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Buchbesprechung „Elon Musk – Wie Elon Musk die Welt verändert“ von Ashlee Vance

Erstmals habe ich im Juli 2006 hier im Blog über eine Unternehmung von Elon Musk geschrieben, Tesla Motors. Seitdem verfolge ich den Werdegang dieses disruptiven Unternehmens und Unternehmers hier im Blog. Faszinierend an Elon Musk finde ich, welchen unterschiedlichen Branchen er bisher seinen Stempel aufgedrückt hat. Dabei fing seine Unternehmerkarriere eher typisch an. Er baute Mitte der neunziger Jahre zusammen mit seinem Bruder das Internet-StartUp „Zip2“ auf, quasi eine Mischung aus „Gelbe Seiten“ und Google Maps. Noch vor dem Platzen der Internetblase baute er dann das FinTech-Startup X.com auf, das später mit Paypal fusionierte, an die Börse ging und schließlich in der Dot.Com-Krise für 1,5 Mrd USD an Ebay verkauft wurde.

Eigentlich hätte er, wie bei X.Com, eine Branche nach der anderen „abarbeiten“ können, um sie ins digitale Zeitalter zu überführen und damit neu zu erfinden. Aber schon in der Kindheit in Süd-Afrika spielte er gerne mit Raketen und träumte von der Reise bis zum Mars. Durch den Verkauf der Paypal-Anteile wurden 180 Mio. USD in seine Kassen (nach Steuern) gespült und jetzt konnte er erst richtig damit anfangen, seine Kindheitsträume „zu leben“. Am ehesten „lebt“ er seine Träume mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX. Dabei verliert er aber nie den Sinn für das Machbare. So ist SpaceX keine Spinnerei, wie viele anfangs dachten, sondern derzeit das weltweit einzige Unternehmen, das ein Raumschiff mit großer Nutzlast wieder auf die Erde zurückbringen kann.

Aus Sicht der Öffentlichkeit schaffte Elon Musk mit Tesla Motors sein „Meisterstück“, weil er im Gegensatz zu Paypal der führende Kopf ist und auch alle Stürme an der Spitze überstanden hat (Kompromisse auch mit Gründungspartnern sind nicht sein Ding, wie die Story von Paypal anschaulich zeigt), obwohl ein Börsending „nicht sein Ding ist“, weil er in diesem Fall zu viele (faule) Kompromisse fürchtet. Nein, er hatte nicht die Ursprungsidee und war auch nicht Gründer des Unternehmens. Aber er baute es zu dem auf, was es bisher ist. Und das war verdammt schwer, wie es im Buch anschaulich geschildert wurde.

Öfters stand er vor der Pleite von Tesla Motors, musste vertraute Partner rausschmeißen und verhandelte schon ernsthaft mit Google über die Übernahme, um ein Scheitern der Unternehmung zu verhindern. Daran können sich heute viele nicht mehr erinnern. Das zeigt aber, dass Elon Musk nicht nur viel Glück hatte, sondern sich in Krisen klar fokussieren kann und auch sehr widerstandsfähig ist. Wer mehr über sein Kindheit, seinen Beinahe-Tod und den Tod seines ersten Kindes weiß, der kann das eher nachvollziehen.

Auf Seite 307 des Buches erläutert der Autor, warum Musk von vielen als schwieriger Mensch und Chef beschrieben wird: „Er (Musk) findet, dass die Menschheit sich selbst behindert und in Gefahr ist, und das will er ändern. Wer in Meetings schlechte Vorschläge oder Fehler bei der Arbeit macht ist nur im Weg und bremst Musk aus. Er hat gegen solche Leute nichts persönlich. Eher verspürt er Schmerz über ihre Fehler, die dafür sorgen, dass die Menschheit noch viel länger bedroht bleibt. Dass er emotionslos erscheint, ist manchmal ein Symptom dafür, dass Musk sich für den Einzigen hält, der wirklich verstanden hat, wie wichtig seine Mission ist… Mitarbeiter müssen mit dem Besten, was sie zu bieten haben, dabei helfen, die anstehenden Probleme zu lösen – oder gehen“.

Dieses Zitat aus dem Buch zeigt, dass der Autor Ashlee Vance nicht das Ziel hatte, die Person Elon Musk in der Öffentlichkeit zu verklären. Er geht in seinem Buch trotz der vielen Interviews mit Musk auf angenehme Distanz, ohne den Fehler zu machen, Musk in eine Schublade zu stecken oder abzustempeln. Ihm gelingt es aus meiner Sicht sehr gut, die vielfältigen Projekte von Musk zu beschreiben, ohne zum Chronologisten zu werden. Und es gelingt ihm, mehr über den Menschen Elon Musk zum Vorschein zu bringen. Letztlich nimmt er sich dafür auch mehr als 300 Seiten „Zeit“. Es lohnt sich, die Zeit zu nehmen, dieses Buch zu lesen, um in Zukunft die bruchstückhaften Infos aus der Presse besser einordnen zu können.

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