Museum of Bad Art

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Museum of Bad Art ist seit fast 20 Jahren ein Phänomen

Fast jeder auf der Welt kennt das MoMa in New York. Aber kennt Ihr auch schon das MoBA? Dabei handelt es sich um das Museum of Bad Art. Kein Scherz. Wie der Name schon verrät, werden hier Kunstwerke präsentiert, die den Künstlern verunglückt sind. Noch verblüffender ist, dass es dieses Museum (an mehrere Orten) schon fast zwanzig Jahre gibt. Es scheint so zu sein, als ob jede Art von Kunst seine Besucher und Liebhaber findet. Gerne beschäftige ich mich hier nähe mit dem Phänomen des Museum of bad Art.

Der Zufall hilft auf die Sprünge
Wie viele einfallsreiche oder kuriose Ideen fing auch diese Geschichte mit einem Zufall an. Der Antiquitäten-Händler Scott Wilson entdeckte auf einem Flohmarkt das Bild „Lucy in the field with flowers“. Das Bild zeigt eine alte Dame, die über ein Gänseblumchen-Feld zu schweben scheint. Es war einfach handwerklich misslungen. Und Wilson wollte eigentlich nur den Rahmen des Bildes kaufen. Der Antiquitätenhändler zeigte das Bild seinem Freund Jerry Reilly, der sich spontan entschied, das Bild im Keller seines Hauses im Raum Boston aufzuhängen. Als ihm Wilson immer mehr Bilder schenkte, die er im Keller aufhing, entschieden sie sich im Frühjahr 1994, die erste Ausstellung des Museums of Bad Arts im Kellerraum von Jerry Reilly zu veranstalten. Aufgrund des großen Erfolges und der vielen Schenkungen folgten zahlreiche weitere Ausstellungen in diesem Kellerraum.

Es braucht starke Partner
Spätestens als ein Bus mit einer Seniorengruppe vor dem Haus der Reillys stoppte, um sich die skurrile Sammlung anzusehen, entschieden sich die Reillys, andere Ort zu finden, um die stetige wachsende Sammlung an „Kunstwerken“ auszustellen. Deshalb wurde entschieden, ab 1995 im Dedham Community Theater eine Dauerausstellung „einzurichten“. Allerdings hat das Theater nur geöffnet, wenn ein Theaterstück aufgeführt wird. Zudem sind die Bilder im Gang zur Männertoilette aufgehängt. Das ist schon etwas skurril. Aber damit passt der Ort auch zu den Kunstwerken. Und zudem ist der Eintritt kostenfrei, auch für Nichtbesucher des Theaters. Eine zweite Dauerausstellung gibt es seit 2008 im Somerville Theater in Davis Square, Massachusetts. Auch hier werden die Bilder in der Nähe der Toiletten aufgehängt. Allerdings haben hier nur Theaterbesucher kostenfreien Zutritt.

Hohe Akzeptanz von allen Seiten
Hohe Einkaufskosten hat das Museum nicht. Aus dem ganzen Land erhalten Sie „Schenkungen“. Mittlerweile ist die Sammlung auf mehr als 600 Bilder angewachsen. Und selbst die Künstler sind bis auf wenige Ausnahmen nicht böse darüber, dass ihre Bilder in diesem etwas anderen Museum ausgestellt werden. Denn schliesslich wünschen sich die Künstler ein Publikum. Und wenn ihre Kunstwerke abgelehnt werden, können sie mit Recht behaupten, dass ihre Bilder nicht zu den schlechtesten gehören. Und die Museumsbesucher habe keine Scham, die Bilder zu besprechen und zu kommentieren. Schliesslich sind es keine Kunstwerke, die man nur bestaunen kann. Es sind Bilder, die genauso fehlerhaft sind wie wir Menschen. Somit gibt es keine Berührungsängste zwischen Kunstwerk und Museumsbesucher.

Klare Auswahlkriterien
Das Museum hat klare Auswahlkriterien, welches Bild angenommen wird und welches nicht. Jedes erfolgreiche Unternehmen braucht eben klare Regeln. So werden nur Originale angenommen. Die Kunstwerke müssen dem Museum geschenkt werden, Ankäufe werden nicht durchgeführt. Weiterhin dürfen die Bilder nicht auf Samt gemalt sein. Und „Malen nach Zahlen“-Motive werden genauso wenig angenommen, wie kitschige Motive von spielenden Kindern, Babies mit großen Augen etc. Somit kann nicht überraschen, dass 80 – 90 % der Einsendungen abgelehnt werden. Die Kuratoren empfehlen deshalb auch, erst ein Foto des Kunstwerkes einzusenden, um eine kostengünstige Erstprüfung vornehmen zu können. Letztlich werden Kunstwerke gesucht, die handwerklich misslungen sind. Daraus soll jeder etwas für sich mitnehmen.

Fans wollen einen Fanshop
Nicht jeder Fan hat die Gelegenheit, das Museum of Bad Art zu besuchen. Deshalb wäre es aus meiner Sicht eine gute Idee, wenn das Museum wie in seiner Anfangszeit Wanderausstellungen organisieren würde. Dafür bietet es aber viele Fanutensilien im Online-Fanshop an. Hier kann man Bildbände, Poster, Postkarten, T-Shirts mit den Motiven der Bildersammlung erwerben. Das ist eine wichtige Einnahmequelle für das Museum. Ich bin mir sicher, dass die Einnahmen des Fanshops im Falle einer Wanderausstellung noch viel mehr sprudeln würden. Alternativ sind auch Spenden herzlichst willkommen, um die Mitarbeiter und Kuratoren zu bezahlen. Letztlich ist das Museum of Bad Art viel zu groß geworden, um es als Hobby betreiben zu können.

Das Museum of Bad Art ist ein schönes Beispiel dafür, dass jeder Trend Gegentrends hervorruft. Die Menschen wollen nicht immer mit pefekten Dingen konfrontiert werden. Ein weiteres gutes Beispiel dafür ist die Dove-Werbung, in der keine Mager-Models gezeigt werden, sondern Menschen wie Du und ich. Im ersten Moment braucht es dafür sehr viel Mut, aber die Unterstützung und der „Rückenwind“ der Fans kann dafür sorgen, dass es schon bald „hipp“ wird, aus dem Rahmen des Normalen zu entfliehen. Mehr davon bitte.

Mehr Infos bei Daily Mail und Wikipedia

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