In Marketing - Preis

Neues Pricingkonzept in der Gastronomie: Zahlen Sie für den nächsten Gast

Ich berichte immer wieder gerne über innovative Pricing-Modelle:

  • Kunde zahlt, was er will
  • Kunde zahlt weniger, wenn er unzufrieden ist
  • Kunde zahlt weniger, wenn der Winter kein Winter war (Pirelli-Winterwette)
  • Hotelrechnung wird nach dem Gewicht der Gäste oder der Schuhgröße bemessen
  • Preissubvention durch Dritte, die auch proftieren (Ryanair-Beispiel)
  • Kunde zahlt weniger, wenn der Leistungserbringer nicht ausgelastet ist

Doch das nächste Beispiel toppt alles. Das Siva-Cafe in Indien präsentiert am Ende des Essens keine Rechnung, sondern bitte um eine „Spende“, um die Gäste am nächsten Tag bewirten zu können. Je nachdem, wie spendabel die Gäste am Vortag waren, gibt es ein feudales oder eher sparsames Essen für die insgesamt 60 Gäste, die Platz im Cafe haben. Die Erfinder dieser Idee nennen es „Forward Pricing“.

Die Idee ist einfach genial. Der Gast soll sich im Cafe tatsächlich wie ein Gast fühlen. Das wird dadurch erreicht, dass sein Essen tatsächlich ein Geschenk ist und zwar von den Gästen am Vortag. Das Personal in der Küche kocht zudem mit viel Herz und serviert entsprechend liebevoll das Essen. Das Motto könnte dementsprechend lauten: Zu Gast bei Freunden. Würde solch ein Konzept auch in Deutschland funktionieren? Ein Versuch ist es auf jeden Fall Wert.

Berichtet von diesem einmaligen Konzept hat Christof Santner von futurekitchen auf dem Ideencamp WeissSee. David Jeggle hat mir davon auf dem Ideencamp berichtet. Ich war extrem begeistert, habe ihm aber natürlich den Vortritt versprochen. Gestern hat er jetzt über dieses einmalige Pricingkonzept im ideentower-blog berichtet. Darauf verweise ich sehr gerne.

14 Responses to Neues Pricingkonzept in der Gastronomie: Zahlen Sie für den nächsten Gast

  1. Spannender Versuch. Wenn ich an die Reaktionen zu den Reklamationen bei der Fa. Lands End denke dann kann ich mir selbiges auch hier vorstellen. Das geht doch nie, die Kunden werden das ausnutzen u.ä.. Trotz alledem glaube ich, dass eine solche Idee Chancen hat, wenn die Mitarbeiter im Service dieses Konzept auch leben.

  2. Julian sagt:

    Ich glaube, dass dieses hier in Deutschland fehl am Platze ist.
    ‚Geiz ist geil‘ ist doch das Motto vieler, davon mal abgesehen, dass einige die täglich wechselnden Leistungen gar nicht einordnen können. Kann ich etwas nicht einordnen, dann zahle ich doch im Zweifel weniger, werden sich viele denken.

    Davon mal abgesehen ist die Atmosphäre in einem Café bei einigen zweitrangig und nur der preisgünstige Cappuccino zählt.

    Wir ‚Deutschen‘ sind doch immer noch viel zu steif und konservativ, als das wir eine solche Neuerung zulassen würden.

  3. Hallo Julian,

    ich glaube, dass wir einfach zu wenig neue Dinge ausprobieren und zu schnell uns eine Meinung bzw. Vorurteil bilden.

    Jeden Gründer, den ich betreue, ermutige ich dazu, neue Dinge auszuprobieren, allerdings erst einmal im Rahmen eines Testmarktes oder Testphase.

    Gruss

    Burkhard

  4. Hallo Hans-Gerd,

    Lands-End ist wirklich ein gutes Beispiel. Keiner konnte sich vorstellen, dass das Konzept hier in Deutschland (lebenslanges Rückgaberecht bei Unzufriedenheit) funktionieren würde. Zur Sicherheit hat man allerdings dagegen geklagt und somit dieses Serviceangebot hier in Deutschland verhindert.

    Gruss

    Burkhad

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