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Proaktive Standortpolitik durch Clustering

Seit vielen Jahren ist der Wettbewerb zwischen den einzelnen Kommunen um erfolgreiche Unternehmen entfacht. Häufig fehlt aber hier die Kreativität. Meist versucht man durch einen günstigen Gewerbesteuerhebesatz oder einen geringen Kaufpreis für das Gründstück das Unternehmen genau für seine eigene Kommune zu gewinnen. Viel erfolgreicher und nachhaltiger ist es aber, wenn man die Unternehmen dabei unterstützt, langfristig erfolgreich zu werden bzw. zu bleiben. Was kann hier eine Kommune bzw. deren Wirtschäftsförderung unternehmen? Sie kann z.B. sog. Cluster bilden.

Was sind nun diese Cluster? Ein Cluster – zu deutsch „Traube“ – bezeichnet in der Wirtschaftssprache „eine Häufung von Unternehmen derselben und benachbarter Branchen an einem Standort. Die räumliche Nähe und die unmittelbare Zusammenarbeit in einem Cluster können den Austausch von Wissen zwischen den Unternehmen fördern. Dies kann z.B. durch den Wechsel von Arbeitskräften zwischen den Unternehmen, über Lieferanten- und Kundenbeziehungen oder über wissenschaftliche und Bildungseinrichtungen geschehen. Weiterhin kann sich das Umfeld, wie z.B. Beratungsunternehmen und Kreditinstitute, Spezialwissen über den Cluster aneignen und damit besser untersützen. Genau hier liegt z.B. die Chance für Unternehmen. Sie sollten recherchieren, welche Cluster ihr Standort in Zukunft aufbauen will und sich frühzeitig in dem Thema kundig machen oder aber den Standort wechseln, wenn dort der „richtige“ Cluster aufgebaut wird.

Stadt und Land können unterstützen, indem sie z.B. Arbeitsgemeinschaften, eines Stammtisches oder einer Messe organsieren, oder auch die Einrichtung eines spezialisierten Gründer- und Technologiezentrums initiieren und fördern. Die Idee des Clusterings ist keinesfalls neu. Fast alle regionalen Wirtschaftsförderungen bemühen sich bereits um das Thema. Jedoch ist die Umsetzung nicht besonders kreativ und effektiv. Hier stehen sich die unterschiedlichen Interessen der Lokalpolitiker meist im Weg.

Manchmal sind es auch die kleinen Dinge, die den Ausschlag für eine Ansiedlung geben können. So hat z.B. eine Stadt im Taunus einen erfolgreichen Mobilfunkprovider für sich gewinnen können, weil sie als einzige Gemeinde dem Unternehmen zugesagt hat, die Straße des Firmensitzes nach ihrem Firmennamen zu benennen. Auch in der regionalen Wirtschaftsförderung gibt es damit einfache Best Practice Beispiele, die wenig kosten, außer etwas Gehirnschmalz und Flexibiltät.

Wer mehr über Clustering erfahren will, den empfehle ich folgenden Artikel: „Standortvorteil Cluster“.

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