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Wie das Verschenken von EBooks zum Umsatztreiber werden kann

Wir leben längst im Freeconomic-Zeitalter (Gratiswirtschaftszeitalter). Das große Missverständnis: Freeconomic bedeutet nicht, dass ich meine ganze Produktpalette verschenken muss, sondern nur einen Teil davon. In dem Artikel „Better than free“ habe ich das Prinzip dahinter sehr ausführlich erläutert und acht Wege aufgezeigt, wie man durch das Verschenken von Produkten trotzdem sehr viel Geld verdienen kann. Wie es sich für mein Blog gehört, versuche ich durch zig Beispiele die Prinzipien dahinter immer wieder zu verdeutlichen. Heute will ich das am Beispiel der Gratis-Aktion der Erfolgsbuchautorin Tina Folsom verdeutlichen. Aufmerksam bin ich darauf geworden, weil Ihre Aktion für den Virenschleuder-Preis nominiert wurde, für den alle noch bis zum 30.9.2012 Projekte einreichen können.

Kurz zur Autorin: Tina Folsom schreibt seit 2008 paranormale Liebesromane. Seit Mitte 2010 verlegt sie ihre Bücher selbst und hat bisher mehr als 15 englischsprachige Titel herausgegeben, wovon ein Teil auch in deutscher, spanischer und französischer Sprache übersetzten wurde. Ihre sechsteilige Scanguards-Vampirserie ist ein internationaler Bestsellerserie. In den letzten 2 Jahren hat sie insgesamt über 400.000 Exemplare verkauft (99% davon eBooks) und dabei über 1 Million US-Dollar verdient, das Meiste davon auf dem amerikanischen Markt. Wie ich das schon öfters berichtet habe, sind solche Verkaufszahlen deshalb möglich, weil es sich um einen massentauglichen Roman handelt, der auch in englischer Sprache erscheint und es sich um eine Serie handelt, so dass die Leser zu „Folgetätern“ werden.

Und jetzt zur Ihrer Gratisaktion: Als Tina Folsom dabei war, den 6. Band der Scanguards Vampirserie zu schreiben, stellte sie fest, dass der Abverkauf der anderen 5 Bücher der Serie immer mehr ins Stocken geriet. Deshalb bot Sie den 1. Band der Reihe „Samson’s Lovely Mortal“ im Frühjahr 2012 bei Apple und Amazon kostenlos an. Am Ende des Buches fügte sie Links zu den anderen Büchern der Serie ein, um den Lesern zu zeigen, dass es sich um eine Serie handelt. So wollte sie quasi die „Eintstiegsdroge“ verschenken, um den Umsatz der anderen Bücher zu pushen. Innerhalb von drei Monaten konnte sie fast 80.00 Downloads ihrer kostenlosen Buches verzeichnen. Noch besser: Die durchschnittlichen Monatsverkäufe stiegen von etwa 3.500 Exemplaren (5 Titel) auf etwa 8.600 Exemplare (4 Titel). Das war eine Erhöhung um 147 %. Alle Verkaufszahlen beziehen sich ausschließlich auf Amazon.com.

Seid Ihr auf den Geschmack gekommen? Hier hat Leander Wattig alle bisherigen Einreichungen für den Virenschleuder-Preis verlinkt. Und auch ich habe in meinem Archiv gekramt und Top-10-Ideen für den Abverkauf von EBooks bzw. Büchern aufgelistet:

  1. Wie eine Buchautorin ihr Buch verschenkt und (danach) trotzdem gute Einnahmen erzielt hat
  2. Warum der StartUp-Verlag buch & netz seinen Buchcontent verschenkt und trotzdem gute Geschäfte macht
  3. Kostenloses Buch-PDF gibt es erst nach erfolgreichem Verkauf gedruckter Exemplare
  4. Wenn der Tweet zum Zahlungsmittel wird
  5. Wie für ein Buchprojekt im Vorfeld mehr als 100.000 USD eingesammelt werden konnte
  6. Wie Cosima Reichwein ihr Kochbuch “Vegetarisch für Feinschmecker‹ erfolgreich selbst vermarktet
  7. Wie Ernest Cline für seinen ersten Roman “Ready Player One‹ spielerisch Werbung gemacht hat
  8. LookBook ist mehr als ein Couponheft für Fashion & Beauty
  9. Social Media meets Old Media: Wenn eine Community ein Buch gestaltet
  10. Lessons learned aus Johnny Häuslers erstem EBook-Experiment

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