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Die Macher der Knastvögel verbinden ihr soziales Engagement mit ihrer Pressearbeit

Die 22 jährigen Marius Follert und Niels Wildung sind Gründer und Geschäftsführer der Farbflut Entertainment GmbH, die Online Spiele entwickeln und weltweit betreiben. Sehr bekannt sind das Pennergame und die Knastvögel. Sehr gut gefällt mir am jungen Hamburger Unternehmen, dass es sich aktiv für soziale Minderprivilegierte engagiert, indem es regelmäßig einen Teil der Einnahmen zugunsten wohltätiger Projekte spendet und eng mit sozialen Einrichtungen zusammenarbeitet. Sie wollen sich damit aber nicht freikaufen, sondern gesellschaftlich uns sozial engagieren, wobei es zu den Themen der Spiele passen sollte, damit alles konzeptstark bleibt.

Die neueste Aktion wurde jetzt per Pressemitteilung vermeldet: Die Macher des Browsergames „Knastvögel“ (www.knastvoegel.de) spenden jetzt 20 internetfähige Computer an Einrichtungen des Strafvollzugs. Hintergrund: Auf Justizvollzugsanstalten (JVA) und sozialtherapeutischen Zentren mit offenem Vollzug liegt ein zunehmender Kostendruck. Wiedereingliederungsmaßnahmen fallen dem Rotstift zum Opfer. Der Knast produziert deshalb zunehmend kriminelle Biographien und die Gesellschaft muss sich fragen, ob Häftlinge im Gefängnis auf ihre Zeit in Freiheit ausreichend vorbereitet werden. Laut Bundesjustizministerium werden 78 Prozent der Personen mit freiheitsentziehenden Jugendstrafen rückfällig.

Laut der ARD/ ZDF Onlinestudie 2010 nutzen 100 Prozent der gesetzestreuen 14- bis 19-Jährigen das Internet. Aber wie lernen inhaftierte Jugendliche den Umgang mit Medien, obwohl sie vom Zugang zu dem Leitmedium unserer Zeit – dem Internet – ausgeschlossen sind? Deshalb suchen die Macher des Browserspiels „Knastvögel“ jetzt eine JVA, die sich für den verantwortungsvollen Umgang mit Medien einsetzt. „Wichtig ist, dass Know-How vermittelt wird, wie mit dem Internet umzugehen ist – was darf man glauben, wie präsentiert man sich im Netz, wie findet man einen Job“, erläutert Niels Wildung (22), der Kopf von „Knastvögel“, den Auftrag hinter der Computer-Spende. Farbflut erklärt sich bereit, 20 internetfähige Arbeitsstationen zu spenden.

Ich hoffe, das war nur der Anfang für innovative Projekte, um die Knastis zu resozialisieren. Denn ansonsten könnten schnell das Geschmäckle aufkommen, dass nur billig PR gemacht wird. Aber ich bin zuversichtlich, dass sich die Farbflut-Jungs nachhaltig sozial engagieren. Und dann finde ich es auch gar nicht ehrenrührig, wenn sie auch Geld verdienen. Man muss nicht ein Social Business aufbauen, um sich als Unternehmer sozial zu engagieren. Und zudem finde ich die Pressemitteilung von Farbflut erfrischend anders, wie ich ja bereits hier berichtet habe. Und nicht zuletzt berichte ich immer wieder gerne über Aktionen von Farbflut.

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