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In Marketing - PR, Serie "Geschäftsideen finden"

Neue Geschäftsideen finden (16): Fake-Geschäftsideen

Heute gibt es viele Medien, die gerne über neue, innovative Geschäftsideen berichten. Und nicht immer wird genau recherchiert. Das machen sich auch Werbeagenturen zu Nutze, indem sie sog. Fake- Geschäftsideen entwickeln, um in die Presse zu kommen und zwar nicht nur am 1. April. Erst auf den zweiten Blick oder noch später sollen Medienvertreter und Leser erkennen können, das mit dieser Fake-Geschäftsidee Werbung für ein herkömmliches Angebot gemacht werden soll.

Solche Kampagnen dürfen nicht auf Anhieb als Fake erkannt werden. Weiterhin sollte die Fake-Geschäftsidee einen Bezug zum beworbenen Produkt herstellen können, damit kein Fremdkörpereffekt entsteht. Und sie sollte dafür sorgen, dass auch in sozialen Netzwerken aktiv darüber gesprochen wird. Häufig wird deshalb solch eine Aktion mit einer gehörigen Prise „Provokation“ gewürzt. Auf jeden Fall soll die Aktion eine Botschaft beinhalten, über die nach der Auflösung weiterhin berichtet werden kann.

Das Welpen-Abo
Für viel Aufregung in den Medien sorge die Geschäftsidee „Puppy-Swap“, ein sog. Welpen-Abo. Die Kunden sollten demnach Hundewelpen bestellen und diese wieder zurückgeben (und einen neuen Welpen erhalten) können, wenn sie aus dem süßen Kindesalter herausgewachsen seien. Dahinter steckte die Werbekampagne für die kanadische Tierschutzorganisation “Toronto Humane Society”. Die Organisation wollte in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam machen, dass jedes Jahr 180.000 Tiere in kanadischen Tierheimen landen, wovon 40 % nicht weiter vermittelt werden können.

Die Miracle-Machine macht Wein aus Wasser
Mit dieser Maschine sei man laut Werbebotschaft in der Lage, in wenigen Stunden aus Wasser Wein zu machen. Dafür bräuchte es nur Leitungswasser, Weintrauben, ein paar Zusatzstoffe (im Wert von 2 USD pro Liter Wein) und natürlich die Miracle Machine. Sie sollte im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne für knapp 500 USD vorbestellt werden können. Auch eine passende Gründerstory wurde „gebastelt“. Und tatsächlich berichteten viele Buzz-Medien über diese vermeintliche Geschäftsidee. In Wirklichkeit handelte sich um eine geniale Werbekamapgne für die kleine Hilfsorganisation “Wine to Water”. Diese Organisation will die Wasserversorung in den ärmsten Regionen dieser Welt sicher stellen, z.B. durch den Bau von Brunnen oder Regenwassergewinnungssystemen.

Do-it-yourself Zahnbohrer „Dentidrill“
Vor einigen Jahren wurde auf einer Produktseite der DIY-Zahnbohrer „Dentidrill“ zum Verkauf angeboten. Mit diesem Zahnbohrer sollten sich die Kunden den Gang zum Zahnarzt sparen können und sich selbst bzw. von einem Familienmitglied behandeln lassen können. Der Verkaufspreis lag bei 199 EUR. Man konnte auf einen Link klicken, um den Bohrer vorzubestellen. In Wirklichkeit gelang man aber anschliessend auf die Webseite der Zahnarztzusatzversicherung ixorg, die dort den „Schwindel“ aufklärte und für ihr Angebot Werbung machte.

New Yorker Waffengeschäft für Erstkäufer
Im Jahr 2015 eröffnete in New York City ein Waffengeschäft, obwohl in dieser Stadt die Waffengesetze sehr restriktiv sind. Durch einen Schriftzug im Fenster wurden vor allem potentielle Erstbesitzer von Waffen angesprochen. Und der Zuspruch war enorm. Doch schnell merkten die Kunden, dass dieses Geschäft anders war als die anderen: In diesem Waffengeschäft wurden nur Waffen mit “Historie” verkauft. An jeder Waffe war ein Zettel befestigt, auf dem niedergeschrieben war, wo die Waffe das letzte Mal eingesetzt wurde. Und spätestens jetzt erkannten die Passanten, dass es sich hier nicht um ein normales Waffengeschäft handelte, sondern um ein Guerilla-Marketing-Aktion, die dazu aufrief, den Waffenbesitz in den USA zu verbieten bzw. sehr restriktiv einzuschränken.

Die komplette Serie „Neue Geschäftsideen finden“ können Sie hier lesen.

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