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Warum die Mitarbeiter im Schindlerhof Spitzenleistungen erbringen

Im letzten Artikel zum Schindlerhof haben wir festgestellt, dass wahre Herzlichkeit, gelebt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schindlerhofes, ein wichtiger Erfolgsfaktor dieses Ausnahmehotels vor den Toren von Nürnberg ist. Doch wo findet man solche Mitarbeiter, denn sowohl Bezahlung als auch Arbeitszeiten sind nicht gerade das, was sich viele Mitarbeiter wünschen bzw. vorstellen. Wie schaffen es die Kobjolls und die Führungskräfte, dass ihre Mitarbeiter fast immer Spitzenleistungen erbringen? Es sind mehrere Gründe:

  1. Professionelles Mitarbeitermarketing
    Klaus Kobjoll und seine Führungskräfte halten Vorträge und laden Hotelfachschüler sowie Schulklassen zu sich ins Hotel zu einer Betriebsbesichtigung ein. Dadurch erhalten Sie deutlich mehr Initialbewerbungen als ihre Konkurrenten. Aber sie halten auch via Facebook-Gruppe und Co. Kontakt zu ihren ehemaligen Mitarbeitern. So erfahren sie frühzeitig, wenn sich der Ex-Mitarbeiter wieder verändern will. Zudem empfehlen auch ihre Ex-Mitarbeiter den Schindlerhof in ihrem Umfeld weiter.

  2. 13stufiger Einstellungsfilter
    In jeden Mitarbeiter wird sehr viel Geld und Zeit investiert, deshalb gilt es, genau die richtigen Mitarbeiter einzustellen. Dafür hat der Schindlerhof im laufe der Jahre einen Einstellungsfilter entwickelt, der je nach Führungsebene bis zu 13 Stufen beinhaltet. Dazu gehören u.a. Vorstellungsgespräche mit Azubis an Sonn- oder Feiertagen und eine Hausführung „an alle Schandflecke des Unternehmens“. Nach einer zweitägigen Arbeitsprobe dürfen die „betroffenen“ Mitarbeiter entscheiden, welcher Kandidat am besten zum Team passt. Das ausführliche Leitbild des Unternehmens hilft, dass auch die Bewerber ausführlich prüfen können, ob sie hier richtig sind.

  3. Unternehmenskultur des Schindlerhofes
    Auf diesen Punkt werde ich in einem weiteren Posting eingehen. Grundsätzlich versteht sich der Schindlerhof als ein großer Spielplatz. Es ist wichtig, dass jeder einzelne Mitarbeiter Spaß hat, aber vor allem auch das Team Spaß hat. Dafür ist es notwendig, dass die Mitarbeiter viele Freiheiten haben. Das bedingt ein großes Vertrauen in jeden Mitarbeiter, aber auch klare Leitlinien und Controlling (nicht Kontrolle). Basis dafür ist ein regelmäßiges Berichtswesen. Wahre Herzlichkeit wird nicht nur den Kunden, sondern auch den Mitarbeitern entgegengebracht. Und Begeisterung beginnt bei jedem einzelnen Mitarbeiter. Dafür lässt sich der Schindlerhof immer wieder Neues einfallen.

  4. Fordern und fördern
    Im Schindlerhof wird jeder nach seinen Fähigkeiten eingesetzt und gefördert. Es können auch Weiterbildungskurse belegt werden, die nichts mit der operativen Tätigkeit zu tun hat. Voraussetzung ist, dass die Leistung stimmt. Um dies messen zu können, wurde schon vor sehr vielen Jahren der Mitarbeiteraktienindex eingeführt. Dahinter steckt die Idee, den Mitarbeiter ganzheitlich zu sehen. Jeder darf auch Schwächen haben, das Gesamtergebnis zählt. Das Ranking des MAX wird jeden Monat veröffentlicht. So entsteht ein spielerischer Wettbewerb und das Grinsen der Azubine ist unerreicht, wenn sie den Chef übertrumpft hat.

  5. Mitarbeiterführung unter Berücksichtigung der Lebenszyklustheorie
    Viele von uns wenden die Lebenszyklustheorie für die Unternehmensführung an. Im Schindlerhof wird diese Theorie auf für die Führung von Führungskräften angewendet. Wenn ein Mitarbeiter schon länger dabei ist, wird darauf geachtet, dass er immer wieder neue Herausforderungen sucht oder gestellt bekommt, damit nicht zu viel Routine den Alltag „vergraut“. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem Abstand des Lebenszyklusphasen zwischen Führungskraft und Stellvertreter. Das ist ein gutes „Alarmsystem“ dafür, wann der Stellvertreter evtl. unzufrieden ist und auf der Suche nach einer neuen Herausforderung ist.

Aus meiner Sicht sollten sich Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen, von obigen Punkten inspirieren lassen. Der Wettbewerb wird in Zukunft immer härter. Den Mitarbeitern ist die Bezahlung zwar wichtig, aber das ist längst nicht alles. Ein „guter“ Mitarbeiter sucht ständig neue Herausforderungen und will sich im Team wohlfühlen, überschaubare Freiheiten genießen und hohes Vertrauen entgegengebracht bekommen. Genau sowerdend die Mitarbeiter im Schindlerhof auch behandelt. Zu Vertrauen gehört auch Transparenz. Deshalb werden die Mitarbeiter monatlich über alle wichtigen wirtschaftlichen Kennzahlen des Unternehmens informiert.

3 Responses to Warum die Mitarbeiter im Schindlerhof Spitzenleistungen erbringen

  1. […] Spiele, wie z.B. den Mitarbeiteraktienindex. Darüber haben wir im letzten Teil der Serie schon berichtet. Comments (0) « sundaybell hilt auch bei der Suche nach dem passenden Immobilienmakler […]

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