In Marketing 2.0

Welche Webstatistikdienste sind in Deutschland legal?

Vor kurzem habe ich die Durchsicht der Präsentation „Web-Controlling in der Praxis“ von Christian Bennefeld von der etracker GmbH empfohlen. Jetzt lese ich in der 33-seitigen Xamit-Studie „WEBSTATISTIKEN IM TEST
– Welcher Dienst ist in Deutschland legal?“
, dass längst nicht alle Web-Statistiktools den Anforderungen an das deutsche Datenschutzgesetz gerecht werden. Ich gebe zu, das im Zusammenhang mit Google Analytics schon einmal gelesen zu haben, dem damals aber nicht genug Bedeutung beigemessen habe. In der Studie wird richtig Angst geschürt, indem darauf hingewiesen wird, dass bei Verstoß Bußgelder bis 50.000 EUR erhoben werden können. Konkret schreibt Xamit in der Einleitung:

„Grundlage für jede Webstatistik sind die Nutzungsprofile der Besucher. Diese bestehen im einfachsten Fall aus IP-Nummer, der
Cookie-ID und den aufgerufenen Webseiten. An der IP-Nummer entzündete sich in den vergangenen Jahren eine Debatte, ob Webstatistiken nach deutschem Recht zulässig sind…Im Januar 2009 erreichte die Debatte mit einer Stellungnahme des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) ihren ersten Höhepunkt. Das ULD stuft die Nutzung von
Google Analytics, das in Deutschland auf einen Marktanteil von 79% kommt (siehe Kapitel 4), durch Webseitenbetreiber als nicht mit dem deutschen Datenschutzrecht vereinbar ein.1 Zu den Gründen zählen u. a. die Datenübermittlung in die USA, die ewige Datenspeicherung ohne Löschmöglichkeit und die Möglichkeit, durch Datenverknüpfung ein Nutzerprofil von Besuchern zu erstellen.“

Seit Anfang 2009 hat Google nachgebessert, aber aus der Sicht von Xamit die Anforderungen des Düsseldorfer Kreises, der einen Kriterienkatalog für die Erfüllung des Datenschutzes von Webstatistik-Tools, noch nicht vollständig erfüllt. Ich selber bin ehrlich gesagt kein Experte in diesem Gebiet, weshalb ich empfehle, die Xamit-Studie ausführlich durchzulesen. Denn nicht nur Google Analytics ist hier durchgefallen. Positiver Nebeneffekt: Es gibt einen interessanten Überblick über alle wichtigen Webstatistik-Tools in Deutschland. Mein erstes Fazit: Amerikanische Firmen wie Google und Facebook treiben eine gefährliches Spiel. Nachdem sie im Zukunftsmarkt Asien nicht richtig Fuß gefasst haben, kommt jetzt „Datenschutz-Gegenwind“ vermehrt in Europa auf. Des einen Leid ist des anderen Freud. Denn es gibt genug Anbieter in Deutschland, die alle Anforderungen erfüllen und somit in Zukunft weitere Wachstumschancen haben.

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