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Wie man mit außergewöhnlichen Ideen zur Touristenattraktion wird

Im vierten Teil der Blogparade „Diesseits der Trampelpfade – ungewöhnliche Werbe- und PR-Aktionen“ zeige ich, wie man mit außergewöhnlichen Ideen zur Touristenattraktion werden kann. Gemeinsam haben die Aktionen, dass sie sehr nachhaltig wirken und nicht gleich wieder verpuffen. Ansonsten sind die Wege, die ich hier präsentiere, so unterschiedlich wie man sie sich nur vorstellen kann. Natürlich funktioniert nicht jede Idee überall. Aber man sollte sich auf jeden Fall davon inspirieren lassen und die Ideen auf das eigene Konzept übertragen. Ganz nach dem Motto dieses Blogs: Wir bieten unseren Lesern keine Patentrezepte an, sondern einen Ideenbaukasten zum Weiterbasteln an. Jeder ist selber gefragt, die Ideen so zu übertragen, wie es zu ihm passt. Nur das ist authentisch und nachhaltig.

In den USA gibt es fast an jeder Straßenecke ein Steakrestaurant. Da fällt es dem einzelnen Restaurantbesitzer nicht wirklich leicht, sich von seinen Konkurrenten abzuheben. Mit ein bißchen Grips und Phantasie ist das allerdings möglich, wie es die Betreiber der “Big Texan Steak Ranch‹ in Amarillo (Texas) – liegt an der Route 66 – beweisen. Sie bieten ihren Gästen eine Wette an: Wer innerhalb von 60 Minuten ein 72 oz Steak inklusive der Beilagen komplett vertilgt, muss nichts für das Essen bezahlen und bekommt ein Winner-T-Shirt und eine Urkunde. Wer es nicht schafft, der muss den Normalpreis von derzeit 72 USD berappen. Aus leidigen Erfahrungen darf der Gast allerdings den Preis vorher bezahlen und bekommt bei Erfolg das Geld wieder zurück. Mehr als 50.000 Menschen haben sich bisher auf diese Wette eingelassen. 8.500 Gäste (17 %) habe es dann auch tatsächlich geschafft, die Wette zu gewinnen. Die Gewinner erhalten als Andenken ein Winner-T-Shirt und eine Urkunde. Der Lohn: In vielen Reiseführern und Reisesendungen wird das Restaurant als Geheimtipp gehandelt. Viele Neugierige kommen einfach hin und essen dann nur eine Normalportion.

Hinter dem “Naked Cowboy‹ steht Robert John Burck, der am 23. Dezember 1970 in Cincinatti (Ohio / USA) geboren wurde und sich selber als Schauspieler, Sänger und Songwriter betitelt. 1998 begann er am Venice Beach in Los Angeles, sein Geld als Straßenmusiker zu verdienen. Ein Freund gab ihm den Tipp, dass er nur ausgerüstet mit Unterhose, Cowboystiefeln und Gitarre viel mehr Geld verdienen könne, da sein Körper mehr als sehenswert ist. Mittlerweile ist sein “Stammsitz‹ am Times Square in New York. Er gehört zur Millionenstadt als Touristenattraktion genauso wie die Freiheitsstatue, die Wolkenkratzer und Wall Street. Sein Geld verdient er, indem er sich mit Touristen gemeinsam fotografieren lässt und dafür ein “Trinkgeld‹ erhält. Damit hat er sich schon ein nettes Häuschen und ein dickes Auto finanzieren können. Vermehrt wird er auch als Attraktion zu Großevents eingeladen. Und in Fernsehshows geht er auch ständig ein und aus.

Ich kenne keinen Reiseführer über Birmingham, in dem nicht die Aussenansicht des Selfridges-Kaufhauses abgebildet ist. Kein Wunder, ist die Aussenhülle dieses Kaufhauses atemberaubend. Auf der blauen Betonhülle sind unzählige runde Metallplatten befestigt. Dadurch sieht das Gebäude wie ein gerade gelandetes UFO aus. Sehr erfrischend ist, dass am Gebäude keine Neonschilder, Werbeplakate etc. angebracht sind. Das Kaufhaus braucht ja auch keine Werbung für sich, das machen die Reiseführer schon von selbst. Auch die Innenarchitektur ist faszinierend. Man wandelt eher durch eine Erlebniswelt, als durch ein Kaufhaus. Kein Wunder, dass dieses Kaufhaus zu einem der Wahrzeichen von Birmingham gehört. Man muss eben nicht immer schrillen Kampagnen fahren, um aufzufallen. Vielmehr muss man sich einfach nur einzigartig und wunderschön präsentieren und den Rest der Werbung machen die Reiseführer und Mundpropaganda. Investieren Sie lieber in eine langlebige Architektur als in schnell verpuffende Anzeigenkampagnen!

Für viele Touristen und Einheimische ist es ein Ärgernis, wenn die ganze Stadt umgegraben wird und sich eine Baustelle an die andere reiht. Die Stuttgarter machen aus der Not eine Tugend, indem sie Baustellen-Besichtigungen und Städtebau-Rundfahrten entgeltlich anbieten. Das spricht sich nicht nur bei den Touristen rum. Als n diesem Jahr Bauarbeiten für Stuttgart 21 begannen, gingen die Hoteliers rund um den Hauptbahnhof in die Offensive gehen. Die Hotelgäste rund um die Baustelle werden kostenfrei zu Führungen auf der Baustelle eingeladen. Die Stuttgart-Marketing GmbH rechnet sogar mit 50.000 Übernachtungen mehr durch den Baustellen-Tourismus. Und jeder kann mitmachen, indem er seine Bauvorhaben, die er in Stuttgart plant oder gerade durchführt, auf der Webseite www.stuttgart-baut.de veröffentlicht. Die Bauunternehmen können sich umgekehrt eintragen und aufzeigen, was sie leisten und anbieten können. So entsteht langsam aber stetig ein kleiner Onlinemarktplatz.

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