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Das Frankfurter Solardachkataster ist die Basis für die geplante Solardachbörse

Wo gibt es in Frankfurt geeignete Flächen für die Stromerzeugung durch Photovoltaik (PV)? Darüber soll das neue Frankfurter Solarkataster Auskunft geben, das letzte Woche offiziell vorgestellt und in Betrieb genommen wurde. Das System berechnet beispielsweise den potenziellen Stromertrag, die notwendigen Investitionen sowie die erzielbaren Gewinne. Ebenso weist es die möglichen CO2-Einsparungen aus. Die Frankfurter können sich dank des Solarkatasters jetzt verlässlich informieren, ob auf ihrem Dach solare Stromerzeugung wirtschaftlich ist. Gleiches gilt für Eigentümer von industriell oder gewerblich genutzten Gebäuden. Noch wichtiger: Es ist erstmals eine zuverlässige Solarpotenzialanalyse für das Stadtgebiet möglich.

Laut Solarpotenzialanalyse eignen sich 89.107 der 230.000 Gebäude (entspricht 38,6 Prozent) für die PV-Nutzung. Werden alle geeigneten Dächer mit PV-Anlagen mit einem Wirkungsgrad von 15 Prozent ausgerüstet, könnten 717 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugt und 424.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Der Strombedarf Frankfurts beträgt etwa 5,7 Terawattstunden pro Jahr. Durch die Nutzung aller für PV geeigneten Dachflächen könnten somit etwa 12,5 Prozent des Frankfurter Strombedarfs gedeckt werden. Das Investitionsvolumen läge bei rund 2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2012 haben die 844 bereits installierten PV-Anlagen 13 Gigawattstunden Strom erzeugt. Dies sind 0,2 Prozent des Frankfurter Strombedarfs.

Grundlage der Solarpotenzialanalyse sind Laserscandaten. Sie stammen aus einer Befliegung im Jahr 2010. Durch eine Verschneidung mit Katasterdaten und eine Simulation der Sonneneinstrahlung über den Tag und das Jahr hinweg kann für jede einzelne Dachfläche der zu erwartende Stromertrag exakt berechnet werden. Aufbauend auf das Solardachkataster wird in der Zukunft eine internetbasierte Solardachbörse eingerichtet, die Eigentümer der geeigneten Dachflächen, die möglichen Investoren sowie das Handwerk und die Banken vernetzt. Welche Stadt wäre eher für diese Börse geeignet als Frankfurt? Aber auch der regionale Stromversorger Mainova nutzt die Daten des Katasters für eigene Analysen. Mainova simuliert beispielsweise, wie sich die wachsende, leistungsstarke Photovoltaik auf das Frankfurter Stromnetz auswirkt. Und letztlich kann sogar prognostiziert werden, wie stark die Stromkosten steigen würden, wenn das gesamte Potenzial genutzt werden würde.

Was viele nicht wissen: Frankfurt ist als größte deutsche Stadt in den „Masterplan 100% Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums aufgenommen worden. Die Green City Frankfurt soll dabei exemplarisch für andere Metropolen aufzeigen, wie die Energiewende auch in einer Stadt mit Großflughafen, hoher Konzentration an Rechenzentren und energieintensiver chemischer Industrie gelingen kann. Deshalb ist es auch konsequent, dass die Leitmesse für EnergieEffizienz jährlich in Frankfurt stattfindet. Die 6. EnergieEffizienz-Messe findet am 10./11.9.2013 in Frankfurt am Main statt. Zielgruppe sind Entscheidungsträger aus Industrie, Handel, Immobilienwirtschaft und öffentlichem Sektor sowie aus mittelständischen und großen Unternehmen mit überdurchschnittlich hohem Energieverbrauch. Bis zum 1.8. können Tickets mit 50% Frühbucherrabatt erworben werden.

Foto: Solarkataster Frankfurt, © Sun-Area

9 Responses to Das Frankfurter Solardachkataster ist die Basis für die geplante Solardachbörse

  1. Gratulation zum Frankfurter Solardach-Kataster! Ein wichtiger Schritt.
    Der Solar-&E-Mobility Calculator(SEMC) vom Bundesverband Solare Mobilität e.V. (BSM) ist meiner Meinung nach der „Missing Link“ um genauer abzuschätzen, wie viel Elektrofahrzeug ich bereits heute mit einer PV-Anlage mitfinanzieren kann?
    Also mal ausprobieren!
    Der BSM e.V., Berlin will mit dem SEMC einen Marktimpuls geben, um einer möglichst großen Anzahl von Menschen den Zusammenhang zwischen regenerativer Energieerzeugung und deren Nutzung in Verbindung mit Elektrofahrzeugen anschaulich und rechnerisch nachvollziehbar darzustellen. http://solarcalculator.no-ip.info/calculator

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