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Rip Curl Pro Store versieht jedes Etikett mit Blindenschrift, denn Farben sind für alle da

Vor kurzem habe ich hier im Blog darüber berichtet, wie eine Modekette das Schaufenster zum modischen Farbberater umfunktioniert hat. Ziel dieser Aktion ist es, dass die Menschen mutiger werden und mehr farbenfroher Klamotten tragen, damit die Welt insgesamt bunter wird. Was machen aber eigentlich blinde Menschen, wenn sie im Geschäft oder vor dem Kleiderschrank stehen. Wie erkennen sie ohne fremde Hilfe, welche Farbe die Kleidung hat?

Diese Frage hat sich auch der Rip Curl Pro Store in Warschau gemeinsam mit der Agentur Havas Worldwide Warschau gestellt. Die Lösung: Die Kreativen haben ein Etikett entwickelt, auf dem in Blindenschrift (Braille-Schrift) steht, welche Farbe das Kleidungsstück hat. Dieses Stoffetikett ist auf dem Produktanhänger befestigt und kann jederzeit entfernt werden, um es in das Kleidungsstück einzunähen. Damit ist gewährleistet, dass der blinde Kunde nicht nur im Geschäft, sondern auch im heimischen Kleiderschrank erkennt, welche Farbe sein Kleidungsstück hat.

Die Kreativen hoffen, dass ihre Idee möglichst häufig kopiert wird, damit in Zukunft jeder blinde Mensch bei der Kleiderauswahl die richtige Wahl treffen kann. Als Hauptfigur im Webevideo wurde Pawe? Urba?ski ausgesucht, der als erster polnischer Sehbehinderte den Kilimanjaro bestiegen hat. Die imaginäre Werbebotschaft dazu gefällt mir am besten: Wir vom Rip Curl Pro Store gehen auf alle Wünsche der Kunden ein, weil uns jeder Kunde gleich wichtig ist.

5 Responses to Rip Curl Pro Store versieht jedes Etikett mit Blindenschrift, denn Farben sind für alle da

  1. Endlich mal jemand, der meiner Meinung ist!

    Mals dovan abgesehen, daß es schon seit jeher Blinde Menschen gibt, ist wohl offensichtlich noch niemand auf diese grandiose Idee gekommen. Blinde Menschen brauchen genauso Kleidung und Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs, wie alle anderen auch.

    Ich gehe sogar einen Schritt weiter:
    Vielleicht kommt man auch mal auf die Idee, eine „neue“ SPRACHE an Schulen zu unterrichten:

    Die Gebärdensprache!

    Meiner Ansicht nach, die internationalste aller Sprachen!

    Vielleicht ein kleiner Anreiz für ein innovatives Start-UP, auch solche Kurse an Schulen oder bereits schon in spielerischer Form an Kindergärten anzubieten….

    Und die Eltern können von ihren Kindern noch etwas dabei lernen!

    Und ich wäre sofort dabei, wenn es einen Kurs für Erwachsene teilnehmen gäbe! Weil die Gebärdensprache zwar tonlos, aber lebendig ist und man darauf achtet, was man kommuniziert.

    Einer Form der Unterhaltung,
    a) bei der man die Berührungsängste gegenüber Gehörlosen und Stummen verliert
    b) sich in „deren Welt“ selbst integriert
    c) und diese Art der Behinderung nicht länger ignoriert

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß die Kinder diese Art der Unterhaltung sehr schnell lernen und zudem noch „cool“ finden.

    Andererseits verschwindet dann endlich der „eh Alter-Sprachschatz“ und man konzentriert sich auf das Wesentliche einer Kommunikation.

    Vielleicht ein kleiner Anreiz?

    Es würde mich freuen, wenn man mal wieder hier an dieser Stelle von diesem Thema „hört“

    Eure Claudia vom Kuchenseppel

  2. Hallo Claudia,

    hier gibt es tatsächlich viele Ideen, die Social StartUps umsetzen könnten und sollten.

    Zudem hilft die moderne Technik, wie z.B, Google Glass Blinden in vielen Situationen helfen kann oder die noch geplante Google Kontaktlinse.

  3. Diese Etiketten sind eine wirklich gute Idee. Nur das Einnähen in das Kleidungsstück ist nicht zeitgemäß und für Blinde unnütze Arbeit. Heute gibt es so viele Klebetechnologien o. ä., womit das Übertragen des Etiketts in das Kleidungsstück besser gestaltet werden kann.

  4. Hallo Stefan,

    heute habe ich einen Artikel darüber geschrieben, wie ebenfalls die Zukunft von Etiketten aussehen könnten, nämlich in Form von Chips: http://www.best-practice-business.de/blog/geschaeftsidee/2014/04/23/wird-der-chip-im-kleidungsstueck-bald-normalitaet/

    Es gibt viele Wege nach Rom, jeweils mit Vor- und Nachteilen ausgestattet 🙂

  5. Hallo Burkhard,

    den Artikel habe ich gerade gelesen. Ich bevorzuge allerdings ein nicht funkendes Etikett.

    Clever wäre es z. B., dafür die heute schon vorhandenen Etiketten/Aufnäher mit Markennamen, Pflegehinweisen etc. zu benutzen und dort die Blindenschrift einzuprägen.

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