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Wie Maulwurf Willi die Einzelhändler vor Umsatzverlusten wegen einer Baustelle schützen will

Eine lang andauernde Baustelle direkt oder in der Nähe des eigenen Geschäftes kann den Umsatz ganz schön in den Keller rauschen lassen. Im Februar 2006 haben wir über eine geniale Werbeaktion für ein Dessousgeschäft berichtet, nachdem der Eingang durch eine Baustelle für lange Zeit schlecht zugänglich war. Das war mit Abstand die beste Werbung für einen baustellengeschädigten Einzelhändler, die ich bisher gesehen habe. Doch jetzt kommt Konkurrenz auf. Und wer anders könnte u.a. dahinter stecken, als der innovativste Fleischermeister Deutschlands, Ludger Freese:

In seinem Blog erläutert er, wie er zum „Baustellenmarketier“ geworden ist: „Wer im Ort (Visbek, Anmerkung der Redaktion) eingebunden ist, kommt um die „Ehrenarbeit“ kaum herum. Im örtlichen Handels- und Gewerbevereins stehen jede Woche viele Aufgaben an. So arbeiten wir zur Zeit an einem „Baustellen-Marketing“, weil der gesamte Ortskern neu gestaltet wird. Kein Stein bleibt liegen, wenn die Fahrbahnen, Bürgersteige, Parkbuchten, Beleuchtungen und Bäume im Ort erneuert werden. Der erste Bauabschnitt ist fast fertig gestellt. Weitere 12 Monate werden jedoch die Bagger und Straßenabsperrungen das Ortsbild prägen.“

Und die Jungs haben sich eine Menge einfallen lassen, um den Umsatz durch die Großbaustellen nicht einsinken zu lassen:

  1. Zuerst wurde für alle Baustellenmarketingaktionen ein Maskottchen entwickelt (siehe oben), das auf den Spitznamen „Willi“ hört (Maulwurf = Erdarbeiten, wühlen, etc.)
  2. An alle Gewerbetreibende wurden Schlüsselanhänger mit Willi-Anhänger verteilt, die an die Kunden verschenkt werden sollen.
  3. „Maulwurffänger“ werden in unregelmäßigen Abständen durch die baustellengeplagte Ortschaft geschickt. Jeder Passant, der auf Nachfrage den Willi-Schlüsselanhänger vorzeigen kann, erhält ein Präsent.
  4. Wer die 24 Felder der von den Geschäften ausgehändigten Maulwurf Cards vollständig abgestempelt bekommen hat, kann am Ende der Aktion an einer Tombola mit viele reizvollen Preisen teilnehmen.
  5. Weitere Aktionen sind monatliche Baustellenpartys mit Visbeker Rockbands, Bausstellenevents und Spiele für die Kunden.

Was gefällt mir an diesem Marketingkonzept besonders gut? Es sind nicht verzweifelte Einzelaktionen, sondern alle Bestandteile einer konzertierten Aktion. Keine dieser Ideen sind wirklich neu. Aber darauf kommt es gar nicht an. Sondern vielmehr darauf, dass die Ideen wie ein Mosaik passend zusammengestellt wurden und ineinander greifen. Am besten finde ich allerdings, dass man sich nicht dem Schicksal ergibt, sondern das Problem „Baustelle“ als Anlass nimmt, um neue Vermarktungsideen zu entwickeln, die für mehr als für weniger Umsatz sorgen.

Und was gefällt mir noch daran. Die Ideen sind beliebig erweiterbar. Wie wäre es damit, Pate eines Maulwurfes in einem Zoo zu werden. Wo gibt es die Baggerworkshops, um auch Neukunden von weiter her zu locken? Warum gibt es keine Belohnung für die Kunden, die zu Hause im Garten einem Maulwurf Asyl anbieten? Warum bietet die Zoohandlung (gibt es in Visbeck eine Zoohandlung?) nicht spezielles Maulwurffutter an? Warum gibt es keinen Antrag, die Stadt Visbek in Maulwurfstadt umzubenennen? Lieber Ludger, bau doch einen Blog für diese Aktion auf und sammle in bester Crowdsourcing-Manier neue Ideen ein. Meine Ideen stifte ich für den ersten Blogeintrag 🙂

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