Hotel-Hanseatin

In Marketing - Preis, Marketing - Service

Hoteliers wehren sich gegen Macht der Buchungsportale

Hoteliers machen gegen die Macht der Buchungsportale mobil. Sie ärgern nicht nur die hohen Gebühren der Buchungsportale, sondern auch über deren Preisparitätsklauseln. Die Hotelbuchungsportale verpflichten mit ihren AGBßs die teilnehmenden Hotels dazu, dass sie keine günstigeren Konditionen über andere Portale oder direkt den Kunden anbieten dürfen. Gerne möchten die Hotel die Preishoheit wieder zurück haben und kämpfen dafür bzw. machen es einfach, wie im hotelconuslting-Blog geschrieben wird:

„Nach einer Umfrage der HSMA unter Ihren Mitgliedern, bei der Präsentanten von über 600 Hotels befragt wurden, wird die von den Hotelportalen geforderte Preisparität immer häufiger nicht eingehalten. 2/3 der Hotels halten sich laut Umfrage bereits nicht mehr an die Preisbindung. Nachdem kürzlich die Abmahnung gegen das Kölner Portal HRS bezüglich der Best-Preis Klausel nochmals bestätigt wurde, werden wohl immer mehr Hotels anfangen, mit den Preisen in den unterschiedlichen Kanälen zu spielen.“

Einige Hoteliers gehen ganz andere Wege. Der Hotelier Eugen Block, Eigentümer des Grand Hotels Elysée in Hamburg schaltet in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Werbeanzeigen, in denen er seine Gäste darum bittet, die Hotelzimmer direkt über die Hotelwebseite zu buchen. Der Text lautet: „Ein guter Gastgeber ist immer ehrlich. Und das beginnt beim Preis. Buchen Sie bei uns direkt und wählen Sie aus 4 Zimmerkategorien zum garantiert besten Preis. Denn Sie sind ja bei uns zu Gast und nicht bei einem anonymen Buchungsportal.“

Das Preisparitätsprinzip gilt nicht für Großeinkäufer wie Firmen, etc. Deshalb kam Wolfgang Heidel, Chef des Parkhotels Del Mar in Sassnitz, auf die Idee, die Webseite Reise-10.de online zu schalten: „Die Webseite reise-10.de lebt von der Idee einer Gemeinschaft von Hotels, die Vorteile direkt und ehrlich an ihre Hotelgäste bzw. Mitglieder des reise-10.de Clubs weitergeben. Die Hotels rabattieren den veröffentlichen Preis um 10 % – als Vorteil für den Club-Gast – und nicht als Provision für Reiseportale. Außerdem haben Sie auch gleich den Kontakt zum Hotel und bezahlen auch direkt beim Hotel.“

Bis zum 31.10.2013 können Interessierte eine kostenlose Mitgliedschaft dieses Reiseclubs -10% beantragen. Nach Angaben von Wolfgang Heidel machen bereits mehr als 800 Häuser auf der Website mit. Wieder einen anderen Weg geht die Hotelgruppe Intercontinental. Die Verantwortlichen denken darüber nach, eine App entwickeln zu lassen, die den Buchungsprozess so einfach werden lassen soll, so dass insbesondere Smartphone-Nutzer lieber direkt bei Interconti als über ein Hotelbuchungsportal buchen wollen. Der Kreativität sind somit keine Grenzen gesetzt, wie z.B. auch Zusatzservices (die nicht bepreist werden) für alle Hotelgäste, die sich direkt anmelden und entsprechende Infos zur Verfügung stellen.

Infoquelle: AHGZ-Newsletter / Foto: Hotel Hanseatin (kein Bezug zum Artikel)

4 Responses to Hoteliers wehren sich gegen Macht der Buchungsportale

  1. klm sagt:

    das perfide ist ja noch, dass die Buchungsportale noch werbekosten für adwords von den hotels erpressen und dann fleißig den hotelnamen buchen. Brand Bidding der assozialsten form ist das.

  2. Tom sagt:

    Nimmt man mal die größeren Gruppen raus und betrachtet die Inhabergeführten Hotels, wird man schnell feststellen – die Betreiber sind eher Koch als Hotelier oder Kaufmann. Ohne die mit „H“ und dem“S am Ende, bräuchten die keine „Homepage“ – [die nennen das immer noch so] – zum buchen.

    Die Präsentation des Hotelprospekts im HTML wäre dann das Maximum.

    Die sog.“Portale“ generieren neben der Buchung – T r a f fi c – und so mancher Hotelier merkt dann, dass er für ca. 18% seines Zimmerpreies für Traffic und Buchung einen satten Preis bezahlt.

    Sich über die Hotelportale aufregen oder gar front machen ? Die Energie dafür vielleicht mal für die eigene Positionierung verwenden. Nicht „ÜBER“ die oder den, sondern MIT und selber.

    Auch für die Hotelerie gibt es sehr gute effieziente am ROI orientierte Marketingfachleute, einfach zu bedienende Buchungssysteme, usw. Mal googlen und dann fragen 🙂

  3. Ich arbeite selber in einem Hotel und ich weiß, dass sich mein Chef auch immer tierisch darüber aufreget. Auf der anderen Seite kommen aber über diese Portale sehr viele Kunden, auch wenn es ein wenig mehr kostet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *