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Im Pariser Swann Club putzen die Mitglieder Schuhe bei Champagner

Berluti ist eine Schuhmanufaktur, die 1895 in Paris vom gelernten Schreiner Alessandro Berluti gegründet wurde. Alles begann mit der Fertigung von Bühnenschuhe für aus Italien stammende Schauspieltruppen. Einige Jahre später entwickelte sich Berluti zur Maßschuhmanufaktur für wohlhabende Pariser und Weltbürger. Als Kunden konnten der Herzog von Windsor, Yul Brynner, Robert De Niro, Gérard Depardieu und auch Andy Warhol gewonnen werden. Neben der excellenten Verarbeitung schätzen die Kunden die unterschiedlichen Ledermaterialien (z.B. Alligator oder Strauß), die bisweilen auf unkonventionelle Weise behandelt und verziert werden. Dieser Luxus hat seinen Preis. Ein Paar maßangefertigte Berluti-Schuhe kosten mindestens 3.000 EUR. Die Schuhe „von der Stange“ kosten mindestens 750 EUR.

Um den Mythos solch einer Marke zu erhalten, muss man sich viel einfallen lassen. Da hilft es, wenn in Christian Krachts Roman „1979“ Berluti-Schuhe als die besten Schuhe der Welt bezeichnet werden. Und natürlich ist es auch „Ehrensache“, dass die Schuhe nur in streng limitierter Auflage über ein eigenes Boutique-Netzwerk weltweit vertrieben werden. Da stört es den Kunden kaum, dass das ehemals inhabergeführte Unternehmen seit 1993 zum Luxusgüterkonzern LVMH gehört. Schliesslich hinterlassen auch heute noch Nachfahren von Alessandro Berluti Spuren im Unternehmen. Dazu gehört vor allem die Enkelin, die gelernte Kostümbildnerin Olga Berluti, die schon in den 60ern in das Unternehmen einstieg und 1980 die Leitung übernahm. Olga Berluti kam Anfang der 90er Jahre auf die Idee, den Swann Club zu gründen, der auch heute nur eine kleine dreistellige Zahl an Mitgliedern zählt.

Claudia Wegner schreibt dazu im shoepassion-Blog: „In Anlehnung an den Romancier Marcel Proust gründete die gebürtige Italienerin 1992 den Swann Club, benannt nach der Erzählung Remembrance of Things Past des französischen Romanciers. Seitdem lädt Olga einmal im Jahr ausgewählte Kundschaft ins Haus Berluti ein für eine Lehrstunde der besonderen Art. Selbstverständlich kleidet Mann sich dem Anlass entsprechend in vornehmer Abendgarderobe. Es fließt Champagner und zwar nicht nur zum Trinken. Nach einem erlesenen Dinner entledigen sich die proklamierten Ästheten ihrer Schuhe und stellen sie auf die mit weißen Damast-Tischdecken dekorierten Tafeln, um sie gemeinsam zu putzen.“

Natürlich kann man nicht selbst einen Mitgliedsantrag stellen, sondern muss dazu von Berluti eingeladen werden. Und dazu zählen nur die besten Kunden. Das Ganze findet unter freiem Himmel bei Mondlicht statt, da dies dem Schuhleder besonders gut tue. Am besten bekomme dem Leder mehrere Tropfen Champagner. Und so ist der Swann-Club schon kurz nach der Gründung zum Mythos und Kult geworden. Es braucht dazu nur die richtigen „Utensilien“ und Rezepte. Überlegen Sie auch einmal, wie Sie mit einem Kundenclub einen Mythos begründen könnten. Genug Anregungen haben Sie, wenn Sie regelmäßig diesen Blog lesen. Werden Sie zum Kult und Mythos für Ihre Kunden, um unverwechselbar zu werden. Machen Sie sich zum Original und nicht zu einer billigen Kopie, um nachhaltig am Markt bestehen zu können und Spuren in der Welt zu hinterlassen.

One Response to Im Pariser Swann Club putzen die Mitglieder Schuhe bei Champagner

  1. […] stelle ich kein Beispiel aus o.g. Buch vor, sondern aus meinem Blog. Es handelt sich um den Pariser Swann Club, in dem nur ausgewählte Kunden der Berluti Schuhmanufaktur auf Einaldung Mitglied werden können. […]

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