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Spotify kämpft mit verschiedenen Mitteln um die Anerkennung bei den Musikern

Der Musikstreamingdienst Spotify ist von Beginn an erfolgsverwöhnt. Innerhalb von fünf Monaten nach Start im Jahr 2008 konnten schon eine Million Nutzer vermeldet werden. Damit gehört Spotify zu einem der am schnellsten wachsenden WebStartUps der Geschichte (gemessen an den Mitgliederzahlen). Und auch nach dem fulminanten Start wachsen die Nutzerzahlen rasant. Derzeit wird die Marke von 30 Mio. Nutzern angepeilt, wovon mehr als ein Viertel auch zahlende Mitglieder seien.

Allerdings steht Spotify seit Beginn auch stark in der Kritik. Tom Yorke von Radiohead bezeichnete den Streaming-Dienst „den letzten Furz einer sterbenden Industrie“. Ein Kommentator meines Blogs bringt es wie folgt auf den Punkt: „“Künstler verarmen dank Spotify!“ Das sagte David Byrne, Ex-Frontmann der Kultband Talking Heads der Süddeutschen Zeitung. Bei Spotify müsste das Lied einer vierköpfigen Musikgruppe mehr als 230 Millionen Mal (!) pro Bandmitglied angehört werden, damit die Band mit dem Song den amerikanischen Mindestlohn erreiche … Diese Streaming-Dienste zahlten nur minimale Beträge. Selbst Daft Punk, deren Som­mer­hit Get Lucky es “nur” auf über 100 Mil­lio­nen Abrufe schaffte, könnte davon nicht wirklich überleben. Ist das die Zukunft?“

Spotify versucht nun dieser Kritik einiges entgegen zu setzen. Zum einen erläutert es in einem sehr ausführlichen Artikel, wie Spotify funktioniert, wieviel Geld eingenommen wird, wie es verteilt wird und wie jeder einzelne Musiker konkret davon profitiert. Demnach werden 70 % der generierten Einnahmen (Mitgliedsbeiträge, Werbeeinnahmen) an die Rechteinhaber der Musikstücke ausgezahlt. Allein in diesem Jahr waren das 500 Mio USD, seit Start der Plattform 1 Mrd. USD. Pro abgespieltem Song seien das zwischen 0,006 und 0,0084 USD. An einigen anonymisierten Beispielen zeigt Spotify, dass auch unbekannteres Bands (bzw. die Rechteinhaber des Musik) schon jetzt nennenswerte Einnahmen über Spotify erzielen könnten:

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Zudem wird ein Ausblick gewagt, falls Spotify 40 Mio. zahlende Nutzer haben sollte. Dann könnten sich o.g. Einnahmen nahezu verfünffachen. Aber das ist bei 6 Mio. Premium-Nutzern (Stand März 2013) noch „sehr viel Zukunftsmusik“. Realer sind dann schon die Vergleichswerte mit anderen Einnahmequellen. So könne ein Musiker 6.000 – 8.000 USD auf Spotify verdienen, wenn der Song eine Million Mal dort abgespielt werden würde. Vom US-Radio würde er im Gegenzug nur 41 USD erhalten. Verschwiegen wird bei dem Vergleich, was Musiker verdienen könnten, wenn sie ihre Musik via Downloads selbst vermarkten würden.

Insgesamt müssen sich aber alle Musiker bewusst sein, dass sich die Bedeutung verschiedener Einnahmequellen deutlich verändert hat. Ich habe das schon vor vielen Jahren am Beispiel von U2 vorgerechnet. Und genau deshalb versucht Spotify nun auch, die Künstler dabei zu unterstützen, mehr Einnahmen auch über andere Quellen zu generieren. Das beginnt damit, dass die Künstler ab sofort ein Analyse-Tool zur Verfügung gestellt bekommen, um zu erfahren, in welchen Ländern und Regionen welche Musikstücke wie häufig in welchen Monaten gehört werden. Dadurch könnten die Künstler ihre Werbestrategie optimieren und auch konkrete Tourenplanungen durchführen, die sich optimal an der Nachfrage der Fans orientiere.

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Weiterhin wolle Spotify direkt Konzerttickets der Musiker vermarkten, um ihnen dabei zu helfen, ihre neue Haupteinnahmequelle zu stärken. Und zeitnah sollten über Spotify auch Merchandising-Artikel verkauft werden können, damit die Künstler auch in diesem Segment mit Hilfe von Spotify nennenswerte Zusatzeinnahmen generieren könnten. Damit schlägt Spotify aus meiner Sicht den richtigen Weg ein. Allerdings vermisse ich noch mehr Unterstützungstools für junge Bands. Ich fände es prima, wenn Spotify auch mit Eventlive und Ticketometer oder ähnlichen Diensten kooperieren würde. Auch Kooperationen mit verschieden Crowdfundingplattformen wären aus meiner Sicht zielführend. Es gibt noch viel zu tun, aber die ersten Schritte in die richtige Richtung wurden jetzt gemacht.

Mehr Infos unter Spotify Artists

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