In Marketing - Koop, Marketing - Tools

Ludger Freese hat das „Fibel-Marketing“ für sich entdeckt

Wen interessieren heute noch Werbeflyer? Das hat Peter Sawtschenko schon vor mehr als zehn Jahren erkannt und in seinem ersten Buch „Rasierte Stachelbeeren“ aus dem Jahr 2000 aufgezeigt, wie man mit kleinen Ratgeberbroschüren die Zielgruppe wirklich noch erreicht, indem man einfach Mehrwerte bietet. Mein Lieblingsbeispiel war das kleine Ratgeberbuch „99 Tips und Tricks für Führerschein-Neulinge“, das eine Mineralölgesellschaft auf den Markt gebracht hatte und bei Fahrschulen solch einen reisenenden Absatz verzeichnen konnte, das es sogar gegen ein Entgelt verkauft werden konnte.

In ähnlicher Form habe ich die Idee in Hermann Scherers Buch „Jenseits vom Mittelmaß“ wieder gefunden. Scherer spricht vom „Fibel-Marketing“. Er gibt in seinem Buch den Tipp, Interviews oder Anzeigen von Partnern, Kunden oder Lieferanten abzudrucken, die durch die Erwähnung in der Fibel einen Mehrwert haben. So können die Kosten überschaubar gehalten werden. Ich selber würde noch einen Schritt weiter gehen und sog. „Kooperations-Ratgeber“ entwickeln. Hierzu müssten sich drei bis fünf Kooperationspartner, die eine identische Zielgruppe bedienen, zusammenschliessen und gemeinsam einen Ratgeber schreiben und gemeinsam finanzieren sowie vermarkten.

Auf ein Beispiel, das schon nahe in die Richtung dieses Kooperationsratgebers geht, hat mich Ludger Freese hingewiesen, den meine Leser schon von vielen genialen Marketingideen her gut kennen, wie z.B. hier, hier, hier und hier. Jetzt hat Ludger in Kooperation mit einem Blogkollegen, der über seinen Onlineshop u.a. Grillgeräte verkauft, den Ratgeber „Sommer, Sonne, Grillfieber!“ herausgebracht. Dafür wurden sehr viele Informationen über Grillgeräte, Esskultur, Grillarten, Grillfleisch, Grillrezepte und Grilltipps zusammen getragen. Dieser Report wird als Beilage im Geschäft von Ludger Freese und zum Download bereitsgestellt.

Ludger Freese ist ein typischer Macher, der schnell Ideen entwickelt, sich Mitstreiter sucht und dann zeitnah die Ideen umsetzt. Ich bin mir sicher, dass er das Konzept weiterentwickeln wird, wenn es auf sehr gute Resonanz stößt. Neben einer professionellen Texterin würde ich auch das Titelblatt, das Design und die Fotos von einem Profi einkaufen. Vielleicht finden sich ja auch hier Bloggerkollegen, die das kostengünstig oder kostenfrei machen, um damit auf ihre Dienstleistungen hinzuweisen. Wenn man in diesem Bereich keine günstigen Einkaufsquellen erschliessen kann, gibt es aber genug andere Einnahmequellen, um das Projekt in der nächsten Stufe noch professioneller zu gestalten:

Sicherlich würden sich Werbekunden oder weitere zahlende Kooperationspartner finden, wie Hersteller von Grillsaucen, Anbieter von Caravans (zu jedem Campingurlaub gehört auch das Grillen), Anbieter von Picknickkörben, eine aufstrebende Brauerei aus der Region, ein Feinkostgeschäft aus der Nähe, das keine Fleischwaren führt, ein Obst- und Gemüsehändler, der Grillmais und Grillbananen anbietet etc. Und schliesslich könnte noch eine ausführliche Version gegen Geld verkauft werden und auch über den Buchhandel vermarktet werden. Dafür braucht es ja seit Book-on-Demand keinen Verlag mehr, der auf die Idee anspringt. Und schon ist das Fibel-Marketing fertig, dass sich selber finanziert.

2 Responses to Ludger Freese hat das „Fibel-Marketing“ für sich entdeckt

  1. […] über unsere gemeinsame Kooperation mit Susanne Melles und Michael Lalk geschrieben und als „Fibel-Marketing“ vorgestellt. Natürlich hat er gleich weiter gedacht und neue mögliche Partner dazu […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *