scheitern

In Mutmacher, V - Buchbesprechung, V - Unternehmer

Wenn Du einen Gründerboom in Deutschland auslösen willst, dann unterrichte die Kunst des Scheiterns

Schon seit Jahrzehnten bemängeln Wirtschaftsexperten in Deutschland, dass die Gründerquote in Deutschland (im Vergleich zu vielen anderen Ländern) deutlich zu gering ist. Es gibt viele Ideen, diese Quote zu steigern. Fast alle sind sich einig, dass man schon in Schulen damit anfangen sollte, neue Gründer „zu züchten“. Sollte es ein Schulfach „Entrepreneurship“ geben? Ich persönlich bin vielmehr der Meinung, dass den Schülern die „Kunst des Scheiterns“ vermittelt werden sollte. Denn fast kein genialer Erfinder oder Unternehmer hat beim ersten Versuch Erfolg gehabt.

Denken wir an Thomas Alva Edison, der laut Erzählungen mehr als 9.500 Versuche brauchte, bis er die Glühbirne erfand. 9.500 Fehlversuche, um ein Erfolgserlebnis zu haben. Und was für eins. Oder denken wir Walt Disney, der mehr als 60 Banktermine brauchte, um eine Finanzierung für seinen ersten Freizeitpark zu erhalten, obwohl er zuvor schon erfolgreicher Filmemacher war. Diese Reihe könnte beliebig fortgesetzt werden.

Solche krisenerprobte Unternehmer sind in aller Regel gute Wegbegleiter von Gründern, z.B. als Mentoren. Solch ein Mentor hat mir vor einem Jahr sein Erfolgsrezept verraten: “Ich bin nicht Mentor geworden, um den Gründern zu erklären, wie es geht, sondern was alles nicht funktioniert, darin kenne ich mich aus!” Das bringt es aus meiner Sicht sehr gut auf den Punkt. Und wer lässt sich schon gerne von jemanden beraten, der alles besser weiß und kann 🙂

Jemand, der sich in seinen Büchern häufig mit dem Scheitern beschäftigt, ist Gerhard Scheucher aus Wien, wie zum Beispiel bei Ein Irrer schreitet die Parade ab: Zur Kunst des Scheiterns. Laut Scheucher ist “Scheitern heutzutage die Schlüsselkompetenz.”. Oder anders formuliert: „Nur wer früh die Angst vorm Scheitern abbaut, wird später groß denken.“

In einem SPON-Artikel erläutert Scheucher, wie Kinder in Malaysia die „Kunst des Scheiterns“ erlernen. Sie gehen z.B. mit der Schulklasse zu Erfindermessen, um mit Menschen in Kontakt zu treten, die häufig gescheitert sind, bevor sie jetzt kurz vor dem Durchbruch stehen. Diese Form des Anschauungsunterrichtes zeige den Kindern nicht nur, was alles möglich ist, sondern es motiviere sie auch, selbst innovative Dinge auszuprobieren.

Eine weitere Autorin, die sich mit der Bewältigung von Niederlagen beschäftigt, ist Katharina Maehrlein. Sie hat im Jahr 2012 das Buch Die Bambusstrategie: Den täglichen Druck mit Resilienz meistern geschrieben und gibt zum Thema Seminare bzw. ist als Coach aktiv. In der Kurzbeschreibung zum Buch steht:

„Wir alle bewundern Menschen, die mit Druck, Konflikten und Niederlagen leichter fertig werden als andere. Die Herausforderungen nicht nur standhalten, sondern daran wachsen. Diese innere Widerstandsfähigkeit heißt Resilienz. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich gezielt weiterentwickeln. In diesem Buch finden Sie pragmatische Tipps, um in Ihrem Inneren so stark und unabhängig zu sein wie ein Bambus und sich in den Stürmen des Arbeitalltags gelassen biegen zu können, aber nicht zerbrechen zu müssen.“

Zum Schluss empfehle ich noch eine launige Rede von Sascha Lobo auf dem Entrepreneurship Summit. Er sinniert mehr als 15 Minuten darüber, warum er sich viel besser darin auskennt, zu scheitern, als Erfolg zu haben. Etwas kokett ist das schon, weil Sascha Lobo mittlerweile ein Selbstvermarktungskünstler par excellence ist und trotz der viele Misserfolge in der Vergangenheit mittlerweile ein nettes Auskommen hat. Auf jeden Fall ist o.g. Video “Pflichtlektüre” für jeden Entrepreneur.

Bildquellenangabe: Gerd Altmann / pixelio.de

12 Responses to Wenn Du einen Gründerboom in Deutschland auslösen willst, dann unterrichte die Kunst des Scheiterns

  1. TOM sagt:

    Es ist ein Märchen! Man kann nicht – nicht scheitern :-)….und das ist gut so! Der Trick ist, scheitern anzunehmen. Das „Schlechte“ trennen, das „Gute“ behalten und weitermachen – nennt sich scheitern,- passiert ständig.

  2. latolski sagt:

    …hier werden Sie geholfen, oder doch Ihnen??
    Sch… deutsche Grammatik.
    Sollte vielleicht doch heissen: „dann lehre sie..“

    Aus meiner Sicht ist nicht das Scheitern das Problem, sondern die Gesellschaft und Gesetzgebung die es den Gescheiterten schwer bis unmöglich macht einen Neuanfang anzupacken.

  3. nur wenn die Schüler in der Schule die Kunst des Scheiterns erlernen, wird irgendwann auch die Gesellschaft gegenüber Gescheiterten eine andere Einstellung haben. Das ist ein ganz langer Prozess. Die nächsten beiden Gründergenerationen werden diesbzüglich noch Pech haben. Aber irgendwann muss ein Anfang gemacht werden, um diesen Teufelskreis zu zerbrechen.

  4. […] nicht vollendete Projekte mit einem Stigma besetzt werden. Solange in den Schulen noch nicht die “Kunst des Scheiterns” unterrichtet wird, braucht es gute Gründungsideen, um diese Bewegung in Gang zu setzen. Und mit […]

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