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Allianz gibt Pressemitteilungen heraus, in der die Schäden des Films „Der Hobbit“ ermittelt werden

Die Allianz Experten Dr. Nils Möckelmann, Fachberatung Sonderschäden und Andreas Hufgard, Großschadensregulierung, sind scheinbar nicht nur große Hobbit-Filmfans, sondern auch „Scherzkekse“. Für das Allianz Kundenmagazin „1890“ (in der Rubrik „Verrückte Zeit“) haben sie berechnet, wie hoch der Haftpflicht- und Sachschaden gewesen wäre, der im Film „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ (virtuell) entstanden ist. Nach der überwältigenden Resonanz hat die Allianz aus diesen Informationen zwei Pressemitteilungen gebastelt und wird dafür von der Presse geliebt. Schauen wir uns die Schadensberichte etwas genauer an:

Laut der Pressemitteilung „Kein Erbarmen mit den Orks: Eine fiktive Schadensberechnung zum Fantasy-Film „Der Hobbit“ ist im Hobbit-Film ein Haftpflichtschaden von 3,1 Mio. EUR entstanden. Der Hauptschaden sei entstanden, weil 25 Riesenwölfe (groß wie Ochsen) verletzt, erstochen oder in die Tiefe gestürzt wurden. Warum entsteht daraus ein Haftpflichtschaden von schätzungsweise 2,5 Mio EUR. Die Antwort ist simpel: „Warge gehören einer vom Aussterben bedrohten Tierart an, so dass ihr Tod höchst bedauerlich und der Schaden kaum zu ersetzen ist. Der Wert eines Wargs wird auf EUR 100.000,- geschätzt, so dass der Schaden von 25 Wargen auf einen Betrag von EUR 2.500.000,- kommt.“

Noch spannender ist die Frage, ob die Allianz als vermeintlicher Versicherungspartner überhaupt die Schadenssumme ausgezahlt hätte. Die ehrliche Antwort lautet: „Als Haftpflichtversicherer der Zwergen-Mannschaft oder von Gandalf müssen wir den Hinweis geben, dass wir dem Zauberer die Deckung versagen könnten, da die Körperverletzungen und Tötungen offensichtlich vorsätzlich ausgeführt wurden. Aufgrund des bekannten Aggressionspotentials der Zwerge und der unheimlichen Zaubermacht von Gandalf könnte es aber sein, dass der Sachbearbeiter im Sinne der Kundenzufriedenheit von der Deckungsversagung Abstand nehmen würde.“

Die Medaille hat immer zwei Seiten. Das macht auch folgende Bewertung deutlich: „Gegenüber den geschädigten Personen bestünden gute Aussichten, die Haftung abzulehnen, da sich zum einen die geschädigten Personen wissentlich selbst in Gefahr gebracht haben, als sie die Zwergen-Mannschaft bzw. Gandalf angriffen. Zum anderen haben die Zwerge und Gandalf in der Regel nur aus Notwehr gehandelt. Aber auch hier kann es sein, dass sich der Sachbearbeiter ungern mit Orks, Trollen etc. wegen der Haftungsablehnung streiten wollen und daher auf Haftungseinwände verzichten würde.“

So richtig spektakulär fällt dann die zweite Pressemitteilung „Eine Orkfestung für über 320 Millionen Euro: Die virtuelle Schadensberechnung zum Film „Der Hobbit“, Teil II“ aus. Demnach haben die die beiden Versicherungsexperten einen Gesamtschaden in Höhe von 323.082.250,00 Euro ermittelt. Allein die Aufräum- und Abbruchkosten für die komplett zerstörten Kathedrale bzw. Festung werden auf 122,5 Mio. EUR taxiert. Die Wiederherstellungskosten des Gebäudekomplexes liegen schätzungsweise bei 197,5 Mio. EUR. (inkl. 1,5 Mio. Selbstbeteiligung des Versicherungskunden). Da kann das Fazit der Experten nur lauten: „Im Sinne der Allianz kann man nur hoffen, dass bei den vorliegenden Schadensummen in einer Gesamthöhe von 323.082.250,00 Euro netto eine Risikoaufteilung mit anderen Gesellschaften vorliegt.“

Wie geil ist das denn? Da kann ich nur sagen, jeder Arbeitgeber sollte genau wissen, welche Hobbys die Mitarbeiter haben und was man daraus machen kann. Und es zeigt, dass man Content meistens mehrfach nutzen kann. Was ursprünglich nur als kleine Randnotiz für ein Kundenmagazin gedacht war, wurde jetzt zu zwei Pressemitteilungen verarbeitet, die von der Presse gierig aufgegriffen wurden. Ein bisschen Humor gehört auch noch dazu. Schliesslich hat sich die Allianz in den PM auch „selbst auf die Schippe genommen“, indem angezweifelt wurde, ob eine Versicherung überhaupt einen Schaden hätte bezahlen müssen. So etwas hören die Kunden eigentlich nicht gerne.

Gefunden bei Focus.de und Allianz

One Response to Allianz gibt Pressemitteilungen heraus, in der die Schäden des Films „Der Hobbit“ ermittelt werden

  1. Na also, man muss nicht immer den Job so ernst nehmen.. Ich finde es eine nette Idee, ich hätte mich über so einen Artikel in so einem Magazin sehr gefreut 😉 Vor allen dingen hat sowas ja potential viral zu werden.
    lg

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