In Trends, V - Erfolgsfaktoren

Die „Strategie Orange“ by GastroSuisse: Food-Moduling – das Menü der Zukunft

Daniel Jung, Leiter Berufsbildung des Schweizer Gastronomie-Branchenverbandes GastroSuisse, stellte anlässlich einer Medienkonferenz vom 26. Juni 2007 in Bern die zukünftigen Herausforderungen für die Schweizer Gastronomie vor (Der sehr interessante Vortrag steht hier als PDF zum Download zur Verfügung).

Innerhalb des Vortrages stellte Daniel Jung die „Strategie Orange“ vor. Damit meint er, dass die Gastronomen den Gästen sog. „Food-Module“ anbieten sollten, die der Gast nach eigenen Vorstellungen auwählen und in der gewünschten Reihenfolgen zusammenstellen können soll. Eine Kernaussage innerhalb des Vortrages lautet: „Der Durchschnitts-Gast ist tot; an seine Stelle tritt ein gut informierter Konsument, der Wahlfreiheit und Individualität sucht. Das Drei-Mahlzeiten-Denken ist passé; gegessen wird überall und jederzeit…An deren Stelle tritt das Food-Moduling mit gleichwertigen Komponenten, deren Wahl, Kombination, Reihenfolge und Anzahl der Gast selber bestimmt. Die Vorteile für den Gast: dieser kombiniert nach Lust und Laune, hat die freie Wahl bezüglich Menge und bezahlt, was er konsumiert.“

So wirklich neu klingt das Konzept im ersten Moment nicht wirklich. In Kantinen und Selbstbedienungsrestaurants kann ich „Food-Moduling“ schon seit Jahrzehnten praktizieren. Das Mövenpick-Marche-Konzept, das leider in Deutschland wieder verschwunden ist, hat mir diese Möglichkeitn auch eingeräumt und zwar in einer Art „Marktatmosphäre“. Vapiona hat das Konzept hier in Deutschland sehr erfolgreich aufgegriffen. Und wer nicht gerne von Kochstelle zu Kochstelle laufen will, kann sich z.B. bei Sushi Circle oder Bagger´s hinsetzen und alle Leckereien auf einem Fließband an sich vorbeifahren lassen bzw. an seinen Platz schweben lassen.

Neu ist aus meiner Sicht der Ansatz, das Konzept des Food-Modulings auch auf Bedienrestaurants auszuweiten. Das kann aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen, weil heute die Mehrzahl der Menschen Lebensmittelallergien haben. Zudem gibt es sehr unterschiedliche Ernährungskonzepte, wie z.B. die der Veganer, Vegetarierer etc. Auch wird momentan das Konzept der „Insulin-Diät“ in Deutschland bekannt gemacht. Es handelt sich hier um eine Art Trennkost, die vormittags nur Kohlenhydrate, mittags eine Mischkost und abends nur Eiweißkost zulässt (mit jeweils 5 Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten).

Und warum haben die Macher dieses Zukunftskonzept „Strategie Orange“ genannt? Darauf hatte der Zentralpräsident des Verandes eine passende Antwort: „Die Farbe Orange ist stimulierend, sie steht für die Bereitschaft, Neues zu entdecken, wobei sie gleichzeitig auch polarisiert. „Die Orange erklärt aber auch sehr einleuchtend, dass ein Problem „in Schnitze aufteilbar“ ist, und sie steht damit für verdaubare Häppchen“. Dass dieses Konzept tatsächlich sehr kontrovers diskutiert wird, zeigt der passende Beitrag von Gerhard Schoolmann. Wer jetzt neugierig geworden ist und mehr darüber erfahren will, kann das Booklet „Die Strategie Orange by GastroSuisse“ beim InfoCenter GastroSuisse, Telefon 0848 377 111 für 49 FR beziehen.

Wie man den Zitaten von Künzli und Jung bei vaterland.li entnehmen kann, soll die „Strategie Orange“ als Denkanstoss dienen, um die bestehenden Angebotsstrukturen zu überdenken. Dabei haben die Autoren der Studie wohl auch bewusst provozieren wollen, weil sie von dem sog. „Ich-Gast mit Multiple-Choice-Mentalität“ als Gast der Zukunft sprechen. Hier in Deutschland hätte man seit Scheitern der Ich-AG eher andere Bezeichnungen gewählt.

Neben der Strategie Orange wurden in dem o.g. Vortrag von Herrn Jung auch weitere Herausforderungen für die Zukunft genannt. So sei das Design der Gastronomie und des Angebotes wichtiger als früher: „Die Inszenierung des Angebotes ist oft wichtiger als das Angebot selbst.“ Zudem erwarte der Gast vermehrt die Zusendung von Spezialangeboten per SMS und wolle auch immer öfters per Handy bezahlen. Er sei zudem gegenüber Automatisierung oder Teilautomatisierung in der Gastronomie offen. Systemgastronomie, Gruppenbetriebe oder Anbieter, die Kooperationen (bei Management, Cross Selling, Mitarbeitern, Öffnungszeiten, Finanzen, Produktion, Standorten etc.) eingehen, hätten deutlich bessere Zukunftschancen. Zudem hätten kleine Betriebe nur noch eine Chance, wenn Sie sich einmalig postionieren. Zudem gäbe es einen immer härteren Wettbewerb um die besten Mitarbeiter, die hinsichtlich Produktivität, Auslastung und Gewinnsitution das „Zünglein an der Waage“ seien. Nicht zuletzt müsse das klare Profil vom Chef geprägt werden.

Weitere Infos in Pressemitteilung von Gastro Suisse, Medienmappe von Gastro-Suisse, Vortragsdownload von Herrn Jung, Beitrag von Gerhard Schoolmann, Beitrag in zol und Artikel in vaterland.li.

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8 Responses to Die „Strategie Orange“ by GastroSuisse: Food-Moduling – das Menü der Zukunft

  1. […] Die “Strategie Orange” by GastroSuisse: Food-Moduling – das Menü der Zukunft Lizarran – Tapas-Bar-Franchise aus Spanien Dips´n Stix: Das erste Fingerfood-Restaurant s Baggers: Mischung aus fränkischem Restaurant, Tapas Bar und Selbstbedienung am Platz Babes N Burgers und Kidfresh – Leckeres und gesundes Essen für Kids Quergedacht: Gourmet Burger Kitchen Immer mehr Gastronomen kommen auf die Tüte ChikaLicious Dessert Bar – nichts als Nachspeisen Das erste Schokoladenrestaurant Europas « Mit dem Patientenfahrdienst bietet ein Zahnarzt einen einmaligen Service an   […]

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