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In Serie "Geschäftsideen finden"

Neue Geschäftsideen finden (21): Kostenstrukturen optimieren

Wenn man das Canvas-Modell durcharbeitet, gibt es viele Ansatzpunkte für die Entwicklung einer einmaligen Geschäftsidee. Dazu gehört auch, die Kostenstruktur zu optimieren, um entweder Preisführer zu werden oder hohe Margen zu erzielen. Viele Gründer vernachlässigen allerdings aufgrund fehlender Skaleneffekte und Einkaufsmacht diesen Aspekt. Das kann allerdings ein Fehler sein, wie die Beispiele weiter unten zeigen.

In unserem Ratgeber-Special „Der Preis macht den Unterschied“ zeigen wir, welche Ansatzpunkte es gibt, um unnötige Kostenfaktoren zu eliminieren: Zwischenhändler ausschalten, Fixkosten vermeiden, Warenlager vermeiden, Warenumschlagshäufigkeit erhöhen, nur Leistungen anbieten, die die Kunden bezahlen, Kunden mitarbeiten lassen oder auf Werbung verzichten. Davon können sich auch auch StartUps inspirieren lassen. Denn immer noch besteht der erfolgreichste Weg, Kaufimpulse zu setzen, darin, Preisaktionen zu starten. Damit dies nicht zur ruinösen Aktion verkommt, muss man seine Kosten im Griff haben.

Gusti Leder bietet Top-Qualität und zu „fast“ unschlagbar günstigen Preisen an
Gusti Leder verkauft vorwiegend über den Onlineshop Ledertaschen aus Ziegenleder im Vintagedesign. Viele Kunden sind begeistert, Topqualität zu sehr niedrigen Preisen zu erhalten. Die Gründe dafür liegen in der Ausschaltung von Zwischenhändlern und weil Ziegenleder immer noch in vielen Ländern ein „Abfallprodukt“ ist und damit günstig zu erwerben ist Zudem lässt Gusti Leder hauptsächlich in Indien produzieren, achtet aber vor Ort darauf, dass die Arbeitsbedingungen gut sind und die Arbeiter fair bezahlt werden. Das bevorzugte Werbemedium ist Facebook. Mit sog. Facebook-Sample-Kampagnen werden nicht nur hohe Reichweiten erzielt, sondern auch getestet, wie die Produkte bei den Kunden ankommen. So können Fehlproduktionen und damit unnötige Mehrkosten vermieden werden.

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Faltin´s Teekampagne
Prof. Faltin ist Verfechter des Konzeptes „Gründen in Komponenten“, sprich alle Leistungen outzusourcen, die nicht zum Kerngeschäft gehören und andere besser und billiger durchführen können. Dadurch kann man auch als Kleiner schnell groß werden, ohne dabei große Risiken eingehen zu müssen. Zudem bleiben die Fixkosten sehr gering, weshalb man keine große Margen braucht, um erfolgreich am Markt zu bestehen. Aber genau solch eine Strategie sei schlecht zu kopieren. Sein „Referenzprojekt“ für diese Theorie ist die „Teekampagne“. Die Firma Teekampagne mit Darjeeling-Tee bietet hochqualitativen Tee zu „unschlagbar“ günstigen Preisen an, da die Handelskette verkürzt wurde und der Tee nur in großen „Loseinheiten“ an den Endkunden verkauft wird. Zudem verzichtet die Teekampagne auf kostenintensive Werbekampagnen und verlässt sich auf das Empfehlungsmarketing durch die Kunden.

Brilliant Bicycle bietet Fahrräder ohne Schnickschnack zu fairen Preisen an
Adam Kalamchi war frustriert, als er in den USA ein qualitativ hochwertiges Fahrrad zu fairen Preisen kaufen wollte, um damit Kurzstrecken in der Stadt zu absolvieren. Entweder wurden ihm Massenfahrräder mit schlechter Verarbeitung angeboten oder Hochpreisfahrräder mit allem erdenklichen Schnickschnack zu „Mondpreisen“. Die goldene Mitte schien es nicht mehr zu geben. Deshalb gründete er zusammen mit einem Geschäftspartner die Firma Brilliant Bicycle. Ziel ist es, Top-Qualität-Fahrräder ohne Schnickschnack zu fairen Preisen anzubieten. Die Kunden können via Konfigurator das wählen, was sie brauchen, nicht mehr und nicht weniger. Nach Bestellung erhalten die Kunden in wenigen Wochen das Fahrrad in Einzelteilen nach Hause geschickt inkl. einer Anleitung, wie es zusammengesetzt werden kann (a la IKEA). Brilliant Bicycle muss so kein großes Warenlager vorhalten, schaltet Zwischenhändler aus und bindet die Kunden in die Produktion mit ein.

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Apo.take hat sich als Arzneimittel-Sparmarkt positioniert
apo.take ist ein Arzneimittel-Sparmarkt, in dem ein Sortiment von etwa 300 bekannten und bewährten Arzneimitteln angeboten wird, jedoch 30% preiswerter als der übliche Apothekenverkaufspreis. Diese günstigen Preise sind möglich, weil sich die Kunden in dem Verkaufsraum selbst bedienen und mit Hilfe von Beratungskarten selbst informieren können. Haben sich die Kunden für ein Medikament entschieden, nehmen Sie die Karte des gewünschten Medikamentes mit zur Warenausgabe / Kasse. Hier beantwortet Ihnen eine pharmazeutische Fachkraft noch offene Fragen. Spricht nichts gegen das gewünschte Medikament, so bezahlen die Kunden dieses und bekommen es ausgehändigt. Dadurch, dass nur sog. „Schnelldreher“ bei apo.take angeboten werden (hohe Warenumschlagshäufigkeit) und der Personal- sowie Raumaufwand auf ein Minimum beschränkt wird, können die dadurch entstandenen Preisvorteile an die Kunden weitergegeben werden. Im Gegensatz zu Apotken-Versandhändler gibt es bei apo.take keine Mindestbestellmenge, Wartezeiten (von mehreren Tagen) und persönliche Beratung. Kein Wunder, dass auch dank eines Lizenzsystems schon sieben Standorte gibt.

Die komplette Serie „Neue Geschäftsideen finden“ können Sie hier lesen.

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