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Neue Geschäftsideen finden (29): Design macht den Unterschied

Viele Produkte sind heute austauschbar. Deshalb bauen viele Unternehmen Produktmarken auf, um unverwechselbar zu werden. Dazu gehören neben Wortmarken auch Bildmarken. Hier macht das Design den Unterschied und sorgt dafür, dass ein Produkt schnell wiedererkannt wird. Aber auch ein besonderes Produktdesign kann dafür sorgen, dass ein Produkt aus der Masse hervorsticht. Und manchmal reicht es sogar aus, eine besondere Produktverpackung zu wählen, um einzigartig erfolgreich zu werden.

Design als Verkaufsmagnet: Method Products
Wie will man als No-Name-Anbieter im Verkaufsregal auffallen? Und das bei Allerweltsprodukten wie Spülmitteln oder Waschseifen. Der Firma Method Products gelingt das beeindruckend. Man glaubt eher, ein Kosmetikprodukt als ein Spülmittel zu kaufen, wenn man sich das Design der Method-Flaschen anschaut. Beim Äußeren hört aber das Design nicht auf. Auch die Farbe und der Duft (z.B. Lavendel) der Reinigungsmittel betören die Käufer. Zudem überzeugen Preis und umweltverträgliche Inhaltsstoffe. So ist es kein Zufall, dass die Produkte von Method schon immer Bestseller waren, auch noch, als das Unternehmen ein Start-Up war.

Dyson besticht nicht nur durch Innovation, sondern auch durch Design
Weltberühmt wurde der Erfinder James Dyson mit seiner gleichnamigen Firma durch den beutellosen Staubsauger, der herkömmliche Staubsauger unter Aspekten der Saugleistung „alt aussehen“ ließ. Aber der Staubsauger fiel nicht nur durch seine Saugleistung auf, sondern auch durch sein atemberaubendes Design. Schnell wurde sein hochpreisiger Staubsauger auch dank des Designs zum Statussymbol (gerade für) Männer.Mittlerweile hat Dyson noch mehr Produkte im Sortiment, wie z.B. Ventilatoren, Heizlüfter, Luftreiniger, Luftbefeuchter, Haartrockner und Händetrockner. Seine Prinzipien bleibt er aber immer treu: Viel Geld in Forschung und Entwicklung investieren, wenig in Marketing. Wichtig sind Patente und Design, um mit den hochpreisigen, innovativen Produkten viel Geld verdienen zu können.

crose

Das einzigartige Design macht die mimoco – USB Sticks zu Sammelobjekten
USB-Sticks sind heute aus dem Alltag fast nicht mehr wegzudenken. Beim Kauf achten wir zwar auch auf Qualität, aber im wesentlichen auf einen möglichst günstigen Preis. Wie sollen in diesem starken Wettbewerbsumfeld überdurchschnittliche Margen erzielt werden? Die Gründer von mimoco hatten dafür die passende Lösung. Sie produzieren und verkaufen Designer-USB-Sticks als Sammlerstücke in limitierter Auflage. Je nach Speicherumfang kosten diese Sammlerstücke zwischen 16,99 und 64,99 USD. Auch wenn mimoco Lizenzgebühren an die Rechteinhaber bezahlen muss, so verdienen sie trotzdem noch sehr gutes Geld mit ihren Produkten, im Gegensatz zu vielen Konkurrenten.

Der E-Cruiser von Johammer ist atemberaubend schön und ein Verkaufshit
Johann Hammerschmid begann im Jahr 2005 damit, ein Elektro-Motorrad zu entwickeln. Die Wahl fiel auf ein E-Motorrad, weil sich das mittelständische Unternehmen finanziell nicht hätte leisten können, ein mehrspuriges Fahrzeug (= Auto) zu entwickeln. Von Beginn war das Ziel, ein ganz neues E-Bike zu konzipieren, einen E-Cruiser. Das sollte der Kunde auch sofort erkennen. Deshalb ist das Design dieses Motorrades so anders. Und es ist atemberaubend schön. Diese Schönheit ist ein wichtiges Verkaufsargument, denn letztlich kostet der J1 von Johammer mehr als 20.000 Euro.

Bei Zotter macht neben dem Produkt auch die Verpackung den Unterschied
Was andere in Werbung investieren, investiert der Schokoladenhersteller Zotter in das Produkt. Das zahlt sich langfristig aus. Der Kunde hat bei Zotter das Gefühl, etwas Besonderes in der Hand zu halten. Das beginnt schon bei der Verpackung. Rasch erkannte Zotter, dass neben der Produktqualität die Verpackung die beste Werbung und ein Garant für den Verkaufserfolg eines Hochpreisproduktes ist. Schnell wurde die künstlerische Verpackung zur Marke und machte das Produkt unverwechselbar. Damals wie heute zeichnet und entwirft der Künstler Gratze für jede Schokolade ein individuelles Motiv, das den Stil von Zotter prägen soll: künstlerisch, humorvoll, bunt und unkonventionell.

(c) Zotter Schokoladenmanufaktur

Diese Beispiele zeigen, wie auch Start-Ups mit einem atemberaubenden Produkt- oder Verpackungsdesign ohne großes Marketingbudget aus der Masse herausragen können und schnell auch Händler und Vertriebspartner davon überzeugen können, ihr Produkt ins Verkaufssortiment aufzunehmen. Zudem ist schönes Design immer auch ein Preistreiber. Die Kosten für den Designer refinanzieren sich häufig sehr schnell.

Mehr zu dieser Ratgeber-Serie:

Damit es in Zukunft nicht mehr dem Zufall überlassen ist, neue Geschäftsideen zu finden, haben wir vor einigen Jahren die Ratgeber-Artikel-Serie „Neue Geschäftsideen finden“ gestartet. Die Besonderheit: In jeder Ausgabe veröffentlichen wir passende Best-Practice-Beispiele. Unser Ziel ist es, einen praxisorientierten Leitfaden zu erstellen, der hinsichtlich Inhalt, Praxisbeispiele und Umfang einmalig ist. Damit Sie die Übersicht behalten, haben wir die Artikelserie im Magazin-Special „Geschäftsideen finden“ zusammengefasst und dort auf die Detailartikel verlinkt. Unser Fazit lautet: Es gibt viele Wege nach Rom.

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