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USA-Tour (2): Wie ein Straßenmusiker durch Kundenorientierung zum Topverdiener avanciert

In mehreren Blogpostings habe ich schon den Tipp gegeben, dass man dann die volle Aufmerksamkeit seines Kunden hat, wenn er in einer langen Warteschlange steht und nichts zu tun hat, ausßer sich die Zeit zu vertreiben. Deshalb ist es schon sehr clever von zwei Straßenmusikern in New York gewesen, sich dort zu positionieren, wo die Touristen und Einheimischen auf die Fähre zu Freiheitsstatue warten. Diese Schlange ist schon im Frühjahr sehr lange und man wartet schnell mal eine halbe Stunde, bis man auf die Fähre kommt.

Obwohl die beiden Straßenmusiker gerade einmal 50 Meter voneinander entfernt waren, hat nach meiner Beobachtung der eine Musiker in ca. 10 Minuten mehr als 10 USD und damit fünfmal mehr als sein „Konkurrent“ verdient. Wenn man das auf einen Stundenverdienst hochrechnet, dann hat der eine Musiker richtig abgesahnt. Und was war nun sein Erfolgsgeheimnis?

Immer, wenn ein Tourist an ihm vorbeikam, fragte er nach seiner Nationalität. Wenige Augenblicke später spielte er die entsprechende Nationalhymne. Fast jeder fünfte Tourist zückte seinen Geldbeutel und nicht selten flatterte ein Ein-Dollar-Schein in den Pappbecher des Musikers. Das Erfolgsgeheimnis war, dass der Musiker erst mit seinen Kunden Kontakt aufnahm und ihnen dann ein personalisierte Geschenk gemacht hatte. Der andere Musiker dagegen fidelte einfach nur seine Musik runter. Als Vertriebsberater in New York würde ich mit allen Mandanten dieses „Schauspiel“ besuchen. Ein Beispiel sagt mehr als tausend Worte 🙂

4 Responses to USA-Tour (2): Wie ein Straßenmusiker durch Kundenorientierung zum Topverdiener avanciert

  1. Jens sagt:

    Dieses Phänomen kann man doch auch schon bei den „Selbstständigen Pfandglassammlern“ bewundern, es gibt welche die sich freundlich mit der trinkenden Bevölkerung im Park verbünden, die dann die Flaschen bekommen, wiederrum andere die nur „sammeln“ gehen teilweise leer aus.

    Kundenbindung wird wieder groß geschrieben… aber in NYC ist sowieso alles anders , ob es deswegen auch besser ist wage ich zu bezweifeln.

  2. Hallo Jens,

    tatsächlich ist in NYC nicht alles besser und nicht alles, was dort funktioniert, klappt auch hier. Kundenorientiertes Verhalten wird jedoch überall honoriert und das ist die Grundmessage dieses Artikels.

    Mir geht es hier im Blog darum, Denkanstöße zu geben, ohne jetzt ein fertiges Geschäftskonzept zu veröffentlichen, das 100%ig funktioniert.

    Denn jedes Konzept ist nur so gut, wie derjenige, der es ausführt. Und jeder sollte und muss diesbezüglich seinen eigenen Weg gehen, ohne sich in eine Schablone drücken zu lassen.

  3. H.P. sagt:

    Die nicht uninteressante Frage an der Stelle ist wie man das beispielsweise in eine E-Commerce Strategie umsetzen könnte. Henne – Ei Problem, erst muss der Kunde mal bis zu meiner Seite kommen, erst dann kann ich Ihn bearbeiten.
    Wo sind beispielsweise die virtuellen Schlangen in denen man stehen und die Leute fragen kann. Wie ist also diese zweifellos nette Idee in einer praktisch verwertbare Lösung umzusetzen?

    Vielleicht sollte man sich zur Zeit einfach mal mit einem Bauchladen vor’s Arbeitsamt stellen. 🙂

  4. Die „virtuellen Schlangen“ gibt es dort, wo zum Thema des Onlineshops passender Content angeboten wird. Ein Shop, der z.B. Reisen verkauft, wird seine Kunden dort finden, wo Reiseberichte veröffentlicht werden. (Okay, keine wirklich neue Erkenntnis, mich hatte aber die Frage irritiert, denn ich dachte bisher, es wäre allen Shopbetreibern klar, wo man online werben müsse.)

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