In Marketing 2.0

Wie Alizarin Waissberg mit einem Bewerbungsposter ihr Ziel erreicht hat, ihr MBA-Studium zu finanzieren

Vor einiger Zeit habe ich mich hier im Blog intensiver mit dem Trend „ContentMarketing mit Infografiken“ beschäftigt. Immer mehr mehr Blogger und Publisher schätze es, aussagekräftige Infografiken in ihre Artikel einzubinden. Ein Bild sagt eben häufig mehr als tausend Worte. Und deshalb erstellen immer mehr findige Marketingverantwortliche solche Infografiken, um damit Werbung mit Mehrwert zum Nulltarif durchführen zu können. Solche Infografiken können aber auch für ganz andere Zwecke genutzt werden. Das hat vor kurzem die 25 jährige Israelin Alizarin Waissberg bewiesen.

Alizarin Waissberg bekam in diesem Frühjahr die Chance, ab Herbst an der New York University den zweijährigen Masterstudiengang „Interaktive Telekommunikation“ zu belegen. Es gab nur ein Problem: Die Studiengebühren betragen für diesen Studiengang insgesamt 100.000 USD. Das Teilstipendium, dass der Israelin gewährt wurde, deckt aber leider nur 20.000 USD ab. Von den Miet- und Lebenshaltungskosten in New York ganz zu schweigen. Wie sollte die Finanzierungslücke nun gedeckt werden? Alizarin hatte keine reichen Eltern und Verwandten. Kreditwürdig war sie ohne amerikanische Staatsbürgerschaft und ohne lukrativen Job auch nicht. Sollte der Traum nun zerplatzen.

Dann kam die Israelin auf eine ungewöhnliche Idee. Sie erkundigte sich bei dem Chef der Werbeagentur, bei der sie im Rahmen Ihres ersten Studiums gearbeitet hat, wem die Agentur gehören würde. Sie erfuhr, dass es eine Investmentfirma sei, deren CEO Michael Roth ist. Michael Roth ist dafür bekannt, Frauen dabei zu unterstützen, in Führungspositionen zu gelangen. Deshalb entschied sich sich, Michael Roth direkt darum zu bitten, ihr das Masterstudium zu sponsern. Ihr ehemaliger Chef hielt sie für verrückt, aber was hatte sie zu verlieren? Ein Problem gab es aber noch: Wie sollte sie Herrn Roth ansprechen?

Die Lösung war schnell gefunden. Alizarin entwickelte eine digitales Bewerbungsposter (siehe oben) und postete es auf ihrem Blog, ihrer eigenen Facebookseite und der Facebookseite der betreffenden Investmentfirma. Vier Wochen lang bekam sie zwar viele Nachrichten, aber meistens nur von Personen, die ihre Idee für wenig aussichtsreich hielten. Dann meldete sich endlich Beverly Popielarz, die verantwortlich für das Talentrecruiting ist und machte Alizarin ein Jobangebot in der zu der Investmentfirma gehörenden Werbeagentur.

Jetzt kann Alizarin ihren Traum erfüllen und ihr MBA-Studium in New York beginnen. Sie hat zwar keinen Sponsor gefunden, wie ursprünglich erhofft, aber sie hat einen lukrativen Arbeitsplatz mit einem guten Gehalt. Damit in der Tasche wird ihr sicherlich auch gelingen, das Restkapital als Kredit aufzunehmen, um das Studium ganz finanzieren zu können. Und sie hat in ihrer Bewerbungsmappe eine außergewöhnliche Referenz mehr. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr eindrucksvoll, dass es heute viele Wege gibt, um „nach Rom zu kommen“. Es muss nur die richtige Idee sein, die intelligent und konzeptstark umgesetzt werden muss. Dann braucht man noch etwas Glück. Und häufig kommt man dann auf Umwege zum Ziel.

Gefunden in Spiegel Online

One Response to Wie Alizarin Waissberg mit einem Bewerbungsposter ihr Ziel erreicht hat, ihr MBA-Studium zu finanzieren

  1. Geraldine sagt:

    Interessanter Ansatz, auch wenn er nur indirekt zum gewünschten Ergebnis geführt hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.