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Live Earth – mehr als ein Medienspektakel?

Al Gore reist seit vielen Jahren um die ganze Welt, um die Menschen in unzähligen Veranstaltungen darauf hinzuweisen, dass der drohende Klimawandel katastrophale Auswirkungen haben wird und wir jetzt etwas tun müssen, um das Ruder rumzureissen. Doch der Medienprofi Al Gore weiss, dass man ein Großteil der Menschen nur noch über das Fernsehen erreicht, um so eine Botschaft verbreiten zu können. Damit aber die Message nicht verpufft, müsste man an einem Tag ein weltweites Medienhype verursachen. Nach den Vorbildern der Mukikonzeter Live Aid (1985 von Bob Geldorf organisiert) und Live 8 (2005 von Bono von U2 organisiert) hatte Al Gore die Idee, ein weltweites Musikspektakel an einem Tag zu veranstalten.

Gestern hat nun Live Earth stattgefunden. Auf sieben Kontinenten traten 150 Weltstars wie Madonna, Lenny Kravitz, Red Hot Chili Peppers oder Genesis auf, um für den Klimaschutz zu kämpfen und viele Menschen dafür aufzurütteln. Angefangen hatte die weltweite Konzertreihe um kurz nach 3 Uhr MESZ in Sydney, darauf folgten Tokio, Schanghai, Hamburg, London, Johannesburg, Rio de Janeiro und New York. Mit einem Auftritt der Band The Police ist in New York nach mehr als 24 Stunden der weltweite Konzert-Marathon «Live Earth» zu Ende gegangen und Al Gore bedankte sich vor Ort bei allen Unterstüztern ganz artig.

Die Live Earth Konzerte wurde aber nicht nur live weltweit im Fernsehen übertragen, sondern durch vielfältige Aktionen begleitet. So wurde der Konzertmarathon z.B. von mehr als 7.000 Veranstaltungen in mehr als 100 Ländern begleitet. Pro 7 zeigte gestern abend zu bester Fernsehzeit den Oscar-gekrönten Film „Die unbequeme Wahrheit“. Nach dem Film gab es auf Pro 7 das Galileo-Spezial „Klimafalle Deutschland“. In dieser Sendung wurde aufgezeigt, welche Klimakatstrophen in Deutschland auftreten können, wenn wir jetzt nicht gegenrudern.

Aber auch viele andere Medien habe den Tag zum Klimawandel medial begleitet. Neben vielen Berichten in Zeitungen und Zeitschriften gab es z.B. auch viele Aktionen im Internet, wie z.B. die Aktionsseite „live earth“ von msn. Hier konnte man nicht nur live die Konzerte mitverfolgen, sondern erhält auch viele nützliche Informationen, wie man den Klimawandel stoppen kann. Bis jetzt haben mehr als 150.000 Menschen online versprochen, ihr Verhalten zu verändern, um die Klimakatastrophe zu vermeiden.

Wie bei solchen Aktionen üblich, gab es auch zahlreiche Kritiker. So hat z.B. Spiegel-Online ausgerechnet, dass die Konzertserie bis zu 110.000 CO2 Emissionen verursacht hat, hauptsächlich weil die Menschen per Auto, Zug oder Flugzeug zu den Konzerten gereist sind. Al Gore wird ja selber seit vielen Jahren vorgeworfen, dass er privat ca. zehnmal mehr als andere Menschen an CO2-Ausstoss verursache und damit kein gutes Vorbild sei. Bob Geldorf vermisste, dass im Zusammenhang mit „Live Earth“ keine konkreten Ziele verbunden waren.

Insgesamt hat die Aktion „live earth“ trotz der einen oder anderen Kritik sehr viel erreicht, denn durch welche anderen Aktionen kann man sonst die ganze Welt so stark aufrütteln. Das funktioniert nur durch gemeinsame Aktionen zu einem festen Zeitpunkt in Kombination mit einer intensiven medialen Begleitung. Zudem gab es konkrete Handlungsaufforderungen und es wurden in fast allen Medien Vorschläge gemacht, wie man konkret die CO2-Emissionen verringern kann. Damit aber der Effekt des „Live Earth Tages“ nicht wieder verpufft, wird es wichtig sein, dass daraus nachhaltige Aktionen entstehen, die immer wieder auf die konkreten Probleme hinweisen, Lösungen generieren und viele Menschen dazu bewegen, diese Lösungen umzusetzen.

5 Responses to Live Earth – mehr als ein Medienspektakel?

  1. sigi sagt:

    Ja, richtig oder falsch – die Antwort wird nicht zu finden sein. Superstars und Medienprofis leben halt kein abgeschiedenens Öko-Weisen-Höhlenleben? Denn „Balken im eigenen Auge nicht zu sehen, und dafür den Splitter im fremden Auge groß zu machen‹ – das verbindet Moralapostel mit Al Core und mit allen von uns. Vielleicht würde die Welt ein Stückchen besser mit dem mehr Blick nach INNEN und weniger Entrüstung nach AUSSEN – und vielleicht auch nicht.

  2. […] Auch der Best-Practice-Business Blog hat sich in einem Artikel mit dem Event beschäftigt. […]

  3. Meine Erfahrung ist, dass man anecken muss, wenn man etwas bewegen will. Wenn man es allen Recht machen will, dann findet man entweder keine Lösung oder einen so geringen gemeinsamen Nenner, dass keine nachhaltigen und wesentlichen Änderungen kurz- und mittelfristig erreicht werden können. Insofern gefiel mir die o.g. Aktion sehr gut, wie ich es in meinem Fazit im letzten Absatz auch auf den Nenner gebracht habe.

  4. […] Wesley Clark Link to Article al gore Live Earth – mehr als ein Medienspektakel? » Posted at http://www.best-practice-business.de/blog on Sunday, July 08, 2007 Al Gore reist seit vielen Jahren um die ganze Welt, um die Menschen in unzähligen Veranstaltungen darauf hinzuweisen, … , um das Ruder rumzureissen. Doch der Medienprofi Al Gore weiss, dass man ein Großteil der Menschen … organisiert) hatte Al Gore die Idee, ein weltweites Musikspektakel an einem Tag zu veranstalten View Entire Article » […]

  5. Frank Obels sagt:

    Ich finde die Reaktionen auf Al Gore’s Bemühungen interessant. Habe in meinem Blog darauf hingewiesen und entweder per Kommentar oder per Mail ausschliesslich „negative“ Reaktionen bekommen. Die meisten zweifeln alles an und befinden die Kampagne als Lug und Trug.
    Was will uns das sagen?

    🙂

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