Hotel-Hanseatin

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Zielgruppenmarketing funktioniert immer noch: Hotels umgarnen Business-Frauen mit kreativen Serviceideen

Immer wieder lese ich von häufig selbsternannten Marketingexperten, dass die Zeit des Zielgruppenmarketings vorbei wäre. Unsinn. Auch heute lohnt es sich noch, sich in seine Zielgruppen hinein zu versetzen, um ihr (falls sie zu den Wunschzielgruppen gehören) spezielle Angebote und Services unterbreiten zu können. Und genau deshalb hat HRS im Rahmen einer aktuellen Pressemitteilung die zehn besten Hotels für moderne Business-Frauen und Ladys gekürt. Hintergrund: Die Zahl weiblicher Reisender steigt kontinuierlich. Bis 2020 soll ihr Anteil allein bei den deutschen Geschäftsreisenden von aktuell 19 auf 38 Prozent anwachsen, so A. T. Kearney. Den speziellen Ansprüchen, die Business-Frauen dabei an ihre Unterkunft stellen, tragen immer mehr Hoteliers Rechnung: Neben kreativen Komfortextras erfüllen sie auch zunehmend emotionale Bedürfnisse nach Wohlfühlen, Sicherheit und Wertschätzung.

Ein Erfolgsbeispiel ist das Leonardo Hotel mit Sitz in München und Berlin. Neben sicheren Frauenparkplätzen und einem bequemen Kofferservice werden den Kundinnen auf dem Zimmer Wärmflaschen, Schlafsocken, eine kühlende Augengelmaske und ein Kissenmenü zum Auswählen angeboten. Frisch zubereitete, hausgemachte natürliche Gesichtsmasken auf Wunsch und Fitness- und Lightprodukte auf der Roomservice-Karte samt Beautydrinks verwöhnen die Damen nach Feierabend. Alle „Women-Friendly Rooms“ liegen auf einer Etage, jedes Zimmer verfügt über Türspion und Spezialschloss – das vermittelt Sicherheit. Ich sage dazu nur: Rundum gelungen!

Ein ähnlich konzeptstarkes Angebot bietet das Hotel Einstein in St. Gallen mit seinem „Ladies’ Floor“, einer ganzen Etage nur für Frauen. Hier sorgen allein weibliche Angestellte für das Wohl der Damen, verstärkte Videoüberwachung des „Ladies’ Floors“ erzeugt das gewisse Extra an Sicherheit. Alle zwölf Zimmer wurden eigens für die anspruchsvolle Besucherin eingerichtet und verfügen unter anderem über eine große Badewanne mit Badesalz, beleuchtete Schminkspiegel und eine Yogamatte. Ein Kissenmenü und ein Schlafspray (was ist das denn?) sorgen für gute Träume. In der Minibar warten Prosecco, Baileys, Eve & Co. und ein In-Room-Service bringt leichte, kalorienbewusste Gerichte. Die Zimmer sind elektrosmogbefreit. Außerdem ruft das Hotel auf Wunsch „Pink Taxi“ – ein St. Gallener Taxiservice von der Frau für die Frau.

Noch einen Schritt weiter geht das Hotel Hanseatin in Hamburg. Hierbei handelt es sich um ein individuelles Stadthotel nur für Frauen. Das Design der Zimmer reicht von modern bis antik, liebevoll gestaltet ist jeder Raum mit einem Original einer Künstlerin und mehreren Büchern von verschiedenen Schriftstellerinnen. Der herzliche Kontakt mit den Gästen gehört ebenso dazu wie das Frauencafé „endlich“. Hier finden laufend wechselnde Fotoausstellungen und Lesungen statt. Eine gute Alternative für Business-Frauen – hier kommt man wirklich zur Ruhe. Siehe auch das Foto weiter oben.

Wer neben Business-Frau auch gerne Diva ist, kehrt im Kameha Grand in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn ein. Hier gibt es in der einmaligen „Diva Suite“ neben einem atemberaubenden Zimmer mit Blick auf den Rhein einen Make-up-Tisch, ein Plüschsofa und sogar eine frei stehende Badewanne. Gut mitgedacht: Das Zimmer bietet mit seinen 45 m2 Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu drei Frauen – ideal auch für ein glamouröses Erlebnis mit den engsten Freundinnen, den Schwestern oder Trauzeuginnen. Weibliche Seelen dürfen sich beim „Ladies Weekend Package“ auf eine Flasche Champagner mit Erdbeeren auf dem Zimmer freuen, eine halbe Stunde Kosmetik oder Massage, unterhaltsame Frauenmagazine und eine schöne Erinnerungsüberraschung.

