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OECD Better Life Index: Jeder Leser entscheidet mit, wer an Nr. 1 steht

Ein geflügeltes Sprichwort lautet: „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“ Denn je nach Gewichtung und Berücksichtigung einzelner Kriterien können ganz unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Deshalb ist für mich persönlich z.B. ein Index oder Testergebnis nur aussagekräftig, wenn ich die Kriterien und ihre Gewichtung individuell festlegen kann. Viel zu selten ist das allerdings bisher möglich, selbst im Internet. Auf ein gutes Best-Practice-Beispiel zu diesem Thema bin ich jetzt aufmerksam geworden, den OECD Better Life Index.

Dieser Index zeigt an, in welchen Ländern das Leben besonders lebenswert ist. Die Besonderheit: „Der Better Life Index ist so gestaltet, dass Sie, der Nutzer, selbst untersuchen können, in welchem Umfang die elf Teilbereiche des Index jeweils zu Lebensqualität und Wohlergehen beitragen. Wenn Sie z.B. der Meinung sind, dass die Wohnverhältnisse wichtiger sind als der Zustand der Umwelt, können Sie einfach die entsprechenden Werte in der Toolbar des Better Life Index verändern. Dann sehen Sie gleich, wie die Länder nach Ihren Kriterien positioniert sind.“

Sie können aber noch mehr machen: Wenn Sie Ihren eigenen Index aufgestellt haben, können Sie auf „Index vergleichen“ klicken, um zu sehen, wie sich Ihr Index im Vergleich zu den Ergebnissen darstellt, zu denen andere Menschen in Ihrem Land oder in aller Welt gekommen sind. Wenn Sie auf „Index teilen“ klicken, können Sie Ihren Index Freunden und Bekannten zeigen und so die Debatte über die Voraussetzungen für ein besseres Leben ausweiten. Damit ist der Viraleffekt garantiert.

Hintergrund: Seit ihrer Gründung im Jahr 1961 hilft die OECD den Regierungen bei der Gestaltung einer besseren Politik, damit sie das Leben der Bürger in ihren Ländern verbessern können. In jüngerer Zeit hat sich die OECD intensiv an der Debatte über die Messung des „Wohlergehens“ beteiligt.

Die elf Teilbereiche des Better Life Index (BLI) entsprechen den Aspekten, die die OECD im Rahmen dieser Debatte als unerlässlich für das Wohlergehen der Menschen identifiziert hat, sowohl in Bezug auf ihre materiellen Lebensbedingungen (Wohnverhältnisse, Einkommen, Beschäftigung) als auch auf ihre Lebensqualität insgesamt (Gemeinsinn, Bildung, Umwelt, politischer Rahmen, Gesundheit, Lebenszufriedenheit, Sicherheit und Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben).

Jeder Teilbereich stützt sich auf ein bis vier spezifische Indikatoren: Der Teilbereich Beschäftigung ist beispielsweise auf vier gesonderten Messgrößen aufgebaut: Beschäftigungsquote, Erwerbseinkommen, Langzeitarbeitslosenquote und Arbeitsplatzsicherheit. Für jeden Indikator werden zudem die Ergebnisse von Männern und Frauen verglichen. Zusätzlich wird auch aufgezeigt, welche Auswirkungen der sozioökonomische Status auf die Ergebnisse hat.

Im Index sind die 34 Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) berücksichtigt, d.h. der Großteil der fortgeschrittenen und einige aufstrebende Volkswirtschaften, sowie die Schlüsselpartnerländer Brasilien und Russland. Nach und nach sollen auch die vier anderen Schlüsselpartnerländer der OECD erfasst werden: China, Indien, Indonesien und Südafrika.

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