In Marketing - Service

Beruf der Zukunft: Servicedesigner

Designer gibt es wie Sand am Meer. Von Servicedesignern habe ich bisher sehr selten gehört. Sie haben sich zum Beruf gemacht, neue Serviceideen zu entwickeln, damit die Kundenzufriedenheit und bindung deutlich steigt. In der WiWo gab es im Mai einen guten Artikel über diesen neuen Berufszweig und dessen Bedeutung in der Zukunft. An drei konkreten Beispielen wurden aufgezeigt, wie modernes Servicedesign aussehen kann. Folgende zwei Beispiele haben mir gut gefallen:

  • Yello High-Tech-Stromzähler
    WiWo beschreibt den Service wie folgt: „Die kleine gelbe Kiste misst den aktuellen Einzelverbrauch aller Geräte und hilft bei der energiesparenden Umorganisation des Haushalts. Lohnt es sich, die Wäsche nachts statt tagsüber zu waschen, weil dann der Strom billiger ist? Wie viel Energie braucht der Staubsauger? Was kostet die Standby-Funktion des Fernsehers und was kann gespart werden, wenn man auf die Komfortfunktion verzichtet? „Diese Daten spielt der gelbe Sparzähler auf den heimischen Computer und gibt dem Kunden so die Gelegenheit gegenzusteuern.“
  • Keep the Chance Sparkarte der Bank of America
    Ein interaktives Team der Designagentur Ideo begleitete ein Jahr lang Mütter, um deren Sparverhalten zu analysieren. Man stellte fest, dass es die Mütter nicht regelmäßig schafften, Geld für sich oder die Kinder auf einem Sparpuch zurück zu legen. Allerdings sparten die Mütter sehr fleißig, indem sie Wechselgeld in ein Sparschwein legten. Daraus entstand folgendes Angebot, wie die WiWo gut beschreibt: „Wann immer die Kundin mit ihrer Bankkarte bezahlt, rundet die Bank of America den Zahlbetrag auf den nächsten Dollar auf und überträgt die Differenz vom Giro- aufs Sparkonto. Eingeführt wurde das Sparsystem im Oktober 2005. Nach knapp einem Jahr hatte die Bank für hre Zahlkarte 2,5 Millionen Kunden gewonnen, außerdem wurden 700 000 neue Bankkonten und eine Million Sparbücher eingerichtet.“

Im zweiten Teil der WiWo-Artikels wird gut beschrieben, wie die Servicedesigner konkret vorgehen. Eine gute Arbeitsbeschreibung, wie ich finde. Bevor man sich allerdings über Serviceinnovationen den Kopf zerbricht, sollte man das kleine 1 x1 des Services beherrschen. Dazu gehören nicht nur Freundlichkeit und Zuhören, sondern auch Erreichbarkeit. Die Ansprechpartnerin von ideo Deutschland habe ich vor mehreren Wochen per Mail angesprochen und sie hat sich bis heute nicht gemeldet. Was bringen Innovationen, wenn die Menschen dahinter nicht erreichbar sind?

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2 Responses to Beruf der Zukunft: Servicedesigner

  1. Hilke sagt:

    Also die Idee mit der Sparkarte der Bank of America finde ich echt gut. Momentan machen die ja mit der Übernahme von Merrill Lynch und damit einer ganz neuen Phase der Finanzkrise Schlagzeilen. Finde es aber schön zu sehen, dass dabei doch auch das Tagesgeschäft nicht vergessen wird. Könnte mir so eine Karte auch durchaus für mich persönlcih vorstellen. Sowas wäre bestimmt nicht nur für Mütter interessant.

  2. Niklas sagt:

    Solche Karten werden zwischenzeitlich auch von vielen anderen Banken angeboten, die meiner Meinung nach auch gut und gerne in Anspruch genommen werden und das nicht nur von Mütter. Hier greifen ganz sicher auch noch andere Zielgruppen darauf zurück.

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