Gerne fasse ich hier die Serviceideen aller zehn vorgestellter Hotels zusammen:

  • Frauenparkplätze
  • kostenloser Chaffeuer-Service in Parkgarage
  • Kofferservice
  • Wärmflaschen, Socken, Augenmasken, Kuscheldecken
  • Fußbodenheizung im Badezimmer
  • spezielle Beauty-Sets und Bad-Accessoires
  • „Notfallsets“ mit Ersatzstrumpfhosen in verschiedenen Farben und Größen
  • Frauen- und Lifestyle-Magazine
  • DVD-Serie „Sex in the City“
  • Kissenmenu
  • duftende Blumen im Zimmer
  • Lady´s Weekend Package
  • zimmereigene Tee-Bar (neben einer Kaffee-Bar)
  • Roamservicekarte mit Beauty-Drinks, Fitness- und Lightproduken
  • speziell ausgestattete Mini-Bar
  • Zimmer in Liftnähe
  • Zimmerausrichtung zur Gartenseite
  • Türspion und Spezialschloss
  • Lady´s Etage inkl. Videoüberfachung des Lady Floors
  • Diva-Suiten für Frauen-Gruppen
  • Vermittlung Pink Taxi
  • Masseurinnen, Hair-Stylisten und Personal-Trainer auf Abruf
  • Fotoausstellungen und Lesungen im Hotel

Nach dieser Auflistung kann kein Hotel mehr behaupten, es würde an guten Serviceideen mangeln. Mit diesen Ideen kann man übrigens auch Frauen begeistern, die zusammen mit ihrem Mann oder Lebenspartner im Hotel nächtigen. Vergessen wir nicht: Häufig buchen die Frauen das Hotelzimmer (zumindestens nach meinen Erfahrungen). Und ich könnte mir vorstellen, dass ein Hotel, dass auf der Webstartseite bewirbt, dass es mindestens im Badezimmer eine Fußheizung anbietet, deutlich mehr Buchungsanfragen von Frauen bekommen könnte. Um nur einmal ein Beispiel zu nennen. Man kann sich eben auch zielgruppengerecht verhalten, wenn man gleichzeitig verschiedene Zielgruppen glücklich machen will 🙂

Und noch ein Tipp: Die o.g. Pressemitteilung von HRS ist einfach genial. Ehrlich gesagt wünsche ich mir mehr solcher Pressemitteilungen. Zum einen begeistern Praxisbeispiele nicht nur mich (im Besonderen), sondern alle Journalisten. Weiterhin kann man sich aus der Fülle der Beispiele die herauspicken, die einem am besten gefallen. Dann lieben wir es, wenn wir die passenden Fotos (und bitte eine große Auswahl) gleich mitgeliefert bekommen. Wenn mir jetzt diese PR-Mitteilung noch automatisch zugemailt worden wäre und das am besten ein bis zwei Tage vor offizieller Veröffentlichung, dann wäre ich wunschlos glücklich gewesen. Bitte mehr davon.

12 Responses to Zielgruppenmarketing funktioniert immer noch: Hotels umgarnen Business-Frauen mit kreativen Serviceideen

  1. Lutz Breunig sagt:

    … es soll auch Business-Frauen mit Kleinkindern geben – ein Hotel-Kindergarten fehlt in der Aufzählung.

  2. Wolfram sagt:

    Super Idee, Lutz! Ein Kleinkind für ein oder 2 Tage in einem Hotelkindergarten abgeben. Am besten mehrfach monatlich in verschiedensten Städten, gepaart mit langen Flug- und Bahnreisen. Genau sowas braucht ein Kind. Da ist die positive Entwicklung ja praktisch garantiert. Kopf -> Tisch

  3. Lutz Breunig sagt:

    @Wolfram … zu kurz gedacht: Erstens gibt es – soweit mir bekannt ist – keine Kitas, die das auffangen könnten, und selbst wenn, wäre das Kind längere Zeit ohne die abgereiste „Mama“. Andererseits soll Hotelkindergarten keinesfalls bedeuten, ein Kind dort 24 Stunden zu deponieren. Im Übrigen – nur ein Vorschlag 🙂

  4. Monika sagt:

    Ein schöner Artikel, den ich direkt auf http://www.diva-in-dir.de geteilt habe.
    Danke!!!

  5. klaus grund sagt:

    Hallo,

    ich bin seit über 30 jahre im Vertrieb und Marketing tätig, die Zielgruppenspezifische Orientierung und Ausrichtung ist überhaupt nicht passé.

    In Zürich gibt es auch ein reines Frauenhotel..

    Herzliche Grüße
    klaus grund
    tüv rheinland akademie

  6. Inka sagt:

    Ich find die Idee super. Das hab ich gleich mal den Kolleginnen erzählt und auch schon mit Fahrgästinnen darüber geplaudert. Frauen werden noch eine ganze Weile eine ganz eigene spezifische Zielgruppe bleiben, da bin ich mir sicher.
    Grüße,
    Inka von
    Taxiservice München

  7. Janine sagt:

    Hallo,
    der Link zur Pressemitteilung lässt sich leider nicht öffnen. Davon abgesehen finde ich Ihren Artikel sehr erfrischend und informativ. Was es alles gibt… Gut zu wissen als Frau. 😉 Also vielen Dank!

  8. Hallo Janine,

    danke für den Broken-Link-Hinweis. Habe ich gleich geändert. Dieser Artikel wird auch heute noch häufig gelesen (ein Evergreen). Deshalb sollte er immer aktuell bleiben.

    Eigentlich ist es eine Bringschuld der Presseabteilungen, uns hinzuweisen, wenn sich der Linkt geändert hat.

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