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Warum der Möbelversender AmbienteDirect seinen Kundenkatalog abgeschafft hat

Heute liegen in vielen Paketen von Versendern Werbeflyer oder Rabattcoupons von Werbetreibenden bei. Allerdings treffen sie nur selten den „Geschmack“ der Adressaten. Das will das Münchener Start-up Adnymics seit Ende 2014 ändern, indem es ein System zur Herstellung von „intelligenten Paketbeilagen“ für den Onlineversandhandel anbietet (wir haben hier im Blog schon öfters über das Start-Up und dessen Leistungen berichtet).

Dabei wird das Surf- und Kaufverhalten von Onlinekäufern analyisert und auf Basis dieser Informationen individuelle Produktempfehlungen und redaktionelle Inhalte erstellt, die den Versandpaketen in Form von hochwertigen, personalisierten Paketbeilagen hinzugefügt werden. Die Beilagen werden just-in-time in der Logistik von Onlinehändlern produziert. Werbetreibende können in diesen Paketbeilagen zielgerichtete, intelligente Paketanzeigen buchen.

Besonders gut gefällt uns in diesem Zusammenhang die Werbestrategie des Möbelversenders AmbienteDirect. Dieser Onlinehändler hat seinen umfangreichen Kundenkatalog abgeschafft und setzt mithilfe der Technologie von Adnymics stattdessen auf individualisierte Broschüren, die auf Basis des Surf- und Kaufverhaltens jedes einzelnen Kunden personalisierte Produktvorschläge kuratiert zusammenstellt.

Ab sofort muss sich der Kunde nicht ärgern, dass viel Papier umsonst verschwendet wurde, um dem Kunden sein Produktportfolio präsentieren zu können. Wir würden uns wünschen, dass sich Katalogversender von diesem Vorzeigebeispiel inspirieren lassen würden, in Zukunft unsere Briefkästen nicht mehr mit unnützer Werbung vollzustopfen. Auch bei der Offline-Werbung gilt: Weniger ist mehr, Hauptsache die Werbung ist individuell auf den Zielkunden zugeschnitten.

Bleibt die Frage, ob Printwerbung überhaupt noch zeitgemäß ist? Laut einer Studio von Xerox gewinnt Direktmarketing in Print-Form wieder an Bedeutung. Demnach werden 70 Prozent der Direktmarketing-Schreiben, die ein Haushalt monatlich erhält, geöffnet und immerhin 3,7 Prozent der Leser reagieren auf diese. Zum Vergleich: Nur 0,2 Prozent der Adressaten von Werbe-E-Mails reagieren auf diese Werbeform.

Achtung: 44 Prozent der Adressaten von Direkt-Mailings warfen gemäß o.g. Studie gedruckte Werbung sofort in den Mülleimer, wenn die Inhalte für sie nicht relevant waren. Umgekehrt öffneten 80 Prozent der Kunden die Werbepost häufiger, wenn die Inhalte auf sie persönlich zugeschnitten waren.

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