürfte so profan wie eklig zugleich sein. Der Verlag (nicht die Ivy-Redaktion) kümmert sich einen Dreck um eine wie auch immer geartete Community. Dazu kommt: Es gab nie eine richtige IVY-Gemeinschaft, dazu konnte die Seite einfach nicht genügend Interessenten aus dem Bereich “grüner Konsum” mobilisieren. […]

  9. […] Dazu wird wie in verschieden Blog-Beiträgen auch im „Karma Konsum“ (vorletzter Abschnitt) bedauernd festgehalten: „So wenig nachhaltig geht also ein großes Verlagshaus mit seiner Community und seinen Mitarbeitern um“, und im Best-Practice-Blog heißt es in Abschnitt 2: „ Stilloser kann man aus meiner Sicht kein Projekt beerdigen. Hätte man nicht die Community mit einbinden können, um zu überlegen, wie es vielleicht weitergehen könnte. Oder wie man zumindest stilvoll das Projekt beerdigen könnte.” […]

  10. @ Burghard: Biorama Magazin kann auch in Deutschland, als Abonement, bezogen werden: http://www.biorama.at/?page_id=5

  11. Ich denke ein Konzern wie der Burda Verlag es ist, tut sich sehr schwer, ein Produkt wie IvyWorld zu leben und zu führen, weil gerade solch ein Produkt in jedemfall die Überzeugung aller beteiligten benötigt, sonst ist es nachhaltiger Weise fehl am Platz. (Ich denke diese Überzeugung war wohl nur bei Michaelis und seinem Kollegen da, nicht aber im Management)
    Da die LOHAS-Materie eine sehr ganzheitliche ist (es geht nicht nur darum, über nachhaltigen Lifestyle zu schreiben, um damit Geld zu verdienen, sondern auch vom Management im Unternehmen entsprechend zu agieren), tun sich da große eingefahrene Medien-Unternehmen sicher schwer (Bin gespannt was da von G&J kommt).
    Ich denke ein LOHAS-Medien-Produkt benötig betreffend der wirtschaftlichen Entwicklung ein organische Wachstum – ein bottom-up Prozess, wie auch die LOHAS-Bewegung ein solcher ist. Eine gute Paralelle lässt sich aufzeigen wenn wir auf die LOHAS-nahe Bewegung „Slow Food“ schauen – es bedarf (der Fähigkeit) einer „Slow Economy“.

    Der Grund für das schnelle offline-nehmen der Webplattform Ivyworld.de könnte damit zu tun haben, das im Burda-Verlag selbst paralell an einem von IvyWorld unabhängigen Lohas-Produkt gearbeitet wird, und somit bestehendes eher im Weg steht.

  12. Wer an nachhaltiger Info interessiert ist:
    Wir geben mit viel Engagement seit Jahren ein Nachhaltigkeits-Magazin in Österreich heraus:
    lebensART-Magazin für nachhaltige Lebenskultur. http://www.lebensart.at.
    Seit Juni 08 ist lebensART auch im gut sortierten Zeitschriftenhandel in Deutschland erhältlich 🙂

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