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Neue (Ideen für) Kinos braucht das Land

Der Dienstleistungsmarketing-Blogger Thomas Scheuer nimmt ein Interview mit Fred Kogel, in dem über einen dramatische Besucherschwund in Kinos berichtet wird, zum Anlass, um über fehlende Erlebnisse während seiner Kinobesuche zu berichten:

„Mich wundert stark, dass die Herren von Cinemaxx, CineStar und andere Kinobetreiber so scheinbar ideenlos den Untergang des Kinos verfolgen. Hat aber schon einmal jemand den Kunden befragt, was er von einem Kinoabend erwartet? Wohl kaum, denn anders lässt sich ein heutiger Kinobesuch nicht mehr erklären. Wie läuft ein solcher Besuch denn ab? Er beginnt mit einer ewig langen Wartschlange vor dem mit Sicherheitsglas geschützten Kassenhäuschen (ja, werden dort Vermögen verwaltet?), es folgt ein noch längeres Warten beim Kauf von völlig überteuerten Popcorns, Chips und Getränken (die man mühsam balancierend ins dunkle Kino bringen muss), es geht weiter mit festgeklebten Schuhen am Teppichboden und Popcorn-Resten am Sitz (wohin stelle ich jetzt den Colabecher? Achja, bleibt nur der versiffte Boden), der ungeklärten Frage, wohin meine Jacke jetzt kommt und so weiter. Liebe Kinobetreiber: was ist aus dem “Event‹ Kinobesuch geworden?“

Thomas wünscht sich konkret, dass der Kinobesuch zum Erlebnis wird und das Anschauen des Kinofilmes nur ein Erlebnis innerhalb eines unvergessenen Kinobesuches sein soll. Da fällt mir gleich ein Best-Practice-Beispiel ein: Das Cinecitta-Kino in Nürnberg. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, dann werden hier mehr als 50 % Umsatz mit der Gastronomie gemacht. Anstatt einer bei vielen Kinos vorhandenen zentralen Concessionbar verfügt das Cinecitta über mehrere Foyerbars, die jeweils die Besucher der sich in der Nähe befindlichen Kinosäle mit Getränken und kleinen Speisen versorgen. Zusatzeinnahmen werden durch den Videoverleich erzielt. Ich wundere mich sowieso, warum in den meisten Kinos keine Filme ausgeliehen werden können. Die Idee liegt doch so nahe.

Es gibt aber noch ganz andere Ideen. Warum finden in so wenig Kinos Firmenveranstaltungen statt. Damit könnte man sich ein neues Publikum erschliessen. In einigen Kinos finden sogar schon Game-Conventions statt. In einem Kieler Kino finden regelmäßig Theateraufführungen und Salsa-Tanzkurse statt. Und hier in Sulzbach bei Frankfurt finden sogar regelmäßig am Sonntag Gottesdienste statt. Aus meiner Sicht denken die meisten Kinobetreiber viel zu „eng“. Sie sollten vielmehr überlegen, wie sie durch neue Veranstaltungsformate neue Besucher in Ihre Paläste locken können.

7 Responses to Neue (Ideen für) Kinos braucht das Land

  1. Ich gehe gern ins Kino. Bei ins in Stuttgart meistens in den UFA-Palast. Warum? In alle anderen Kinos komme ich mir vor wie in meinem Wohnzimmer. Das ist absolut kein Erlebnis und irgendwie langweilig.

    Dennoch ist das UFA nicht perfekt. Oft wird vergessen, nach der Werbung die „Filmrolle“ einzulegen. Beschwert man sich, sendet man erstmal wieder Werbung, und dann den Film. Es gibt dort auch mehrere Verkaufsstellen für Naschzeug und Getränke – allerdings habe ich es bisher zweimal erlebt, dass mehr als eine Verkaufsstelle geöffnet war.

    Aber etwas muss man dem UFA lassen: So werden regelmäßig Veranstaltungen durchgeführt, etwa wenn ein weiterer Teil eines erfolgreichen Filmes herauskommt. Zumindest sieht es auf den Fotos interessant aus, dort war ich bei solch einem Event noch nicht.

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