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Butlers will zum „Zalando für Möbel“ werden

1999 eröffneten die Brüder Wilhelm und Paul Josten zusammen mit Frank Holzapfel in Köln die erste Butlers-Filiale und fanden auf Anhieb eine begeisterte Kundenschar, weil sie in guten Innenstadtlagen Wohnaccessoires zu günstigen Preisen anbieten. Ziel ist es, nicht allein IKEA und Depot dieses lukrative Geschäft zu überlassen. Neben der zentralen Lage der Geschäfte will Butlers immer auch durch außergewöhnliche Aktionen begeistern. Am Tag der Eröffnung des ersten Geschäftes standen 100 Butler bereit, um den Kunden die Tüten bis nach Hause zu tragen. Das brachte gute Presse und begeisterte Kunden.

Seit der Eröffnung des ersten Geschäftes ist Butlers rasant gewachsen. Das kleine Imperium zählt insgesamt 150 Filialen im In- und Ausland, Tendenz steigend, 1000 Mitarbeiter und jährlich weltweit 40 Millionen Filialbesucher. Während die Filialen in Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien und Spanien in Eigenregie betrieben werden, werden für andere ausgewählte Länder Masterfranchisezentralen vergeben. So will man schnell international wachsen, ohne sich finanziell zu verheben. Eine Eigenkapitalquote von 30 % ist der Garant für nachhaltiges Wachstum. Und zudem will man rentabel wachsen. 6 % Umsatzrendite vor Steuern und 15 – 20 % Umsatzwachstum pro Jahr „sprechen hier eine deutliche Sprache“.

Es gibt viele Erfolgsgeheimnisse von Butlers. Da wäre hinsichtlich Sortiment und Lage der Geschäfte die klare Abgrenzung zu den Konkurrenten zu nennen. Auch die Zielgruppe (Frauen mit überdurchschnittlichem Einkommen) steuert zum großen Erfolg bei. Weiterhin wird auch bei Butlers sehr erfolgreich das Knappheitsmarketingkonzept angewendet. Das Sortiment wird ständig gewechselt, von 2500 Artikeln werden pro Jahr 2000 ausgetauscht, damit die Kundin einen Grund hat, möglichst bald wiederzukommen. Hinzu kommt die clevere und stringente Expansionspolitik (wie oben beschrieben). Ein weiteres großes Erfolgsgeheimnis lautet: Multi-Channel-Marketing.

Butlers war einer der ersten Händler, der sein gesamtes Sortiment auch online vertrieben hat. Zudem wird die Sortimentserweiterung vor allem online vorangetrieben. So will Butlers langfristig zu einem der größten Möbel-Onlinehändler aufsteigen. Die Ausstellungsstücke werden im Geschäft gezeigt und können online bestellt werden. Zudem soll das virtuelle Einkauf mit Hilfe der Butlers-App kinderleicht und zielsicher werden, Augmented Reality sei Dank. Über ähnliche App-Anwendungen habe ich hier im Blog schon vor über einem Jahr berichtet.

Während viele ECommerce-Anbieter im Möbelsegement wie z.B. kiveda erst noch Showrooms aufbauen müssen, ist Butlers hier schon einen Schritt weiter. Viele rümmpfen beim Stichwort Multichannel die Nase, weil es so wenige Erfolgsbeispiele gibt. Aber es gibt Segmente, wie z.B. dem Möbelhandel, in dem Multchannel auch Vorteile bieten kann. Ich bin gespannt, ob Butlers seine Wettbewerbsvorteile nutzen kann, um im Möbelonlinehandel ein starker Player werden zu können.

Butlers geht aber nicht nur im Handel neue Wege, sondern auch bei der Finanzierung. Seit 20. März 2013 können Kunden und andere Zielgruppen Genussscheine von Butlers zeichnen. Insgesamt sollen auf diesen Weg bis zu 10 Mio. EUR Genussscheinkapital eingesammelt werden. Damit will Butlers dafür sorgen, dass trotz des rasanten Wachstums die EK-Quote weiterhin überdurchschnittlich hoch bleibt, um nicht während der Wachstumsphase finanziell ins Stolpern zu kommen. Warum Butlers allerdings keinen „Möbelzins“ anbietet, also Zinsen in Form von Naturalrabatten, ist mir schleierhaft.

Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um eine Beteiligungsempfehlung. Wir übernehmen keine Haftung für Fehlinvestments.

3 Responses to Butlers will zum „Zalando für Möbel“ werden

  1. […] Der Möbel- und Wohnaccessoire-Händler Butler´s hat sich davon wohl inspirieren lassen und eine eigene App herausgebracht, die aber leider nur Möbel aus dem eigenen Sortiment […]

  2. Marina Weiss sagt:

    Alleine schon den Vorsatz zu nehmen, Ikea und Depot das Feld nicht alleine zu überlassen, ist ein Lob wert. Aber, auch die angebotenen Artikel können gelobt werden. Ich stehe vor einem Umzug und habe mich diesbezüglich nach Einzelmöbeln umgesehen, die mir vom Stil her bei Butlers besser gefallen haben als bei Ikea. Ich liebe es, beim Stadtbummel einfach dort hineinzuspringen und mal eben einen Dekogegenstand oder einen Artikel für die Küche zu kaufen!

  3. Und den Controlle von Butler´s wird es auch freuen, dass so viele Kunden mal kurz vorbei kommen, um Accessoires einzukaufen. Denn hier liegen die Gewinnmargen besonders hoch.

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