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Coole Aktion: St. Pauli pinkelt zurück

Die Hamburger Reeperbahn gehört mit mehr als 20 Mio. Besuchern pro Jahr zu einer der Partymeilen Deutschlands. In der Nacht vollzieht sich dort wie auch in vielen anderen Städten eine schauriges Schauspiel. Männer pinkeln an die Hauswände, um sich zu erleichtern. Das ist mittlerweile nicht nur für die Bewohner, sondern auch für die Verantwortlichen des Stadtbezirges ein riesiges Ärgernis. Was könnte man effektiv dagegen tun. Diese Frage stelle sich auch die Quartiermanagerin Julia Staron von der Interessengemeinschaft St. Pauli e.V. und entwickelt gemeinsam mit den Kreativen von Publicis Pixelpark die Kampagne: „St. Pauli pinkelt zurück“.

Die Idee dahinter war, ausgewählte Hausfassaden in St. Pauli mit einem wasserabweisenden Lack zu streichen, um sich an den „Pinkelattentätern“ unmittelbar rächen zu können. Dank Nanopartikel ist dieser Lack so stark flüssigkeitsabweisend, dass sich die „Attentäter“ durch den Rückstrahl selbst bepinkeln. Als Warnhinweis wurden an die Hauswände folgende Warnschilder angebracht: „Hier nicht pinkeln. Wir pinkeln zurück!“ Das Video zur Aktion wurde ins Netz gestellt und Berichte sowie Interviews bei Spiegel-Online und Co. sorgten für den Rest. Das Video zur Aktion kann nach 20 Tagen schon fast 4 Mio. Views bei Youtube verzeichnen.

Besonders freut sich die US-Firma Resource Energy Group, die Hersteller dieser Spezialflüssigkeit „Ultra-Ever Dry“ ist. Dieser superhydrophobe Lack wurde ursprünglich für den Schiffsbau entwickelt und verwendet. Die Kampagne „St. Pauli pinkelt zurück“ zeigt jetzt zum Nulltarif, wofür dieser Lack noch eingesetzt werden kann. Schon viele Städte im In- und Ausland haben sich bei Julia Staron und ihrem Team nach diesem Lack erkundigt. Eine bessere Werbung (zum Nulltarif) kann man sich für den Hersteller nicht vorstellen. Julia Staron hofft nun auf einen Mengen- bzw. Emfpehlungsrabatt, denn der Lack ist sehr teuer: Nach ihren Angaben muss man für sechs Quadratmeter 500 EUR Lackkosten einplanen.

Die Hausbesitzer in Hamburg, die derzeit nicht so viel Geld für den Lack ausgeben wollen, haben noch eine andere Möglichkeit. Sie kaufen die für die Aktion verwendeten Warnschilder, die auf dem Nachtmarkt auf dem Spielbudenplatz zum Kauf angeboten werden. Und im besten Fall kann sich die Interessengemeinschaft St. Pauli e.V. durch den Verkauf dieser Schilder refinanzieren, sprich weitere Lack-Chargen bestellen. Denn nur, wenn die Aktion flächendeckend durchgeführt wird, hat sie auch nachhaltig Erfolg.

Die Kreativen aus Hamburg ruhen sich aber auf diese Aktion und die ersten Erfolge nicht aus. In Kürze soll es Pinkelkarten geben, die über ausgewählte Hotels, Hostels und Gästeführer an St.-Pauli-Touristen verteilt werden sollen. Dabei handelt es sich um klassische Stempelkarten. Wer die Toiletten der beteiligten Kneipen und Gastronomen aufsucht, erhält einen Stempel. Bei sechs Stempeln gibt es einen Schnaps auf Haus. Gesponsort wird die Aktion von Helbing und Rhabbi.

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