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Chinesen kaufen in Deutschland besonders gerne in Frankfurt ein



Bildquellenangabe: Thorben Wengert / pixelio.de

Global Blue ist weltweit der führende Anbieter, der anspruchsberechtigten Reisenden dabei hilft, die gezahlte Mehrwertsteuer rückerstattet zu bekommen. Als Marktführer in diesem Segment hat Global Blue einen sehr guten Überblick darüber, welche Reisende in welchen Städten wieviel Geld für welche Waren ausgeben. Diese Daten veröffentlicht die Gesellschaft im Rahmen des Global Blue Shopping Tourist Barometer. Dieser Bericht erfasst in Deutschland die Ausgaben von Reisenden von außerhalb der Europäischen Union, die sich anschließend von Global Blue die Mehrwertsteuer erstatten lassen. Der aktuelle Bericht umfasst die Monate Januar bis September 2012.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Die meisten Tax Free Umsätze machten Händler in Deutschland mit Chinesen. Dort betrug der Anteil 31 %, gefolgt von russischen Touristen mit 23 %. Im Zeitraum Januar – September 2012 gaben alle „Global Blue Tax Free Touristen“ in Deutschland durchschnittlich 326 € pro Einkauf im Einzelhandel aus (Durchschnittsbon). Auch hier sind die Chinesen wieder führend und zwar mit einem Durchschnittsbetrag von 616 € pro Person. Und was stand besonders hoch in der Gunst? Chinesische Touristen gaben 2012 ihr Geld primär für Schmuck und Uhren aus. Weiterhin standen Textilien
mit einem Anteil von 15 % auf der Einkaufsliste.

Und jetzt die alles entscheidende Frage: „Welche Einkaufsstadt in Deutschland stand bei den Chinesen besonders hoch in der Gunst?“ Die Antwort: Chinesische Touristen kauften im Zeitraum Januar – September 2012 am liebsten in Frankfurt ein. Der Anteil von Frankfurt am Umsatz der Chinesen lag bei 40 % gefolgt von München mit 16 % und Berlin mit 10 %. Hierbei hilft natürlich, dass der Frankfurter Flughafen einer DER Knotenpunkte in der Welt ist. Zudem kommen viele Geschäftsreisende nach Frankfurt, um z.B. eine Messe zu besuchen und nutzen dabei die Gelegenheit, für private Zwecke einzukaufen.

Die Händler in Frankfurt haben sich mittlerweile viel einfallen lassen, damit die ausländischen Touristen in ihre Läden strömen:

  • Sie sind Akzeptanzstelle von Global Blue
  • Sie akzeptieren asiatische Kreditkarten
  • Chinesische Muttersprachler werden als Mitarbeiter eingestellt
  • Die Einzelhandels-Mitarbeiter werden speziell geschult (intern und extern)
  • Es werden spezielle Produkte ins Sortiment aufgenommen, die bei den Chinesen besonders beliebt sind (Produkte made in Germany, beliebte Marken der Chinesen, die in China deutlich teurer sind etc.)
  • Reiseführer werden zu Produktschulungen eingeladen und erhalten Verkaufsprovisionen
  • Die bei den Chinesen beliebten Artikel müssen in ausreichender Stückzahl für die ganze Gruppe zur Verfügung stehen
  • Prospekte und Beschriftungen sollten in chinesischer Sprache angeboten werden
  • Separate Verkaufsräume, in denen die Kunden exklusiv bedient werden können, sind bei luxuriösen Waren verkaufsfördernd
  • Für sperrige Artikel sollte ein Nachsendeservice angeboten werden
  • Nicht nur in den Papier-Reiseführern, sondern vor allem bei den App-Reise- und Shopping-Guides sollte man prominent erwähnt sein (und evtl. Werbung schalten).

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, dass man sich als Händler genau damit beschäftigen muss, welche Kundenzielgruppen nicht nur in der Vergangenheit, sondern vor allem in der Zukunft zu den Hauptumsatzträgern zählen. Wenn man diese Zielgruppen ausfindig gemacht hat, ist es elementar wichtig, das Produktspektrum und die Serviceleistungen auf diese Zielgruppen optimal auszurichten. Weiterhin ist es wichtig, die einflussreichsten Influencer ausfindig zu machen und dort Werbung zu machen, wo sich die Zielkunden kundig machen, bevor sie vor Ort einkaufen gehen. Dann hat man gute Chancen, ein „großes Stück vom Kuchen“ abzubekommen.

Jeder Tag ist ein guter Tag, solch eine Zielgruppenanalyse durchzuführen und anschliessend das Marketingmix darauf abzustimmen. Aber gerade nach Durchführung eines Jahresstrategiemeetings, wenn anschliessend die Teilaufgaben verteilt werden, bietet es sich an, solch eine Zielgruppenanalyse durchzuführen. Ich bin immer wieder erschrocken, wie wenig viele Unternehmer ihre wichtigsten Kunden und ihre Bedürfnisse kennen. In solchen Fällen sollte man auch ernsthaft überlegen, sog. Kundenparlamente bzw. -beiräte einzuführen, um die Bedürfnisse der Schlüsselkunden besser verstehen zu können. Es ist nicht wichtig, möglichst viel zu machen, sondern möglichst viel nachhaltig zu machen.

10 Responses to Chinesen kaufen in Deutschland besonders gerne in Frankfurt ein

  1. Markus sagt:

    Ja, die chinesiche Nachfrage kurbelt die Binnenkonjunktur kräftig an.

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