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Ideensammlung: Mit Produktaufschritten auf Verpackungen die Kunden begeistern

Im letzten Artikel habe ich aufgezeigt, wie True Fruits durch lustige Produktaufschriften die Kunden zum Lachen bringt. Immer mehr Firmen entdecken die Verpackung als Werbefläche. Aber weniger, um nur Eigenwerbung zu machen, sondern sie auf andere interessante Dinge aufmerksam zu machen. Ich habe im Laufe der Jahre zahlreiche solcher Beispiele hier im Blog vorgestellt und stelle deshalb hier gerne eine Best-Off-Liste zusammen.

Milchtüte als Platz für Suchanzeigen
In den USA ist es schon seit Jahrzehnten Tradition, dass auf Milchtüten die Portraits von vermissten Kindern abgedruckt werden, um so die Chance zu erhöhen, die Kinder wieder zu finden. Etan Patz war das erste vermisste Kind, dessen Gesicht auf Milchtüten gedruckt wurde: Der damals Sechsjährige aus New York verschwand 1979 spurlos auf dem Weg von zu Hause in die Schule. Diese Idee wurde vor kurzem auf Briefmarken ausgeweitet. Aber auch ganz andere Suchanzeigen wurden schon auf Milchtüten gedruckt, wie z.B. die „Bauer sucht Frau“ – Anzeigen. Das nenne ich konzeptstark.

Werbung auf Verpackungen für den guten Zweck
Ähnlich konzeptstark war die Idee von Emmanuel Jesberger und Gaetan Laederich. Die zwei jungen Franzosen bieten Kokoswasser aus den Philippinen unter dem Namen “Vai Vai” an. Wichtig war den Jungunternehmern, dass nachhaltig produziert wird, viele tausend Familien vor Ort dadurch ernährt werden könnten und vom Transport bis zur Verpackung höchste Umweltschutzstandards eingehalten werden. Mediale Aufmerksamkeit erfuhr das Getränk, weil auf der Verpackung Werbung für interessante Non-Profit-Projekte gemacht wurde, die die Welt ein bisschen besser machen sollen, ähnlich wie Vai Vai selber. So wurde der Kauf jeder einzelnen Vai-Vai-Getränkepackung zum Leseerlebnis und es baute sich step by step ein Kooperationsnetzwerk auf, das sich gegenseitig unterstützte.

Brötchentüte als Lesefutter
Seit 2005 nutzen findige Gründer aus Köln die Brötchentüte als “Literaturzeitung”. Der Kleinverlag Lesefutter druckt Werke junger und unbekannter Autoren auf die Rückseite von Brötchentüten. Während auf der Vorderseite das Logo des Bäckers prangt, findet man auf der Rückseite Kurzgedichte und Platz für Werbung. Neben diesen Werbeeinnahmen erzielt der Verlag auch Geld durch den Verkauf der Tüten an die Biobäckereien, Naturkostläden, Reformhäuser und den Buchhandel. Mittlerweile ist die Produktpalette von Lesefutter fast unendlich groß. So werden z.B. auch Tüten angeboten, die Kinder mit Malstiften ausfüllen können etc.

Zeitschrift, die auf dem Flaschenetikett aufgeklebt wird
Ein junge Australierin hat das Ziel, die größte Frauenzeitschrift Australiens zu verlegen. Sie hatte keine Branchenerfahrung und kein nennenswertes Startkapital, dafür aber eine gute Idee. Sie bot ihre Frauenzeitschrift „iLove“ im Pocketformat an und ließ sie auf den Etiketten von Wasserflaschen des größten Mineralwasserbrunnens Australien anbringen. So konnte der Mineralwasserbrunnen seinen Kundinnen einen Mehrwert bieten und die Verlegerin erzielte von Beginn an eine sehr große Auflage. Sie erreichte mit dieser Kooperation genau ihre Wunschzielgruppe.

Mit ausgefallenen Produkteigenschaften werben
Sehr wohl ist auch Werbung in eigener Sache auf der Produktverpackung erlaubt. Verkaufen Sie nicht einfach einen Bleistift, sondern den „3 Miles Pencil“. Der Name verrät schon, dass sie mit diesem Bleistift eine Linie von mehr als 3 Meilen zeichnen können. Das ist Ihnen zu abstrakt? Dann verrate ich Ihnen, dass Sie mit diesem Bleistift einen Tennisplatz 70 mal umrunden können oder 25 Stunden ununterbrochen schreiben können. Oder wussten Sie schon, dass Sie mit 22 dieser Bleistifte die gesamten Werke von Shakespeare hätten schreiben können? Schon erscheint Ihr Bleistift in ganz neuem Glanze.

Ausführliche Informationen zu Inhaltsstoffen, Lieferanten etc.
Ihre Kunden wollen heute mehr über die Herkunft Ihres gekauften Produkte erfahren. Das erkannte Prof. Faltin schon vor langer Zeit. Wer die Chargen-Nummer des Tees der Teekampagne auf der Webseite eingibt, kann den Weg des Tees zum Ursprung rückverfolgen. Mittlerweile gibt es viele solcher Erfolsbeispiele. Auf der Webseite des Marmeladenhersteller “Beerenberg Farm” aus Südaustralien kann man die letzten sechs Stellen des Barcodes eingeben, der auf den Produktverpackungen abgedruckt ist. So erfährt man den Tag der Herstellung des Produkts, Auflistung aller Inhaltsstoffe sowie Namen und Fotos von den Personen, die das Produkt hergestellt haben.

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