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Wie U2 alle Einnahmerekorde bricht

Markenartikler kommen meist gut durch die Krise. Das gilt anscheinend auch im Musikgeschäft. Die Rockband U2 bricht gerade alle Einnahmerekorde, obwohl die meisten Macher im Musikgeschäft über rückläufige Einnahmen gerade beim Verkauf von Tonträgern klagen. Was macht U2 anders? Die irischen Rocker und ihre Berater haben schnell erkannt, dass man zusätzliche Einnahmequellen aufbauen muss, um nicht im Zeitalter der Raubkopien unter die Räder zu kommen. In einem aktuellen WiWo-Artikel wird gut herausgearbeitet, wie U2 den Einnahmenturbo gestartet hat:

  1. Mit Konzerten verdient man heute das Geld
    Während früher viele Bands auf Tour gegangen sind, um ihre neue CD zu promoten, scheint es jetzt genau umgekehrt zu laufen. Die neue CD ist die beste Promotion für die anstehende Tour. Was ein Band wie U2 an einem Konzert verdient, könnt Ihr im Wiwo-Artikel nachlesen.

  2. Leere Kapazitäten nutzen
    Bei der neuen „360°-Tour“ werden auch bis zu 10.000 Plätze hinter der Bühne für bis zu 200 USD verkauft. Dies wurde möglich, weil die ganze Bühne neu konzipiert wurde, so dass jetzt auch die Zuschauer hinter der Bühne freie Sicht haben.

  3. Den Einheitspreis gibt es nicht mehr
    In einigen Stadien, in denen U2 spielt, gibt es bis zu 63 Preiskategorien. Das ist einer der Gründe, warum noch vor 20 Jahren ein Durchschnittspreis pro Ticket von 12 USD und jetzt von 100 USD erzielt wird.

  4. Breite Palette an Fanartikel ist der Garant für hohe Merchandising-Einnahmen
    U2 nutzt neben den Verkäufen vor Ort auch das Internet als wichtigen Verkaufskanal. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands gibt es nicht nur die Standard-F-Merchandisingartikel, sondern z.B. auch hochpreisige Lithografien ab 400 USD. Besonders clever ist, dass auch Merchandisingartikel von vergangen Touren verkauft werden.

  5. Treppenstufenkonzept wird auch beim CD-Verkauf angewandt
    Auch beim CD-Verkauf gilt: Für jeden Geldbeutel das Richtige. Man kann das neue Album im Internet für 5 EUR runterladen, aber auch 80 EUR für eine Luxusedition inkl. CD, Bildband und Poster bezahlen.

  6. Auch als Werbeikone kann man gutes Geld verdienen
    Die Fußballstars machen es vor. Mit Werbeverträgen kann man sehr gutes Geld verdienen. Und U2 mischt hier mittlerweile auch kräftig mit. Während 2006 noch ein U2-iPod herausgebracht wurde, macht U2 jetzt für Blackberry Werbung.

Natürlich kann eine deutsche Nachwuchs-Rockband die Strategie von U2 nicht 1:1 kopieren. U2 ist eben eine Marke geworden und kann deshalb Einnahmen generieren, von denen andere nur träumen können. Und natürlich hat U2 auch den Vorteil, viele Fans im gesättelten Alter zu haben, die auch heute für CD´s noch Geld ausgeben und auch ansonsten das nötige Kleingeld haben, um sich z.B. bei einem U2-Konzert im Sun Life Stadium von Miami eine Suite für 6380 Dollar leisten können. Trotzdem kann man auch als Nachwuchsband das Preistreppenstufenkonzept adaptieren.

3 Responses to Wie U2 alle Einnahmerekorde bricht

  1. NLP sagt:

    hmmm, U2 ist einfach Kult!

  2. […] Durch Preisdifferenzierung hat U2 den Durchschnittspreis pro Ticket in den letzten 20 Jahren von 12 … Die Abo-Kunden der Zeitschrift “Monocle” zahlen 50 % mehr als Käufer am Kiosk Nextrestaurant orientiert sich am Pricing-Modell von Fluggesellschaften und sorgt damit für garantiert volle Auslastung Care 500 reduziert den Kaufpreis für ein Elektroauto deutlich, weil die Batterie nur vermietet wird Durch Produktbundling höhere Preise durchsetzen Dinner for Dogs veröffentlicht auf der Webseite keine Preise, weil die Preis-Leistung erklärungsbedürftig ist Mit dem group-buying-widget syncFu steigt der Absatz bei sinkenden Preisen Sind andere einmal günstiger, gibt es von shoe4you die doppelte Preisdifferenz zurück Mit der Hotelcard werden Restbettenkontingente zum halben Preis angeboten Auf hotelsnapper können die Hotelpreise individuell verhandelt werden […]

  3. […] verschiedener Einnahmequellen deutlich verändert hat. Ich habe das schon vor vielen Jahren am Beispiel von U2 vorgerechnet. Und genau deshalb versucht Spotify nun auch, die Künstler dabei zu unterstützen, mehr Einnahmen […]

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